Das Wachs­tum liegt in den Ge­nen – aber nicht nur

Kurier (Samstag) - - LEBENSART -

Knif­fe­lig. Die Tat­sa­chen sind un­über­seh­bar: „Die Grö­ßen­zu­nah­me in der jün­ge­ren Ver­gan­gen­heit ist na­tür­lich sehr deut­lich“, sagt Univ.-Prof. Micha­el J.M. Fi­scher, Lei­ter des In­sti­tuts für Phy­sio­lo­gie an der Me­dU­ni Wi­en. „Hoch­kom­plex“wird es bei der In­ter­pre­ta­ti­on der Wachs­tums­kur­ven. Liegt das Plus an Kör­per­län­ge eher in den Ge­nen oder an Um­welt­fak­to­ren?

Das Erb­gut hat es in sich: „Min­des­tens 200 Stel­len im Ge­nom sind an der Kör­per­grö­ße be­tei­ligt“, weiß Fi­scher: Nur bei rie­si­gen bzw. win­zi­gen Men­schen gibt es auch Ab­wei­chun­gen in ei­nem spe­zi­el­len Gen. „Die über­wie­gen­de Mehr­heit der Grö­ßen­va­ria­bi­li­tät ist ge­ne­tisch be­dingt.“

Doch mit der Ver­an­la­gung al­lei­ne ist der Wachs­tums­schub im vo­ri­gen Jahr­hun­dert nicht er­klärt. „In die­ser Zeit sind kei­ne we­sent­li­chen ge­ne­ti­schen Än­de­run­gen auf­ge­tre­ten. Da­mit muss die be­ob­ach­te­te Grö­ßen­zu­nah­me an Um­welt­fak­to­ren lie­gen“, ar­gu­men­tiert Fi­scher und zi­tiert Ein­fluss­fak­to­ren aus ei­ner Stu­die: Vor der Ge­burt sind es die Ge­sund­heit und das Ver­hal­ten (wie Rau­chen) der wer­den­den Mut­ter, spä­ter kom­men so­zio­öko­no­mi­sche Be­din­gun­gen, Er­näh­rung, chro­ni­sche Krank­heit oder In­fek­tio­nen so­wie psy­chi­scher Stress zum Tra­gen. Wie sehr sich je­der ein­zel­ne Fak­tor auf das Wachs­tum aus­wirkt, ist noch of­fen.

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