ZAHN­TECH­NI­KER: PRO­FIS AM PC

EIN BE­RUFS­STAND IM WAN­DEL

Kurier Magazine - Zähne - - Medico Spezial Zukunft -

Die Zahn­tech­nik im Pa­ra­dig­men­wech­sel; was ver­än­dert sich? Richard Koffu:

Die Di­gi­ta­li­sie­rung hat mas­siv Ein­zug ge­hal­ten und wird sich noch wei­ter ver­stär­ken. An­ge­fan­gen von CAD/CAM un­ter­stütz­ten Ma­schi­nen bis zum3-d-druck­ha­ben­wir es mit vie­len neu­en Fa­cet­ten zu tun. Das di­gi­ta­le Zeit­al­ter bringt Chan­cen, gleich­wohl­her­aus­for­de­run­gen­für­die Zahn­tech­ni­ker, weil auch die In­dus­trie das Seg­ment stark für sich be­an­spru­chen will und wird.

Was brin­gen die Tech­no­lo­gi­en?

CAD/CAMIST schon in vie­len in­no­va­ti­ven La­bo­ren im Ein­satz. Da­mit kann jeg­li­cher Zahn­er­satz am Bild­schirm de­signt und voll­au­to­ma­tisch mit Ma­schi­nen ge­fräst wer­den, noch da­zu aus ver­schie­dens­ten Ma­te­ria­li­en, wie Zir­kon- oder Alu­mi­ni­um­oxid. Auch bei den Ma­te­ria­li­en tut sich viel, die vor al­lem im Guss teil­wei­se we­sent­lich ho­mo­ge­ner als frü­her sind.

Wel­ches Ma­te­ri­al hat Po­ten­zi­al?

Ma­te­ri­al der St­un­de ist si­cher­lich Zir­kon­oxid. Sein gro­ßer Vor­teil ist, dass es prak­tisch kei­ne All­er­gi­en und Un­ver­träg­lich­kei­ten dar­auf gibt, es ist al­soper­fekt­bio­kom­pa­ti­be­l­und­noch­da­zu zahn­far­ben. Selbst, wenn in spä­te­ren Jah­ren bei Kro­nen und Im­plan­ta­ten das Zahn­fleisch zu­rück­ge­hen soll­te, kommt, so wie frü­her oft der Fall, kein­un­schö­nes­me­tall­zum­vor­schein.

Auf wel­chen Kom­fort dür­fen sich Pa­ti­en­ten künf­tig noch freu­en?

Für die al­ler­nächs­te Zu­kunft ab­seh­bar ist der di­gi­ta­le Work­flow beim Zahn­arzt. Der be­ginnt be­reits beim di­gi­ta­len Oral-scan. In Zu­kunft wird es kei­nen her­kömm­li­chen Ab­druck und da­mit kei­ne Mas­sen mehr ge­ben, son­dern die Zäh­ne wer­den ein­fach ab­ge­scannt. Die be­reits gän­gi­gen Ge­rä­te se­hen wie elek­tri­sche Zahn­bürs­ten aus, lie­fern aber hoch­prä­zi­se Bil­der. Kurz­um: kei­ne Mas­se, kei­ne Löf­fel mehr im Mund.

Müs­sen Zahn­tech­ni­ker Angst ha­ben, zwi­schen In­dus­trie und Zahn­arzt auf­ge­rie­ben zu wer­den?

Das glau­be ich nicht. Trotz al­ler di­gi­ta­len Mög­lich­kei­ten wird es auch in Zu­kunft das Fach­wis­sen des Tech­ni­kers brau­chen. Im­mer dort, wo es kom­plex wird, al­so den­ta­le Lö­sun­gen um­fas­send ge­plant wer­den müs­sen, wird das auch in Zu­kunft nur im Te­am­work zwi­schen Zahn­arzt, Im­plan­to­lo­gen, Pro­the­ti­kern und Zahn­tech­ni­kern funk­tio­nie­ren. Kei­ne Fra­ge, dass die­se, um am Ball zu blei­ben, ent­spre­chend in ih­re Ar­beits­be­rei­che und auch in die Aus­bil­dung in­ves­tie­ren müs­sen. Oh­ne das wird es in Zu­kunft nicht ge­hen, wenn­gleich so man­ches High­tech-ge­rät heu­te mehr kos­tet als frü­her ein gan­zes La­bor.

Der Zahn­tech­ni­ker trans­for­miert zu­se­hends zum Com­pu­ter­pro­fi?

Er­wird­tat­säch­lich we­ni­ger­hand­wer­ker, um­so­mehra­ber­com­pu­ter­spe­zia­list sein. Der­zeit liegt der­an­tei­l­an­pcAr­beit bei zir­ka 50 Pro­zent. Ich schät­ze, dass das in den nächs­ten Jah­ren auf bis zu 70 Pro­zent an­wach­sen wird. Dort, wo es äs­the­tisch und funk­tio­nell wird, al­so ana­to­mi­sches Fach­wis­sen ge­fragt ist, wird man auch wei­ter­hin nicht am Zahn­tech­ni­ker vor­bei­kom­men. Klar, das Be­rufs­bild wird sich ver­än­dern, aber es wird es mit Si­cher­heit auch wei­ter­hin ge­ben.

– CORDULA PUCHWEIN

Mas­siv be­trof­fen von der di­gi­ta­len Be­schleu­ni­gung im Den­tal­be­reich sind die Zahn­tech­ni­ker. Der Bun­des­in­nungs­meis­ter, Richard Koffu, über die Zu­kunfts­aus­sich­ten sei­nes Be­rufs­stan­des.

setzt sich als­bun­des­In­nungs­meis­ter für die ös­terr. Zahn­tech­ni­ker ein

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