ÖVP or­tet ro­te Pa­nik­ma­che bei ÖBB

Schar­fe ÖVP-Kri­tik an „Ja zur Bahn“-Ver­an­stal­tung auf ÖBB-Ge­län­de

Kurier (Samstag) - - POLITIK - VON MICHA­EL BACHNER

Die Wei­chen sind ge­stellt, die Bahn wird zum Wahl­kampf­the­ma. Die ÖBB wa­ren stets ein ideo­lo­gi­scher Streit­fall zwi­schen SPÖ und ÖVP. Auch die­ses Mal dürf­te sich der Schlag­ab­tausch ir­gend­wo zwi­schen dem Ver­scher­beln von Fa­mi­li­en­sil­ber, nö­ti­gen oder un­nö­ti­gen Mil­li­ar­den-In­ves­ti­tio­nen und der je­wei­li­gen Wirt­schafts­kom­pe­tenz des Kon­tra­hen­ten ab­spie­len.

Andre­as Mat­thä, Nach­fol­ger von SPÖ-Chef Chris­ti­an Kern an der Bahn-Spit­ze, lädt für Di­ens­tag nach Linz zu ei­ner Un­ter­stüt­zungs­ver­an­stal­tung für die am 11. Au­gust lan­cier­te Kam­pa­gne „Sag ja zur Bahn in rot weiß rot“. Mit da­bei: SPÖ-Ver­kehrs­mi­nis­ter Jörg Leicht­fried und die Initia­to­ren der Kam­pa­gne, ÖBB-Be­triebs­rats­chef Ro­man He­ben­streit und Tho­mas Schei­ber, Wirt­schafts­kam­mer-Ob­mann der Schie­nen­bah­nen.

Ro­tes Er­folgs­mo­dell?

Zu­sätz­lich lädt die SPÖ für den Mitt­woch zu ei­ner Klub­En­que­te im Par­la­ment. The­ma: „Der ös­ter­rei­chi­sche Weg als DAS eu­ro­päi­sche Er­folgs­mo­dell im Ei­sen­bahn­we­sen.“Wie­der mit Mi­nis­ter Leicht­fried, Ge­werk­schaf­ter He­ben­streit & Co. Auf der SPÖ-Ein­la­dung zu se­hen: Das Lo­go zur be­sag­ten So­zi­al­part­ner-Kam­pa­gne: „Sag ja zur Bahn in rot weiß rot.“

ÖVP-Ver­kehrs­spre­cher Andre­as Ot­ten­schlä­ger ist sau­er. „Da fehlt mir je­des Ver­ständ­nis. Wenn man bei der ÖBB in Linz Wahl­kampf be­treibt, dann ist das bei ei­nem Staats­be­trieb völ­lig in­ak­zep­ta­bel. Die­se Kam­pa­gne ist rei­ne Wahl­kampf-Pa­nik­ma­che von Ro­man He­ben­streit. Dass das ei­ne So­zi­al­part­ner-Kam­pa­gne sein soll, dient wohl als ei­ne Art Fei­gen­blatt.“

He­ben­streit weist den Wahl­kampf-Vor­wurf weit von sich. Es ge­he nicht um den 15. Ok­to­ber, son­dern um die Na­tio­nal­rats­sit­zung am 20. Sep­tem­ber. Da ste­he die Ver­ga­be­rechts­no­vel­le auf der Ta­ges­ord­nung. Er und sein So­zi­al­part­ner-Vis-a-Vis wol­len ver­hin­dern, dass sich die ÖVP mit dem En­de der Di­rekt­ver­ga­be durch­setzt. He­ben­streit: „Das ist ein Fron­tal­an­griff auf un­ser Sys­tem. Wird nur nach dem Bil­ligst­bie­ter­prin­zip aus­ge­schrie­ben, kom­men künf­tig vor al­lem aus­län­di­sche Un­ter­neh­men zum Zug und man ge­fähr­det hei­mi­sche Jobs und Wert­schöp­fung.“

Weil die Bahn­derKam­pa­gne bei­ge­tre­ten sei, fin­de die Ver­an­stal­tung eben bei den ÖBB in Linz statt. He­ben­streit ist sich aber be­wusst: „Im Wahl­kampf ist na­tür­lich al­les auch Wahl­kampf­the­ma.“

Fach­ver­bands-Ob­mann Schei­ber, ein ÖVP-Wirt­schafts­bund-Mit­glied, sagt: „Die Ver­an­stal­tung in Linz hat mit Wahl­kampf nichts zu tun. Die Auf­re­gung ist über­trie­ben.“Er kri­ti­siert aber, dass amTag dar­auf die SPÖ bei ih­rer Klub En­que­te mit dem Kam­pa­gnen-Lo­go wer­be. „Die­se Ver­mi­schung är­gert mich. Da­mit be­kom­men wir na­tür­lich ei­nen po­li­ti­schen An­strich. Aber Ro­man He­ben­streit und ich wol­len mehr sein als Rot und Schwarz. Je­de Par­tei könn­te un­se­re Kam­pa­gne un­ter­stüt­zen.“Dass sie „mög­li­cher­wei­se zum fal­schen Zeit­punkt“ge­star­tet wor­den sei, er­ken­ne er, Schei­ber, erst jetzt im Nach­hin­ein.

Ge­plan­ter Ablauf der ÖBB-Ver­an­stal­tung am Di­ens­tag in Linz: Für ÖVP zu­min­dest in­di­rek­te Wer­bung für Ex-ÖBB-Chef Kern. Die­ser setzt der­weil auf neue Slo­gans

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