Erd­be­ben der Stär­ke 8,4 in ei­ner der ärms­ten Re­gio­nen

Chia­pas.

Kurier (Samstag) - - POLITIK - – ADRI­AN KLU­GER

Ein Übel kommt sel­ten al­lein. Wäh­rend vor Me­xi­kos Ka­ri­bik­küs­te Hur­ri­kan „Ka­tia“im An­marsch war, er­eig­ne­te sich am Don­ners­tag an sei­ner West­küs­te ei­nes der schwers­ten Be­ben in der Mess­ge­schich­te des Lan­des.

Der me­xi­ka­ni­sche Ka­ta­stro­phen­schutz und der Gou­ver­neur des am meis­ten be­trof­fe­nen Bun­des­staa­tes Oa­xa­ca be­rich­te­ten Frei­tag Abend (MESZ) von min­des­tens 58 To­des­op­fern. Ge­naue An­ga­ben zu den Schä­den und To­des­op­fern lie­ßen vor­erst auf sich war­ten. Grund da­für ist die teils star­ke Ab­ge­schie­den­heit der be­trof­fe­nen Re­gio­nen. Das Be­ben lös­te auch leich­te Tsu­na­mi­wel­len aus, die aber kei­ne nen­nens­wer­ten Schä­den an­rich­te­ten.

Ba­by ge­stor­ben

Das Erd­be­ben führ­te zu zahl­rei­chen Strom­aus­fäl­len und schwe­ren Ge­bäu­de­schä­den. Et­li­che Häu­ser stürz­ten ein, dar­un­ter ein Ho­tel in der Stadt Ma­ti­as Ro­me­ro, und Tei­le des Rat­hau­ses der Stadt Ju­chitán, bei­des im Bun­des­staat Oa­xa­ca. Rund 1,5 Mil­lio­nen Men­schen wa­ren laut Me­di­en zeit­wei­se oh­ne Strom, was un­ter an­de­rem den Tod ei­nes Ba­bys her­bei­ge­führt ha­ben soll, weil die Strom­ver­sor­gung von des­sen Be­at­mungs­ge­rät un­ter­bro­chen wur­de.

Das mit ei­ner Stär­ke von bis zu 8,4 an­ge­ge­be­ne Erd­be­ben er­eig­ne­te sich am spä­ten Don­ners­tag­abend (Orts­zeit) ver­mut­lich 137 Ki­lo­me­ter süd­west­lich von To­nalá im me­xi­ka­ni­schen Bun­des­staat Chia­pas in rund 19 Ki­lo­me­tern Tie­fe. Min­des­tens 180 Nach­be­ben ha­be es im An­schluss dar­an ge­ge­ben. Das stärks­te da­von hat­te die Stär­ke 6,1. Selbst in der mehr als Tau­send Ki­lo­me­ter ent­fern- ten Haupt­stadt Me­xi­ko-Stadt wa­ren die Erd­stö­ße zu spü­ren. Prä­si­dent Pe­ña Nieto, ließ kurz nach dem Be­ben ei­ne Kri­sen­sit­zung ein­be­ru­fen. Es wur­de be­schlos­sen, Tei­le Chia­pas zu eva­ku­ie­ren, ei­ner der ärms­ten Re­gio­nen des Lan­des. Über die tat­säch­li­chen Op­fer­zah­len ist noch we­nig be­kannt.

Nach Mei­nung des Ex­per­ten Mar­co Bohn­hoff vom Geo­for­schungs­zen­trum Pots­dam sind bei dem Be­ben Ener­gi­en frei­ge­setzt wor­den, die sich über Jahr­zehn­te durch die Be­we­gung der tek­to­ni­schen Plat­ten auf­ge­baut hät­ten. Bei ei­nem Be­ben in der Stär­ke 8 wür­den sich Plat­ten bin­nen Se­kun­den um meh­re­re Me­ter ver­schie­ben. Ei­ne enor­me Wucht. Das Ge­biet ist Teil des zir­kum­pa­zi­fi­schen Feu­er­rings, wo auf­grund der Kol­li­si­on meh­re­rer Erd­plat­ten im­mer wie­der Erd­be­ben auf­tre­ten. Ein ähn­lich schwe­res Erd­be­ben führ­te in Me­xi­ko 1985 zu 10.000 To­ten, weil es an­statt im Meer sein Epi­zen­trum na­he der Haupt­stadt Me­xi­ko-Stadt hat­te.

Ka­tia schon im An­flug

Nach dem Erd­be­ben hof­fen die Men­schen nun, dass der Tro­pen­sturm „Ka­tia“, der Stür­me und Stark­re­gen brin­gen wird, nicht bis in das vom Erd­be­ben zer­stör­te Ge­biet vor­drin­gen kann. Ka­tia ist ein klei­ner Hur­ri­kan der Stu­fe 1. er ist nur 200 Ki­lo­me­ter ent­fernt.

Ein Ba­by aus Pu­er­to Ma­de­ro wird in Si­cher­heit ge­bracht

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