Sie macht Pa­ti­en­ten glück­lich

Was sind ei­gent­lich die Auf­ga­ben ei­ner Pro­phy­la­xe-as­sis­ten­tin und was pas­siert bei der Be­hand­lung?

Kurier Magazine - Zähne - - Medico Spezial Professionelle Zahnreinigung - VON DO­RO­THE RAI­NER

» So­phie­kohl­weg­strahltübers­gan­ze Ge­sicht, wenn sie über ih­ren Job als Pro­phy­la­xe-as­sis­ten­tin (Pass) spricht, der macht ihr näm­lich so rich­tig Freu­de. Die ge­lern­te zahn­ärzt­li­che Fachas­sis­ten­tin hat sich an­der Uni­ver­si­täts­zahn­kli­nik Wi­en zur Pass aus­bil­den las­sen und ge­hört seit ei­ni­gen Mo­na­ten zum Pro­phy­la­xe­team des Fach­be­reichs für Zah­ner­hal­tung und Par­odon­to­lo­gie. Sie hat sich zur Wei­ter­bil­dung ent­schlos­sen, weil ihr die rei­ne As­sis­tenz ne­ben dem Zahn­arzt auf Dau­er zu we­nig war. „Mir ge­fällt, dass ich selbst­stän­dig ar­bei­ten kann und ich da­durch auch Ver­ant­wor­tung ha­be“, er­klärt die 24-Jäh­ri­ge selbst­be­wusst. Das heißt, dass sie auch di­rekt Rück­mel­dung von Pa­ti­en­ten be­kommt, was sie gut fin­det, denn „meis­tens ist es po­si­tiv, weil sich je­der über das Er­geb­nis freut.“Und das spornt an.

Ei­ne Sit­zung dau­ert in der Re­gel 50 Mi­nu­ten. In ei­nem ers­ten Schritt macht sich die Pass ei­nen Über­blick über das Ge­biss. Sie sieht, wo viel Plaque lie­gen bleibt und er­kennt dar­an die Schwach­stel­len beim Put­zen. Es ge­hört zu ih­ren Auf­ga­ben, die Pa­ti­en­ten auf ih­re Feh­ler hin­zu­wei­sen und zu er­klä­ren, wie man es bes­ser macht. Da­zu ge­hört auch der rich­ti­ge Um­gang mit Zahn­sei­de: „Da darf man nicht zu grob sein, sonst kann man das Zahn­fleisch ver­let­zen“, so Kohl­weg.

EIN­SATZ­GE­BIET.

Für die pro­fes­sio­nel­le Zahn­rei­ni­gungkom­men­spe­zi­el­le Hand­in­stru­men­te zum Ein­satz, aber auch Schall - und Pul­ver­strahl­ge­rä­te. Ihr Ein­satz­ge­biet ist klar de­fi­niert, es liegt über dem Zahn­flei­schrand. „Die Pass darf nur an sicht­ba­ren Be­rei­chen ar­bei­ten, tie­fe­re Ta­schen müs­sen vom Zahn­arzt be­han­delt wer­den“, er­klärt Dr. Ha­dy Har­i­ri­an, Par­odon­to­lo­ge an der Uni­ver­si­täts­zahn­kli­nik Wi­en.

Har­te Be­lä­ge wie Zahn­stein wer­den ma­schi­nell und ma­nu­ell ent­fernt,

eben­so wie wei­che Abla­ge­run­gen. Letz­te­re soll­te der Pa­ti­ent mit Hilfs­mit­tel wie Zwi­schen­raum­bürst­chen und Zahn­sei­de zu Hau­se best­mög­lich ent­fer­nen. Da Bak­te­ri­en sich be­son­ders ger­ne an rau­en Stel­len und in Ni­schen fest­set­zen, wer­den in ei­nem nächs­ten Schritt die Zäh­ne po­liert und ge­glät­tet. Als Ab­schluss wer­den an den Zahn­flä­chen fluo­ridhal­ti­ge Lö­sun­gen oder La­cke ap­pli­ziert, ei­ne wich­ti­ge Ka­rie­s­pro­phy­la­xe.

GRUND­UN­TER­SU­CHUNG.

In der Re­gel ist es so, dass der Zahn­arzt zu­erst al­le Pa­ti­en­ten mit ei­ner par­odon­ta­len Son­de über­prüft, um fest­zu­stel­len, ob nur ei­ne Zahn­flei­schent­zün­dung oder be­reits ei­ne Par­odon­ti­tis vor­liegt. Kommt es bei die­ser ers­ten „par­odon­ta­len Grund­un­ter­su­chung“zu er­höh­ten Wer­ten, muss ei­ne ge­naue Dia­gnos­tik durch den Zahn­arzt er­fol­gen. „Pro­fes­sio­nel­le Zahn­rei­ni­gung reicht bei ei­ner Par­odon­ti­tis nicht aus und kann bes­ten­falls ei­ne Vor­be­hand­lung sein“, so Har­i­ri­an. Arzt und As­sis­ten­tin bil­den ein Team, das aber nur ge­mein­sam mit dem Pa­ti­en­ten Er­folg in der Be­hand­lung et­wa von Par­odon­ti­tis hat. „Oh­ne der ak­ti­ven Mit­ar­beit des Pa­ti­en­ten geht es nicht, er ist der Drit­te im Team. Er muss zu Hau­se die Zahn­rei­ni­gung wei­ter­füh­ren und re­gel­mä­ßig zur Kon­trol­le kom­men“, so der Par­odon­to­lo­ge.

Zum me­di­zi­ni­schen Nut­zen der Mund­hy­gie­ne kommt auch der äs­the­ti­sche Aspekt. Un­schö­ne Ver­fär­bun­gen durch Kaf­fee, Tee oder Zi­ga­ret­ten­kon­den­sat ver­schwin­den, das Zahn­fleisch er­holt sich – Lä­cheln macht wie­der Freu­de. „Das Vor­herNach­her-er­geb­nis ist für uns wie für die Pa­ti­en­ten was ganz Tol­les“weiß Ga­b­rie­la Ha­e­zin­ger, die seit 30 Jah­ren in dem Be­ruf tä­tig ist. „Rou­ti­ne kommt auch nach drei Jahr­zehn­ten nicht auf, denn je­der Pa­ti­ent braucht ei­ne in­di­vi­du­el­le Be­treu­ung: Das ist ab­wechs­lungs­reich, ver­langt aber auch viel Ein­füh­lungs­ver­mö­gen.“«

Dr. Ha­dy Har­i­ri­an, PHD, MS

So­phie Kohl­weg, Pro­phy­la­xe- As­sis­ten­tin

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