Kin­der­gar­ten- Chef klagt Dön­mez

ÖVP-Po­li­ti­ker muss du­bio­se Be­haup­tun­gen un­ter­las­sen, Ent­schei­dung nicht rechts­kräf­tig

Kurier (Samstag) - - CHRONIK - VON KID MÖCHEL

Für den Ex-Grü­nen und heu­ti­gen ÖVP-Na­tio­nal­rat Ef­ga­ni Dön­mez ha­ben Ak­tio­nen im Wahl­kampf ge­gen an­geb­li­che is­la­mis­ti­sche Kin­der­gär­ten ein recht­li­ches Nach­spiel. Das Lan­des­ge­richt Linz hat Mit­te Ok­to­ber auf An­trag von Fouad A., Ob­mann ei­nes Wie­ner Kin­der­gar­ten-Ver­eins, ei­ne Einst­wei­li­ge Ver­fü­gung er­las­sen. Dön­mez muss die Be­haup­tun­gen un­ter­las­sen, dass ge­gen A. „ein Er­mitt­lungs­ver­fah­ren nach dem Sucht­mit­tel­ge­setz so­wie Fi­nanz­straf­ver­fah­ren we­gen Steu­er­hin­ter­zie­hung und Schwarz­geld lau­fen“. Auch darf er nicht mehr be­haup­ten, des­sen Kin­der­gar­ten-Ver­ein „ste­he im Ein­fluss­be­reich der is­la­mis­ti­schen Mus­lim­bru­der­schaft“.

Der ge­bür­ti­ge Ägyp­ter und ös­ter­rei­chi­sche Staats­bür­ger A., des­sen Frau Mar­git den Kin­der­gar­ten mit 45 Mit­ar­bei­tern und 275 Kin­dern führt, hat den Po­li­ti­ker auf Wi­der­ruf und Scha­den­er­satz ge­klagt. „Mein Man­dant ist ein kreuz­bra­ver Kerl und er leis­tet wert­vol­le In­te­gra­ti­ons­ar­beit“, sagt An­walt Wolf­gang Hoefert. „Wir ha­ben auch ei­ne An­zei­ge we­gen An­stif­tung zum Amts­miss­brauch ge­gen Herrn Dön­mez ein­ge­bracht.“Ei­ne Kla­ge we­gen Kre­dit­schä­di­gung soll noch fol­gen.

Dön­mez hat­te am 13. Ju­li 2017 in ei­ner Ser­vus-TV- Sen­dung über Ver­eins­ob­mann Fouad A. be­haup­tet: „Wenn­man­sich­denLPD- Aus­zug an­schaut, dann er­scheint dort ei­ne Be­denk­lich­keits­mel­dung. Ge­gen den Herrn läuft ein Er­mitt­lungs­ver­fah­ren nach dem Sucht­gift­ge­setz, we­gen Steu­er­hin­ter­zie­hung und Schwarz­geld“. Zur Er­klä­rung: Das Kür­zel LPD steht für Lan­des­po­li­zei­di­rek­ti­on. Zu­gleich wur­de laut Kla­ge auf der Dön­mez-Home­page ei­ne Ver­flech­tung mit der Mus­lim­bru­der­schaft her­ge­stellt und der Ent­zug „der Be­wil­li­gung zur Füh­rung von Kin­der­gär­ten“ge­for­dert.

Die Fak­ten: Fuad A. ist zwar von ei­nem Ex­Mit­ar­bei­ter bei der Fi­nanz an­ge­zeigt wor­den. Die hat das Ver­fah­ren be­reits am 14. Sep­tem­ber 2016 ein­ge­stellt. Sämt­li­che Vor­wür­fe er­wie­sen sich „als un­rich­tig“. Zwei­tens: Fouad A. ist am 12. Jän­ner 2017 im Lan­des­ge­richt Wi­en in der an­geb­li­chen Sucht­gift-Cau­sa rechts­kräf­tig frei­ge­spro­chen wor­den – ein hal­bes Jahr, be­vor Dön­mez sei­ne Be­haup­tung in Ser­vus TVauf­stell­te. Die Rich­te­rin hielt im Ur­teil fest, dass der Haupt­zeu­ge in der Ver- hand­lung sei­ne Be­las­tung glaub­haft zu­rück­nahm und ge­stand, vor der Po­li­zei falsch aus­ge­sagt zu ha­ben. „Mein Man­dant ist in die­ses Straf­ver­fah­ren ge­ra­ten wie die Jung­frau zum Kind“, sagt An­walt Hoefert. Laut Straf­re­gis­ter hat Fouad A. ei­ne wei­ße Wes­te.

In­des be­kämpft der ÖVP-Man­da­tar die Ver­fü­gung bzw. die Kla­ge. Dön­mez be­haup­tet, dass ihm die­se nicht zu­ge­stellt wur­de. Da­zu führt er an, dass die Zu­stell­kar­te in ei­nem fal­schen Post­fach ge­lan­det sein könn­te oder „durch un­glück­li­che Ver­qui­ckung un­vor­her- seh­ba­rer Zu­fäl­le un­ter Wer­be­schrif­ten ge­rutscht“sei und für ihn nicht sicht­bar war.

Mitt­ler­wei­le liegt ihm die Kla­ge vor. Dön­mez be­haup­tet, dass ihm das Po­li­zei­do­ku­ment über A. aus dem Um­feld der zu­stän­di­gen Be­hör­den zu­ge­spielt wur­de – in sei­ner Funk­ti­on „als Jour­na­list“. Da­her be­ruft er sich auf das Re­dak­ti­ons­ge­heim­nis im Me­di­en­ge­setz, sprich auf den Iden­ti­täts­schutz für In­for­man­ten. Und: Da die Ver­fah­rens­ein­stel­lung und der Frei­spruch von Fouad A. in „kei­ner für Dön­mez wahr­nehm­ba­ren Wei­se öf­fent­lich kom­mu­ni­ziert wur­de, konn­te er zum Zeit­punkt der TV-Sen­dung von der Rich­tig­keit sei­ner Äu­ße­rung aus­ge­hen“, heißt es in der Kla­ge­be­ant­wor­tung. Dön­mez teil­te Frei­tag­abend per SMS mit, er ha­be die An­ga­ben auf sei­ner Home­page be­reits be­rich­tigt. Es ge­he den Herr­schaf­ten nur dar­um, „je­ne, die sich kri­tisch mit de­ren schlei­chen­der Is­la­mi­sie­rungs­ar­beit aus­ein­an­der­set­zen, mit Kla­gen mund­tot zu ma­chen“.

Ex-Grü­ner Ef­ga­ni Dön­mez hat mas­si­ven recht­li­chen Är­ger am Hals. Er leg­te ge­gen Kla­ge Rechts­mit­tel ein

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