Das Wett­ren­nen ums au­to­no­me Fah­ren

Quer­ein­stieg.

Kurier (Samstag) - - WIRTSCHAFT - – DAVID KOTRBA

Der Stra­ßen­ver­kehr wird sich in den kom­men­den Jah­ren stark ver­än­dern. Wäh­rend heu­te noch heiß über die Elek­tri­fi­zie­rung von Fahr­zeu­gen und den Auf­bau ent­spre­chen­der In­fra­struk­tur dis­ku­tiert wird, kommt es im Hin­ter­grund be­reits zu viel grö­ße­ren Um­wäl­zun­gen. Car­sha­ring, Ver­net­zung („Con­nec­ted Car“) und Au­to­ma­ti­sie­rung wer­den den In­di­vi­du­al­ver­kehr auf vier Rä­dern grund­le­gend ver­än­dern. Wenn sich Au­tos in im­mer mehr Si­tua­tio­nen selbst steu­ern, wird der In­nen­raum zum er­wei­ter­ten Wohn­zim­mer, des­sen In­sas­sen un­ter­hal­ten wer­den wol­len.

Mehr­wert bie­ten

Der Mehr­wert durch das An­ge­bot an di­gi­ta­len Di­ens­ten wird zum im­mer schlag­kräf­ti­ge­ren Ver­kaufs­ar­gu­ment. Das da­mit ein­her­ge­hen­de Um­satz­po­ten­zi­al ha­ben ITKon­zer­ne, die ur­sprüng­lich we­nig mit dem Au­to­mo­bil­be­reich zu tun hat­ten, schnell er­kannt. Mit Au­to­her­stel­lern und klas­si­schen Zu­lie­fer­un­ter­neh­men lie­fern sie sich ein Wett­ren­nen um im­mer fort­schritt­li­che­re Fah­re­ras­sis­tenz­diens­te (ad­van­ced dri­ver as­sis­tan­ce ser­vices – ADAS). Samsung hat den Zu­lie­fe­rer Har­man um acht Mil­li­ar­den Dol­lar (6,7 Mrd. Eu- ro) über­nom­men und in­ves­tiert 300 Mil­lio­nen Dol­lar (250 Mio. Eu­ro) in neue Fahr­zeug­tech­no­lo­gi­en. Chip­gi­gant In­tel hat den is­rae­li­schen Sen­sor­spe­zia­lis­ten Mo­bi­leye um 15,3 Mil­li­ar­den Dol­lar (12,8 Mrd. Eu­ro) über­nom­men. be­kannt für sei­ne Smart­pho­nePro­zes­so­ren, ist da­bei, den Au­to­mo­bil-Chip­her­stel­ler NXP für 47 Mil­li­ar­den Dol­lar (39,3 Mrd. Eu­ro) zu kau­fen.

Part­ner­schaf­ten

Face­book bie­tet Au­to­her­stel­lern et­wa leich­te­re Per­so­na­li­sie­rung neu­er Fahr­zeu­ge dank sei­ner Nut­zer­da­ten an. Auch Ama­zon, App­le, der chi­ne­si­sche On­li­ne-Gi­gant Bai­du oder Gra­fik­kar­ten­Her­stel­ler Nvi­dia in­vol­vie­ren sich stark bei der Ent­wick­lung neu­er Fahr­zeug­tech­no­lo­gi­en. Da­zu kom­men Hun­der­te Start-ups. Genau­so we­nig, wie et­wa Goog­le-Toch­ter Way­mo geht es den Un­ter­neh­men dar­um, ein ei­ge­nes Fahr­zeug zu pro­du­zie­ren. Statt­des­sen wer­den Au­to­her­stel­ler als Part­ner ge­sucht. Die­se wol­len aber nicht al­le Be­rei­che an ex­ter­ne An­bie­ter aus­la­gern. Der pro­fit­träch­ti­ge Markt ist je­den­falls stark in Be­we­gung. Wer Kun­den­be­dürf­nis­se schnel­ler er­füllt, si­chert sich ei­nen grö­ße­ren Teil des Ku­chens.

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