Slo­a­ne Ste­phens: Im Tur­bo von Rang 934 ins Ram­pen­licht

US Open.

Kurier (Samstag) - - SPORT - VON HA­RALD OTTAWA

„Ich bin froh, dass ich über­haupt noch Ten­nis spie­len kann“, sagt Slo­a­ne Ste­phens. Und jetzt steht sie im Fi­na­le ih­res Heim­tur­niers, der US Open. Nach ei­nem 6:1-0:67:5-Sieg über ih­re be­rühm­te Lands­frau Ve­nus Wil­li­ams. Im End­spiel am Sams­tag war­tet heu­te Nacht mit Ma­di­son Keys wie­der ei­ne Ame­ri­ka­ne­rin (22 Uhr, li­ve ORF Sport +, Eu­ro­sport). Üb­ri­gens ei­ne Freun­din von Ste­phens.

Es wa­ren bit­te­re Mo­na­te, die die 24-Jäh­ri­ge über­ste­hen muss­te. Nach Olym­pia 2016 konn­te sie kein Match be­strei­ten, im Fe­bru­ar folg­te ei­ne Ope­ra­ti­on am lin­ken Fuß. Vor ei­nem Mo­nat war sie nur noch die Num­mer 934 im Ran­king, ehe sie gu­te Auf­trit­te in To­ron­to und Cin­cin­na­ti wie­der in die Top 100 brach­ten. Von Platz 83 star­te­te sie als Au­ßen­sei­te­rin in die US Open. „Das kann mir nie­mand mehr neh­men“, sag­te die Part­ne­rin des US-Fuß­ball-Na­tio­nal­spie­lers Jo­zy Al­ti­do­re. Ab Mon­tag ist sie min­des­tens die Num­mer 22 der Welt.

Ste­phens hat­te als künf­ti­ge Num­mer 1 ge­gol­ten, nach­dem sie 2013 nach ei­nem Sieg ge­gen Se­re­na Wil­li­ams das Halb­fi­na­le der Aus­tra­li­an Open er­reicht hat­te. Doch die­sen Er­folg ver­moch­te sie lan­ge Zeit nicht zu­be­stä­ti­gen. „Seit da­mals ist lei­der viel pas­siert, um­so glück­li­cher bin ich, in mei­nem ers­ten Grand-Slam-Fi­na­le spie­len zu kön­nen. Ich ha­be kei­ne Wor­te, um zu be­schrei­ben, wie viel mir das be­deu­tet.“

Lands­frau Ma­di­son Keys, die im Ok­to­ber des Vor­jah­res in Linz bis ins Halb­fi­na­le kam, schlug in New York mit Co­co Van­de­weg­he (6:1, 6:2) eben­falls ei­ne Lands­frau. Fest steht, es wird ein neu­es Sie­ger­ge­sicht bei Gran­dSlam-Tur­nie­ren ge­ben, bei­de sind Fi­nalde­bü­tan­tin­nen auf höchs­ter Ebe­ne. Die Fans ha­ben längst ih­ren Spaß, erst­mals seit 1985 hat­ten sich vier Ame­ri­ka­ne­rin­nen für die Vor­schluss­run­de ei­nes Ma­jors qua­li­fi­ziert. Bei den US Open war das zu­letzt vor 36 Jah­ren der Fall.

„Wel­ser“Sie­ger

Das Pu­bli­kum in Wels wird im Du­ell mit Ru­mä­ni­en ei­nen US-Open-Sie­ger be­stau­nen dür­fen: Ho­ria Te­cau ge­wann ges­tern an der Sei­te des Nie­der­län­ders Je­an-Ju­li­en Ro­jer im End­spiel ge­gen Fe­li­cia­no und Marc López 6:4 und 6:3 den Dop­pel­be­werb. Es war sein zwei­te Ma­jor-Ti­tel.

Im Se­mi­fi­na­le aus­ge­schie­den ist ges­tern hin­ge­gen Oli­ver Ma­rach: Der Stei­rer un­ter­lag im Mi­xed mit der Aus­tra­lie­rin Ana­st­a­sia Ro­di­o­no­va der tai­wa­ne­sisch-neu­see­län­di­schen Paa­rung Chan HaoChing und Micha­el Ve­nus mit 1:6, 6:7 (6). „Es ist bit­ter ge­lau­fen“, bi­lan­zier­te Ma­rach, „mei­ne Part­ne­rin hat lei­der nicht so gut ser­viert. Wir wa­ren im­mer hin­ten.“ Bes­ser hät­ten die Vi­en­na Ca­pi­tals nicht in die Sai­son star­ten kön­nen. Der Meis­ter setz­te dort fort, wo er im April mit dem Ge­winn der EBEL auf­ge­hört hat­te. 9:1 sieg­ten die Wie­ner zum Sai­son­auf­takt bei Fe­her­var und sind da­mit ers­ter Ta­bel­len­füh­rer. Gro­ße Aus­sa­ge­kraft dürf­te der Kan­ter­sieg je­doch nicht ha­ben, wa­ren doch die Un­garn in al­len Be­lan­gen in­fe­ri­or und prä­sen­tier­ten sich von Be­ginn an als Top-Fa­vo­rit auf den letz­ten Platz.

Die Ca­pi­tals (oh­ne die an­ge­schla­ge­nen Tes­sier und Cu­ma) er­ziel­ten fünf Tref­fer in Über­zahl, am En­de traf Hartl in Un­ter­zahl, kurz nach­dem zwei Un­garn zu­sam­men­ge­sto­ßen wa­ren. Holz­ap­fel, MVP der Vor­sai­son, er­ziel­te drei Tref­fer (2:1, 4:1, 7:1). Gut ein­ge­fügt ha­ben sich die Neu­zu­gän­ge: Sam­son traf zum 8:1, Klub­er­tanz as­sis­tier­te zum 7:1.

Caps-Trai­ner Ser­ge Au­bin freu­te sich, dass sein Team nach dem 6:1 nach 40 Mi­nu­ten nicht zu spie­len auf­hör­te: „Wir woll­ten un­ser Spiel über die 60 Mi­nu­ten durch­zie­hen. Ich bin zu­frie­den, dass wir so wei­ter­ge­macht ha­ben.“Sei­ne Spie­ler hät­ten ei­ne ge­wis­se An­span­nung ge­habt. „Wir wa­ren sehr auf­ge­regt vor dem ers­ten Spiel. Aber so­bald es be­gon­nen hat, wa­ren wir wirk­lich gut. Das Po­wer­play hat funk­tio­niert und das Pen­al­ty­kil­ling ge­nau­so.“

Wi­ens Sonn­tags­geg­ner KAC hat über­ra­schend ge­gen Graz 2:4 ver­lo­ren. Unterweger traf nach 61 tor­lo­sen Spie­len zum 3:2 (52.). Wo­ger mach­te we­nig spä­ter mit ei­nem Ge­walt­schuss al­les klar (54.). Über­ra­schend ver­lo­ren ha­ben auch Salz­burg mit 3:4 ge­gen Dorn­birn und Linz 2:3 nach Ver­län­ge­rung in Znaim. Vil­lach schoss EBEL-Rück­keh­rer Zagreb mit 6:1 vom Eis.

Die Ca­pi­tals II ver­lo­ren ihr ers­tes Spiel in der süd­ost­eu­ro­päi­schen Ers­te Li­ga ge­gen UTE Bu­da­pest mit 1:3.

What a day: Slo­a­ne Ste­phens zog in ihr ers­tes Ma­jor-End­spiel ein

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