Du­brov­nik lockt mit Ga­mes of Thro­nes

Ga­me of Thro­nes. Du­brov­nik pro­fi­tiert nicht nur von sei­ner ge­schich­te, son­dern auch von ei­ner fan­ta­sy-se­rie

Kurier - - FRONT PAGE - VON

Die kroa­ti­sche Welt­kul­tur­er­be-Stadt pro­fi­tiert von der Fan­ta­sy-Se­rie. Sie ist Ku­lis­se da­für.

„Ein ab­so­lu­ter ge­winn“, er­klärt iva­na ra­dić, pro­dukt­ent­wick­le­rin beim Eli­te rei­se­bü­ro in Du­brov­nik, im ge­spräch mit dem ku­ri­Er. Be­reits seit mai 2013 bie­tet ih­re fir­ma the­men-stadt­füh­run­gen zur film­staf­fel „ga­me of thro­nes“an (die sie­ben­te staf­fel läuft der­zeit bei sky). und die wer­den ge­bucht wie sonst nur die son­nen­schir­me am stadt­strand öst­lich der Alt­stadt: min­des­tens ein mal am tag zieht ein Eli­te­gui­de durch die welt­kul­tur­er­be-stadt, um ei­ne grup­pe got-Be­geis­ter­ter an die ori­gi­nal-Dreh­or­te zu füh­ren. kroa­ti­en hat so­mit nach den se­en von plit­vice sei­nen zwei­ten film­ku­lis­sen-schauplatz, der die mas­sen an­zieht. wäh­rend je­doch die deutsch­spra­chi­gen win­ne­tou-fans in den schluch­ten von plit­vice nicht wei­ter auf­fal­len, wur­de ga­me of thro­nes in Du­brov­nik zu­letzt ei­ne un­über­seh­ba­re, un­über­hör­ba­re grö­ße.

Herz von Kö­nigs­mund

Die se­ri­en­be­geis­ter­ten tou­ris­ten le­gen 57,50 Eu­ro ab und wer­den dann drei­ein­halb st­un­den durch die gas­sen der Alt­stadt so­wie über die his­to­ri­schen stadt­mau­ern be­wegt. wer da­von nicht ge­nug an Er­in­ne­rung hat, lässt sich an­schlie­ßend in ei­nem fo­to­stu­dio mit ei­ge­ner ku­lis­se fo­to­gra­fie­ren. Auf ih­rem weg durch die Alt­stadt und über die mit­tel­al­ter­li­chen stadt­mau­ern se­hen die got-fans un­ter an­de­rem die fe­s­tung lo­vri­je­nac, die am west­li­chen rand der Alt­stadt auf ei­nem 37 me­ter ho­hen fels­vor­sprung thront, den minče­ta turm oder das Ar­bo­re­tum in trs­te­no.

An­de­res als die wirk­lich­keit be­geis­tert sie an den orin­gi­nal­schau­plät­zen der fan­ta­sy-film­rei­he. Dass die fe­s­tung lo­vri­je­nac be­reits im 14. bis 16. jahr­hun­dert er­rich­tet wur­de, wird von den got­lern zur kennt­nis ge­nom­men. Ent­schei­den­der für sie aber ist, dass sich hier das herz von kö­nigs­mund be­fand. Beim minče­ta turm, der über der Alt­stadt thront, den­ken sie wie­der­um an das mys- te­riö­se haus der un­sterb­li­chen. und eher skur­ril wird es dann, wenn sich men­schen zum zau­ber­haf­ten Bo­ta­ni­schen gar­ten von trs­te­no brin­gen las­sen, um dort nicht die au­ßer­ge­wöhn­li­che pflan­zen­welt zu be­wun­dern, son­dern an die film­sze­nen den­ken, in de­nen lord va­rys und der klein­wüch­si­ge ty­ri­on durch die gär­ten des pa­las­tes spa­zie­ren, um neue ver­schwö­run­gen zu pla­nen.

tou­ris­ti­ke­rin ra­dić zeigt sich des­sen un­ge­ach­tet mehr als zu­frie­den: „Die got-tou­ren sind für uns sehr wich­tig ge­wor­den, sie ma­chen in­zwi­schen zehn pro­zent un­se­rer ta­ges­ein­nah­men aus.“Da­zu muss man wis­sen: Das Eli­te­rei­se­bü­ro zählt zu den Du­brov­ni­ker platz­hir­schen. Es be­schäf­tigt 32 stadt­füh­rer und kauft dar­über hin­aus leis­tun­gen von de­ren kol­le­gen zu. ra­dić geht auch da­von aus, dass die tou­ris­ti­sche Des­ti­na­ti­on Du­brov­nik auch ins­ge­samt vom ku­lis­sen-hy­pe pro­fi­tiert. ob das sei­nen an­ge­stamm­ten Be­woh­nern ge­fällt, steht in­des auf ei­nem an­de­ren Blatt. Die meis­ten kom­men nur mehr zum Ar­bei­ten in die stadt, weil sie sich das leben in der teu­er ge­wor­de­nen ku­lis­sen-stadt nicht mehr leis­ten kön­nen.

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