Vor­schuss-Lob für Mah­rer: „In­ter­es­siert an der Ar­beits­welt“

Kurier (Samstag) - - POLITIK - DA­NIE­LA KITTNER da­nie­la.kittner@ku­ri­er.at

Der an­ge­hen­de „So­zi­al­part­ner“Harald Mah­rer wird von In­dus­trie und Ge­werk­schaft wohl­wol­lend emp­fan­gen. Im De­zem­ber wird Harald Mah­rer auf der Voll­ver­samm­lung des Wirt­schafts­bunds zum neu­en Ob­mann ge­wählt. In der ers­ten Hälf­te 2018 wird Mah­rer Chris­toph Leitl an der Spit­ze der Wirt­schafts­kam­mer ab­lö­sen. Dann ist Mah­rer auch for­mell ei­ner der vier So­zi­al­part­ner-Prä­si­den­ten des Lan­des.

Wich­tig für die Ak­zep­tanz des obers­ten Wirt­schafts­ver­tre­ters ist die Un­ter­stüt­zung der In­dus­trie. Die In­dus­trie ist mit ei­ner Ein­heits­lis­te Teil der Wirt­schafts­kam­mer und als Bei­trags­zah­ler ein mäch­ti­ger Fak- tor. Mah­rer ist ein Be­für­wor­ter der Pflicht­mit­glied­schaft in der Kam­mer, In­dus­tri­el­len-Prä­si­dent Georg Kapsch ein ent­schie­de­ner Geg­ner.

Den­noch wird der Auf­stieg Mah­rers aus der In­dus­tri­el­len­ver­ei­ni­gung wohl­wol­lend kom­men­tiert. Ge­ne­ral­se­kre­tär Chris­toph Ne­u­may­er: „Mah­rer ist al­lein schon auf­grund sei­nes Al­ters und sei­ner Denk­wei­se ei­ne Chan­ce für Ve­rän­de­rung. Mit ihm kann es zu ei­ner Neu­auf­stel­lung der So­zi­al­part­ner zu­min­dest auf Ar­beit­ge­ber­sei­te kom­men.“

Auf­sei­ten der Wirt­schafts­kam­mer sei die gro­ße Her­aus­for­de­rung, „Ef­fi­zi­en­zen zu he­ben“. Da sei­en vor al­lem die Län­der­kam­mer ge­for­dert, meint Ne­u­may­er, denn die Bun- des­or­ga­ni­sa­ti­on ha­be im­mer wie­der Re­for­men ge­macht.

Mah­rer sei „welt­of­fen, zu­kunfts­ori­en­tiert, und er denkt in­ter­na­tio­nal. Er weiß ganz ge­nau, was der Stand­ort braucht, was wirt­schafts­po­li­tisch und in den Struk­tu­ren ver­än­dert wer­den muss“, sagt Ne­u­may­er. Das Pen­dant zu Harald Mah­rer als Ob­mann des ÖVP-Wirt­schafts­bunds ist Wolf­gang Kat­zi­an als Chef der SPÖ-Ge­werk­schaf­ter. Auch zwi­schen die­sen bei­den scheint die Che­mie zu stim­men.

Kat­zi­an hat Mah­rer schon vor län­ge­rer Zeit in ei­ne Vor­stands­sit­zung der Ge­werk­schaft der Pri­vat­an­ge­stell­ten ein­ge­la­den, um über Di­gi­ta­li­sie­rung zu dis­ku­tie­ren. „Das war ei­ne an­ge­neh­me Sit­zung, da war nichts Un­gu­tes da­bei“, er­in­nert sich ein Teil­neh­mer.

In den Au­gen der Ge­werk­schaf­ter strahlt Mah­rer et­was von der (So­zi­al-)Part­ner­schaft­lich­keit sei­nes Ex-Chefs Rein­hold Mit­ter­leh­ner aus. „Wir hat­ten im­mer das Ge­fühl, dass Mah­rer als Staats­se­kre­tär zu Mit­ter­leh­ner loy­al war, er war kei­ner von die­ser Kurz -Trup­pe“, er­zählt ein Ge­werk­schaf­ter.

FSG-Chef Kat­zi­an sagt in ei­ner of­fi­zi­el­len Stel­lung­nah­me auf KU­RI­ER-An­fra­ge: „Ich ha­be Harald Mah­rer bis­her als Per­son ken­nen­ge­lernt, die sich für die Pro­ble­me der Ar­beits­welt und die In­ter­es­sen der Ar­beit­neh­me­rIn­nen durch­aus in­ter­es­siert ge­zeigt hat.“

Beur­tei­len wer­de man ihn letzt­end­lich an sei­nen kon­kre­ten Ta­ten kön­nen. Kat­zi­an: „Wenn Mah­rer die Be­reit­schaft zeigt, ei­ne Part­ner­schaft auf Au­gen­hö­he mit ÖGB und Ar­bei­ter­kam­mer ein­zu­ge­hen, dann steht ei­ner ge­mein­sa­men und ko­ope­ra­ti­ven An­stren­gung zur Be­wäl­ti­gung der Zu­kunfts­fra­gen nichts im We­ge.“

In­dus­trie er­war­tet von Harald Mah­rer Struk­tur­re­for­men

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