Der Ge­nuss, ei­ner Schild­krö­te in den Darm zu schau­en

Kurier (Samstag) - - KULTUR - – P.P.

Log­buch des Le­bens. 1940 ging die Welt vor die Hun­de, und der spä­te­re Li­te­ra­tur-No­bel­preis­trä­ger John St­ein­beck („Früch­te des Zorns“) brann­te dar­auf, ei­ne Mee­res­schild­krö­te auf­zu­schnei­den, um fest­zu­stel­len, dass sie Hoch­see-Schein­hum­mer ge­fres­sen hat­te. Er brann­te dar­auf = sei­ne Wor­te. Die Gus­to sind ver­schie­den.

Denk­mal

St­ein­becks Ex­pe­di­ti­on auf ei­nem Fisch­kut­ter ent­lang der ka­li­for­ni­schen Küs­te ver­lief als in­ter­es­sier­tes Sam­meln, Schnei­den und Kon­ser­vie­ren von haupt­säch­lich Weich­tie­ren. Der „grü­ne“Schrift­stel­ler hat­te sich dem Mee­res­bio­lo­gen Ed Rick­letts an­ge­schlos­sen. (In „Die Stra­ße der Öl­sar­di­nen setz­te er ihm ein Denk­mal.) Das For­schungs­ge­biet war da­mals noch nicht für den Tou­ris­mus er­schlos­sen ge­we­sen.

Man könn­te glau­ben, es ge­he hier um Aben­teu­er bei Kan­ni­ba­len oder hung­ri­gen Lö­wen ... und dann wur­de ei­ne Napf­schne­cke ge­fan­gen. Das hat Reiz.

1962 gab es den No­bel­preis: John St­ein­beck (1902–1968)

John St­ein­beck: „Log­buch des Le­bens“Über­setzt von Hen­ning Ahrens. Ma­re Ver­lag. 368 Sei­ten. 32,90 Eu­ro. KU­RI­ER-Wer­tung:

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