Sex-Vor­wür­fe: Peter Pilz in Be­dräng­nis

Par­la­ment. Klub­gel­der und Bü­ros noch of­fen

Kurier (Samstag) - - TITELSEITE - – RAFFAELA LINDORFER

Mit­ar­bei­te­rin im Grü­nen Klub sagt, sie sei mehr­fach be­läs­tigt wor­den, er wehrt sich

Dai­sy, Car­la und Smar­ty hie­ßen sie, die Hun­derln und Kat­z­erln, die von Grü­nen Ab­ge­ord­ne­ten bei ei­ner Son­der­sit­zung am 4. Ok­to­ber in Sze­ne ge­setzt wur­den. Da ahn­te noch nie­mand, dass dies der letz­te Grü­ne Ak­tio­nis­mus im Par­la­ment sein wür­de.

Das The­ma Wel­pen­han­del wird die Po­li­tik wei­ter be­schäf­ti­gen ( sie­he Chro­nik) – die Grü­nen ha­ben dann nichts mehr mit­zu­re­den. Im neu­en Na­tio­nal­rat, der sich am 9. No­vem­ber kon­sti­tu­iert, fül­len Ab­ge­ord­ne­te von Ne­os und Peter Pilz ih­re Rei­hen.

Wie sie sich die­se Plät­ze ge­nau auf­tei­len, müs­sen die bei­den Frak­tio­nen bis Mon­tag aus­ver­han­deln. Nach der Prä­si­dia­le am Frei­tag stand nur fest, dass die SPÖ – wie bis­her – von der Re­gie­rungs­bank aus ge­se­hen ganz links sit­zen wird, die FPÖ mit­te­und die ÖVP au­ßen-rechts.

Ju­ris­ti­sches Neu­land

Pro­ble­me wie die­se wür­den sich die Grü­nen ge­ra­de wün­schen, für sie wird die nächs­te Wo­che zur Zit­ter­par­tie.

Un­klar ist noch im­mer, ob die vier Bun­des­rä­te wei­ter­hin als Frak­ti­on an­er­kannt blei­ben und ih­nen da­mit ei­ne Pro-Kopf-För­de­rung von 26.400 Eu­ro zu­steht. Ab­ge­se­hen von ih­ren ei­ge­nen Ge­häl­tern blie­ben ih­nen sonst kei­ne fi­nan­zi­el­len Mit­tel für po­li­ti­sche Ak­ti­vi­tä­ten oder Per­so­nal.

Die Bun­des­rä­te, die drei EU-Ab­ge­ord­ne­ten, Ge­schäfts­füh­rung und der dann ar­beits­lo­se Ex-Ab­ge­ord­ne­te Wer­ner Kog­ler als Par­tei­ob­mann – al­so das, was von der Grü­nen Par­tei üb­rig ge­blie­ben ist – will sich bei ei­ner in­ter­nen Klau­sur am Frei­tag neu kon­sti­tu­ie­ren: Als Par­la­ments­klub oh­ne Na­tio­nal­rats­frak­ti­on. Das ist ei­ne No­vi­tät und ju­ris­tisch noch nicht ganz ge­klärt. Die Ent­schei­dung, wie mit den Rest-Grü­nen um­ge­gan­gen wird, be­hält sich der neue Na­tio­nal­rats­prä­si­dent vor.

Für den Pos­ten des Klub­chefs kom­men die Bun­des­rä­te Ewa Dzied­zic und Da­vid Stög­mül­ler in­fra­ge, heißt es aus der Par­tei – aus dem ein­fa­chen Grund, dass sie in Wi­en sess­haft sind und noch ein Man­dat ha­ben.

Am Mitt­woch, wenn die Le­gis­la­tur­pe­ri­ode of­fi­zi­ell en­det, müs­sen die Klub­räum­lich­kei­ten in der Lö­wel­stra­ße ge­räumt sein. Ei­nes von bis­her vier Stock­wer­ken dür­fen die Bun­des­rä­te wei­ter nut­zen. Das sind 200 Qua­drat­me­ter mit Bü­ros, EDV-An­la­gen und ei­ner Kaf­fee­kü­che. Die­se letz­te „Wär­me­stu­be“müs­sen sie ver­las­sen, so­bald fest­steht, wel­che Frak­ti­on die Bü­ros der ehe­mals 21 Grü­nen Na­tio­nal­rats­ab­ge­ord­ne­ten be­kommt. In­fra­ge kommt die Lis­te Pilz mit sie­ben Ab­ge­ord­ne­ten.

Ein letz­tes Mal Grü­ner Ak­tio­nis­mus bei Son­der­sit­zung im Ok­to­ber

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