Der gro­ße Show­down in Eu­ro­pa

Salz­burg steht vor dem Auf­stieg in die K.-o-Run­de, auch die Wie­ner Aus­tria hat wie­der Hoff­nung

Kurier (Samstag) - - SPORT - VON ALEXANDER STRECHA UND STE­PHAN BLUMENSCHEIN

Der Re­chen­schie­ber hat nach den Herbst­fe­ri­en wie­der Sai­son: Die ös­ter­rei­chi­schen Ver­tre­ter in der Eu­ro­pa Le­ague sind zwei Run­den vor En­de der Grup­pen­pha­se noch im Ren­nen um den Auf­stieg in die nächs­te Run­de. So­wohl Meis­ter Salz­burg als auch Vi­zemeis­ter Aus­tria ha­ben die Mög­lich­keit, sich in dem Wis­sen in den Win­ter­schlaf zu be­ge­ben, dass man auch im Früh­jahr noch ei­nen Auf­tritt auf der in­ter­na­tio­na­len Büh­ne hat.

Salz­burg hat da­bei die weit­aus bes­se­ren Kar­ten als die Aus­tria und ist trotz der Null­num­mer ge­gen Konyaspor in der Red-Bull-Are­na wei­ter Ers­ter in Grup­pe I. Auch ein Sieg am Don­ners­tag hät­te nicht ge­reicht, um den Auf­stieg zu fi­xie­ren, weil Mar­seil­le im Par­al­lel­spiel in Gui­marães mit 0:1 un­ter­lag.

Gu­te Kar­ten

Die Si­tua­ti­on sei ge­nau­so wie vor dem Spiel, sag­te Trai­ner Mar­co Ro­se: „Wir ha­ben uns ei­ne gu­te Aus­gangs­po­si­ti­on ge­schaf­fen, an der müs­sen wir wei­ter­ar­bei­ten.“

Et­was hat sich aber schon ge­än­dert: Salz­burg kann im fünf­ten Grup­pen­spiel aus ei­ge­ner Kraft in die ers­te K.-o.-Run­de auf­stei­gen. Ein Heim­sieg am 23. No­vem­ber ge­gen Vi­to­ria Gui­marães reicht näm­lich in je­den Fall, egal, wie das zwei­te Grup­pen­spiel Konyaspor ge­gen Mar­seil­le en­det.

Auch ein Re­mis ge­gen die Por­tu­gie­sen könn­te be­reits ge­nü­gen, wenn Mar­seil­le in Konya ge­win­nen soll­te oder die Par­tie in der Tür­kei mit ei­nem Un­ent­schie­den en­det. Soll­te Konyaspor al­ler­dings ge­win­nen, dann müss­te auch Salz­burg sie­gen. Ge­lingt das nicht, dann kommt es An­fang De­zem­ber in Mar­seil­le zu ei­nem Fi­nal­spiel um den Auf­stieg.

Prin­zip Hoff­nung

Auch die Aus­tria darf wie­der vom Auf­stieg träu­men, da in Ri­je­ka der da­für be­nö­tig­te Sieg ge­lang. „Na­tür­lich dür­fen wir wie­der hof­fen“, weiß Trai­ner Thors­ten Fink. „Es bleibt je­den­falls span­nend.“ Ein Wei­ter­kom­men der Aus­tria hängt aber von mehrE­ven­tua­li­tä­ten ab als im Fal­le Salz­burgs. Am 23. No­vem­ber gas­tie­ren die Veil­chen im San Si­ro bei AC Mi­lan. Selbst wenn sie dort ei­ne Nie­der­la­ge kas­sie­ren soll­ten, könn­te es am letz­ten Spiel­tag am7. De­zem­ber zu ei­nem Fi­na­le in Wi­en ge­gen AEK At­hen kom­men. Dann näm­lich, wenn die Grie­chen da­heim nicht ge­gen Ri­je­ka ge­win­nen.

Frech­heit siegt

Doch die Aus­tria möch­te in Mai­land über­ra­schen und viel­leicht für ei­ne Sen­sa­ti­on sor­gen. Wie vor ei­nem Jahr beim 3:3 ge­gen AS Ro­ma. „Aus­wärts sind wir im­mer für et­was gut“, sagt Fink und lacht. „Da­tre­ten wir frech auf. Weil wir auch al­les kön­nen, vonBall­be­sitz bis zu­mKon­ter. Dies­mal hat al­les per­fekt ge­klappt.“Vor al­lem für den jun­gen Do­mi­nik Prokop, der als Dop­pel­tor­schüt­ze Mann des Abends war und so­gar ins Eu­ro­pa-Le­ague-Team der Run­de ge­wählt wur­de.

Die Aus­tria zeigt un­ter Fink im Eu­ro­pa­cup zwei Ge­sich­ter: Da­heim pfui, aus- wärts hui. Viel­leicht, weil man aus­wärts die Schnel­lig­keit der Of­fen­siv­spie­ler bes­ser zur Gel­tung bringt. Fink sucht und fin­det die Grün­de da­für je­doch viel mehr im men­ta­len Be­reich. „Wir wis­sen, dass wir aus­wärts je­der Mann­schaft weh­tun kön­nen. Das steckt of­fen­sicht­lich in den Köp­fen drin­nen, es hat sich im Lau­fe der Zeit ma­ni­fes­tiert. Wir ha­ben aus­wärts kei­ne Angst mehr.“

Da­für aber da­heim im Wie­ner Pra­ter? „Da wol­len wir nach vor­ne spie­len. Wenn wir den Ball aber hin­ten­rum spie­len, wer­den ei­ni­ge Zu­schau­er ner­vös und un­ge­dul­dig.“Auch das wis­sen die Spie­ler und le­gen da­her selbst Ner­vo­si­tät an den Tag. „Das ist ei­ne men­ta­le Sa­che.“Fink ver­gleicht das Spiel sei­ner Mann­schaft mit ei­nem Box­kampf: „Du be­rei­test al­les vor, um dann den ent­schei­den­den Schlag lan­den zu kön­nen.“Puls4 ent­schied sich, der Span­nung Rech­nung zu tra­gen und über­trägt Aus­tri­as Gast­spiel bei Mi­lan.

Be­ju­belt: Der zwei­fa­che Tor­schüt­ze Prokop wur­de von der UE­FA so­gar ins Team der Run­de ge­wählt

Vol­le Kraft vor­aus: Be­ri­sha und sei­ne Salz­bur­ger Kol­le­gen ha­ben den Auf­stieg schon vor Au­gen

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