Prü­fer: För­der­da­ten­bank als Trans­pa­renz-Fi­as­ko

Rech­nungs­hof-Be­richt. Die Lan­des­re­gie­run­gen hät­ten im­mer noch kei­ne Da­ten frei­ge­ge­ben

Kurier (Samstag) - - POLITIK - – BERN­HARD GAUL

Seit 2010 strei­tet der Bund mit den Län­dern über die Trans­pa­renz­da­ten­bank. Die­se soll­te auf­schlüs­seln, wer wel­che Geld­leis­tung in wel­cher Hö­he vom Staat er­hält. Ziel war es, För­de­run­gen ef­fi­zi­en­ter zu ver­ge­ben. Am Frei­tag leg­te der Rech­nungs­hof ei­nen Be­richt zu dem Pro­jekt vor – es wur­de ei­ne schal­len­de Ohr­fei­ge, vor al­lem für die Lan­des­re­gie­run­gen: Die­se sei­en es, die nach wie vor kei­ne Zah­len lie­fern. „Die Ziel­set­zun­gen der Trans­pa­renz­da­ten­bank“– kon­kret nen­nen die Prü­fer „Trans­pa­renz, Miss­brauchs- ver­hin­de­rung und Steue­rung)“– wä­ren „sechs Jah­re nach ih­rer Ein­füh­rung und nach ei­nem Mit­tel­ein­satz des Fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums von et­wa 13,6 Mil­lio­nen Eu­ro nicht er­reicht.“Auch die Ge­mein­den hät­ten bis­her kei­ne Zah­len ein­ge­mel­det.

Aber auch die Da­ten­bank selbst wird als „we­nig an­wen­der­freund­lich“kri­ti­siert: „Mit der Trans­pa­renz­da­ten­bank war ein kom­pli­zier­tes In­stru­ment der Leis­tungs­er­fas­sung ent­stan­den, das durch die Viel­zahl an er­fass­ten Leis­tun­gen über­frach­tet und durch Schwä­chen in der Er­fas­sungs­lo­gik ge­prägt war“, und wei­ter: „Die Trans­pa­renz­da­ten­bank war nicht ge­eig­net, – oh­ne wei­ter­ge­hen­de Re­cher­chen – un­zu­läs­si­ge Mehr­fach­för­de­run­gen aus­zu­wei­sen oder die Fra­ge des Über­schrei­tens von Höchst­för­der­gren­zen bzw. Ein­kom­mens­schwel­len zu be­ant­wor­ten.“

In ei­ner ers­ten Re­ak­ti­on er­klär­te Ge­mein­de­bun­dChef Al­f­red Riedl, die Da­ten rasch nach­zu­lie­fern.

Und die Lan­des­re­gie­run­gen? Im­mer­hin hat­te ÖVPChef Sebastian Kurz im Wahl- kampf be­tont, auch Sank­tio­nen ge­gen Bun­des­län­der ein­füh­ren zu wol­len, die ih­re Da­ten nicht ein­mel­den. Zur mas­si­ven Kri­tik des Rech­nungs­ho­fes gibt es sei­tens der ÖVP noch kei­ne Re­ak­ti­on.

Um­so ge­har­nisch­ter ur­teilt die Op­po­si­ti­on: „Die Trans­pa­renz­da­ten­bank wur­de ge­schaf­fen um För­der­miss­brauch, Kor­rup­ti­on und Freun­derl­wirt­schaft zu ver­hin­dern“, so Ne­os-Ab­ge­ord­ne­te Clau­dia Ga­mon. „Das ist ein ech­tes Elend für die Steu­er­zah­ler in un­se­rem Land.“

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