Kei­ne Aus­lie­fe­rung von Sei­sen­ba­cher

Jus­tiz.

Kurier (Samstag) - - CHRONIK -

Im Fall Sei­sen­ba­cher stärkt die jüngs­te Ent­schei­dung in Kiew die Po­si­ti­on der Wie­ner Jus­tiz. Das ukrai­ni­sche Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um hat am Frei­tag zwar die Aus­lie­fe­rung des zwei­fa­chen Ju­do-Olym­pia­sie­gers Peter Sei­sen­ba­cher, 57, nach Ös­ter­reich ab­ge­lehnt. Al­ler­dings for­der­te ihn die ukrai­ni­sche Mi­gra­ti­ons­be­hör­de gleich­zei­tig auf, in­ner­halb von fünf Ta­gen frei­wil­lig das Land zu ver­las­sen.

„Die ös­ter­rei­chi­sche Bot­schaft in Kiew hat uns in­for­miert, dass es ei­ne ne­ga­ti­ve Aus­lie­fe­rungs­ent­schei­dung und ei­ne Auf­for­de­rung an Herrn Sei­sen­ba­cher gibt, bis zum 12. Ok­to­ber das Land zu ver­las­sen“, sag­te die Spre­che­rin des Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums. Ge­nau die Pro­ble­me, die der KU­RI­ER am Don­ners­tag nann­te, sind für Sei­sen­ba­cher ein­ge­tre­ten, da er we­der um Asyl an­ge­sucht noch ei­nen An­trag auf ei­nen Auf­ent­halts­ti­tel ge­stellt hat. Ak­tu­ell wä­re Ös­ter­reich de fac­to das ein­zi­ge Land, in das Sei­sen­ba­cher aus­rei­sen könn­te. Die Be­zirks­be­hör­de in Tulln, die sei­nen Rei­se­pass aus­ge­stellt hat­te, hat die­sen näm­lich für un­gül­tig er­klärt. Das heißt, der Ex-Ju­do­ka könn­te auf recht­mä­ßi­gem Weg wohl kaum die Ukrai­ne ver­las­sen – au­ßer er setzt sich nach Kon­takt­auf­nah­me mit der ös­ter­rei­chi­schen Ver­tre­tung in ei­nen Flie­ger und stellt sich dem ge­gen ihn an­hän­gi­gen Straf­ver­fah­ren. Ihm wird vor­ge­wor­fen, min­der­jäh­ri­ge Mäd­chen in sei­ner Funk­ti­on als Ju­do-Trai­ner En­de der 1990-er Jah­re se­xu­ell miss­braucht zu ha­ben. Vor Pro­zess­be­ginn war er un­ter­ge­taucht.

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