Die SPÖ soll­te noch ei­nen „Zahn zu­le­gen“

OGM-Stu­die. Der­zeit nur Platz drei für Kanz­ler

Kurier - - FRONT PAGE - VON RAF­FAE­LA LINDORFER

Hät­ten die Ös­ter­rei­cher ges­tern, Sonn­tag, ge­wählt, wür­de der neue Bun­des­kanz­ler Se­bas­ti­an Kurz hei­ßen, und sein Vi­ze wä­re Heinz-Chris­ti­an Stra­che. Das geht aus ei­ner Um­fra­ge des Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tuts OGM im Auf­trag des KU­RI­ER her­vor. Da es bis zum Tag X noch 76 Ta­ge sind, ist OGM- Chef Wolf­gang Bach­may­er aber vor­sich­tig mit der­lei Pro­gno­sen. Klar ist für ihn nur: Wol- len die Ro­ten in der Re­gie­rung blei­ben, müs­sen sie ei­nen Zahn zu­le­gen. In der Kanz­ler-Di­rekt­wahl von ver­gan­ge­ner Woche liegt Amts­in­ha­ber Chris­ti­an Kern hin­ter sei­nem ÖVP-Kon­tra­hen­ten Se­bas­ti­an Kurz (37 zu 32 Pro­zent). Bei den Ko­ali­ti­ons­wün­schen führt der­zeit Schwarz-Blau (mit 20 Pro­zent) vor der Drei­er-Ko­ali­ti­on mit SPÖ, Grün und Ne­os.

Hät­ten die Ös­ter­rei­cher ges­tern, Sonn­tag, ge­wählt, wür­de der neue Bun­des­kanz­ler Se­bas­ti­an Kurz hei­ßen, und sein Vi­ze wä­re Heinz-Chris­ti­an Stra­che. Das geht aus ei­ner Um­fra­ge des Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tuts OGM im Auf­trag des KU­RI­ER her­vor.

Bis zum Tag X sind es noch 76 Ta­ge. Für OGM-Chef Wolf­gang Bach­may­er ist schon jetzt klar: Will die SPÖ in der Re­gie­rung blei­ben, muss sie ei­nen Zahn zu­le­gen. Nicht nur, dass Amts­in­ha­ber Chris­ti­an Kern in der Kanz­lerFra­ge von ver­gan­ge­ner Woche hin­ter sei­nem ÖVP-Kon­tra­hen­ten Kurz liegt, (37 zu 32 Pro­zent), auch beim vor­lie­gen­den Er­geb­nis zur Ko­ali­ti-

ons-Prä­fe­renz zeigt sich: Ei­ne Neu­auf­la­ge von Rot-Schwarz bzw. -Tür­kis fin­den die 503 Be­frag­ten kaum er­stre­bens­wert (sie­he Gra­fik).

Ei­ne Drei­er­kon­stel­la­ti­on von Rot-Grün-Ne­os wird sich – ob­wohl sie un­ter den Be­frag­ten die zweit­liebs­te Va­ri­an­te ist – rech­ne­risch nicht aus­ge­hen. In der letz­ten OGM-Sonn­tags­fra­ge kam die SPÖ auf 26 Pro­zent, die Grü­nen mit der neu­en Spit­zen­kan­di­da­tin Ul­ri­ke Lu­n­acek auf sie­ben und die Ne­os auf fünf Pro­zent. Er­gibt nur 38 Pro­zent, was weit ent­fernt ist von ei­ner nö­ti­gen Mehr­heit im Par­la­ment.

Ver­lie­rer-Ko­ali­ti­on?

ÖVP und FPÖ könn­ten zu­sam­men mit 58 Pro­zent lo­cker durchs Ziel lau­fen (32 und 26 Pro­zent). OGM-Chef Bach­may­er schließt aber nicht aus, dass sich der Zweit­plat­zier­te mit dem Drit­ten zu­sam­men­tut – al­so SPÖ und FPÖ. „Es kommt dar­auf an, wie viel Vor­sprung die ÖVP mit Se­bas­ti­an Kurz hat. Ei­ne Ko­ali­ti­on aus zwei deut­li­chen Ver­lie­rern wird po­li­tisch schwie­rig wer­den“, merkt Bach­may­er an.

Und was wol­len die Stamm­wäh­ler? In der De­tail­aus­wer­tung zeigt sich, dass SPÖ-Wäh­ler in­ter­es­san­ter­wei­se ei­ne Neu­auf­la­ge der Gro­ßen Ko­ali­ti­on prä­fe­rie­ren – zu im­mer­hin 40 Pro­zent. 30 Pro­zent wol­len die bun­te Drei­er-Kom­bi aus Rot­Grün-Ne­os.

Un­ter den ÖVP-Wäh­lern wünscht sich fast die Hälf­te ei­ne Part­ner­schaft mit den Frei­heit­li­chen (49 Pro­zent), und die Sym­pa­thie ist beid­sei­tig: 48 Pro­zent der FPÖ­ler sind da­für. Kla­rer­wei­se will das je­wei­li­ge Stamm­kli­en­tel den ei­ge­nen Par­tei­chef als Kanz­ler se­hen. Die Stra­cheFans wür­den sich zu 23 Pro­zent aber so­gar mit dem Vi­ze- Pos­ten be­gnü­gen.

Für Bach­may­er nicht wei­ter ver­wun­der­lich: „Das Er­folgs­pro­gramm von Kurz zur Flücht­lings­fra­ge ist ja im Prin­zip ein Pro­gramm der FPÖ aus den ver­gan­ge­nen 25 Jah­ren. Man er­kennt Punk­te aus Jörg Hai­ders ’Ös­ter­reich zu­erst’-Volks­be­geh­ren von 1992 wie­der.“

Von den SPÖ-Wäh­lern könn­ten es sich 14 Pro­zent mit den Blau­en vor­stel­len, was sich Bach­may­er so er­klärt: „Auch Bun­des­kanz­ler Kern stellt ei­ni­ge ähn­li­che For­de­run­gen. Noch vor 20 Jah­ren hät­te da je­der ge­stan­de­ne Lin­ke ei­nen kal­ten Schau­er über den Rü­cken be­kom­men.“

„Er­folgs­pro­gramm zur Flücht­lings­fra­ge von Kurz ist je­nes der FPÖ aus den letz­ten 25 Jah­ren.“Wolf­gang Bach­may­er Mei­nungs­for­scher

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