Erst kam der Re­gen, dann die deut­schen Trä­nen

Se­mi­fi­nal-Geg­ner. 2:1 – Dä­ne­mark über­rascht bei der Frau­en-EM ge­gen den Se­ri­en­sie­ger aus Deutsch­land.

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Es war zu­sam­men mit dem Auf­stieg der Ös­ter­rei­che­rin­nen die größ­te Über­ra­schung die­ser EM. Die er­folgs­ver­wöhn­ten deut­schen Da­men müs­sen be­reits nach dem Vier­tel­fi­na­le ih­ren Traum vom neun­ten EM-Ti­tel be­gra­ben. Mit rund 15 St­un­den Ver­spä­tung un­ter­la­gen die Tur­nier­fa­vo­ri­tin­nen im Vier­tel­fi­na­le Dä­ne­mark in Rot­ter­dam mit 1:2 (1:1) und ver­pass­ten da­mit erst­mals seit 1989 den Ein­zug in ein EMSe­mi­fi­na­le. Das Spiel hät­te be­reits Sams­tag über die Büh­ne ge­hen sol­len, doch hef­ti­ge Re­gen­fäl­le mach­ten den Ra­sen im Rot­ter­da­mer Spar­ta-Sta­di­on un­be­spiel­bar.

„Uns hat ein­fach die Ag- gres­si­vi­tät und die Über­zeu­gung ge­fehlt“, sag­te Tor­frau Al­muth Schult und füg­te an: „Es ist bit­ter: Wenn man seit Wo­chen den Rhyth­mus hat und dann hier um 11 Uhr raus muss zum Warm­ma­chen, das ist ei­ne Ka­ta­stro­phe.“

Be­gon­nen hat al­les pro­gramm­ge­mäß: Die Ti­tel­ver­tei­di­ge­rin­nen er­wisch­ten vor 5251 Zu­schau­ern ei­nen op­ti­ma­len Start. Schon nach drei Mi­nu­ten ge­lang den Olym­pia­sie­ge­rin­nen bei er­neu­ten Re­gen­fäl­len der ers­te Tur­nier­tref­fer aus dem Spiel her­aus. Wenn auch un­ter Mit­hil­fe der Tor­hü­te­rin Sti­na Pe­ter­sen, die gro­ße Mü­he beim Dis­tanz­schuss von Ker­schow­ski von der Straf­raum­gren­ze hat­te und sich den Ball selbst ins Tor box­te.

Vie­le Chan­cen

Di­rekt im Ge­gen­zug ließ die für Wolfs­burg spie­len­de Tor­jä­ge­rin Har­der ei­ne gu­te Aus­gleichs­mög­lich­keit lie­gen. De­mann und Door­soun schei­ter­ten mit Ver­su­chen aus der Fer­ne an Pe­ter­sen, die sich nach ih­rem Faux­pas beim 0:1 wie­der ge­fan­gen hat­te und nach dem Wech­sel auch zwei Mal ge­gen Dall­mann pa­rier­te. Na­dia Na­dim glich mit ei­nem wuch­ti­gen Kopf ball für die nie auf­ste­cken­den Dä­nin­nen aus. In der 83. Mi­nu­te traf Niel­sen zum Sieg – wie­der per Kopf. Am En­de wein­ten die deut­schen Da­men. DFB-Te­am­che­fin St­ef­fi Jo­nes kri­ti­sier­te ih­re Spie­le­rin­nen: „Der Sie­ges­wil­le war nicht so groß wie der von Dä­ne­mark.“Aber sie ver­tei­dig­te die Si­tua­ti­on: „Wir sind in ei­nem Ve­rän­de­rungs­pro­zess. Die­se Er­fah­rung ist hart, aber wich­tig. Wir wer­den stär­ker zu­rück­kom­men.“Ob die Nach­fol­ge­rin von Ti­tel­samm­le­rin Silvia Neid dann noch im Amt ist, wird der DFB ent­schei­den.

Sonn­tag­abend wur­de dann der letz­te Teil­neh­mer für die Se­mi­fi­na­le er­mit­telt. Ös­ter­reichs Grup­pen­geg­ner Frank­reich ver­lor 0:1 ge­gen En­g­land. Jo­die Tay­lor schoss das Gold­tor (60.).

Freud und Leid: Wäh­rend die Dä­nin­nen (oben) den Auf­stieg ins Halb­fi­na­le be­ju­beln, sind die deut­schen Da­men auf dem Bo­den der Rea­li­tät an­ge­kom­men

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