„Das In­ter­net ist ei­ne Land­kar­te?“ Bil­dung.

Im A1 Cam­pus ler­nen vor al­lem Kin­der und Se­nio­ren den rich­ti­gen Um­gang mit dem World Wi­de Web

Kurier - - WIRTSCHAFT - VON THE­RE­SA BITTERMANN

Trotz Fe­ri­en­zeit tum­meln sich im A1-Aus­bil­dungs­zen­trum um neun Uhr Früh be­reits vie­le neu­gie­ri­ge und wiss­be­gie­ri­ge jun­ge Ge­sich­ter. Ei­nen ei­ge­nen Co­mic on­li­ne gestal­ten – dar­um geht es heu­te. „Wie kann ich denn den Ge­sichts­aus­druck ver­än­dern? Und wie mach ich, dass die Fi­gur was sagt?“, sind ei­ni­ge der Fra­gen. All­ge­mei­ne Be­geis­te­rung ent­facht un­ter den jun­gen Teil­neh­mern.

Wäh­rend der Schul­zeit wer­den Work­shops zu Schwer­punk­ten wie: „Selbst­dar­stel­lung im In­ter­net“, „Co­de Lab: Spie­le pro­gram­mie­ren“oder „das Han­dy in der Schu­le“an­ge­bo­ten. Die Work­shops wur­den in Zu­sam­men­ar­beit mit dem Kin­der­bü­ro der Uni­ver­si­tät Wi­en ent­wi­ckelt. „Un­se­re Ex­per­ti­se ist das di­gi­ta­le Leben. Das Kin­der­bü­ro be­treut die Work­shops mit den Sie­ben­bis 14-Jäh­ri­gen und bie­tet den päd­ago­gi­schen Hin­ter­grund“, er­klärt Ire­ne Ja­ko­bi , Lei­te­rin der Nach­hal­tig­keits­ab­tei­lung bei der Te­le­kom Aus­tria. Auch mit Ex­per­ten der EU-Initia­ti­ve „Sa­fer­in­ter­net“wird zu­sam­men­ge­ar­bei­tet. „Kin­der kön­nen die Kon­se­quen­zen im Netz oft nicht ab­schät­zen. Die fin­den ein Fo­to von sich lus­tig und la­den das hoch“, schil­dert Ja­ko­bi. Ein Be­wusst­sein für Si­cher­heit im Netz her­an­zu­bil­den sei Teil der Kur­se.

El­tern­aben­de sind ein wei­te­rer Pro­gramm-Be­stand­teil: Hier könn­ten El­tern per­sön­li­che Sor­gen ein­brin­gen und sich von Ex­per­ten be­ra­ten las­sen. Ver­bie­ten sei der fal­sche An­satz, bes­ser sei sich ge­mein­sam dem The­ma zu wid­men und zeit­li­che Be­gren­zun­gen bei der In­ter­net­nut­zung zu ver­ein­ba­ren, rät ei­ne Ex­per­tin aus dem Kin­der­bü­ro. Work­shops für Schu­len fin­den im­mer vor­mit­tags statt und „sind je­des Mal in kür­zes­ter Zeit aus­ge­bucht“. Nach­mit­tags gibt es den di­gi­ta­len Lern­raum, zum ge­mein­sa­men Haus­auf­ga­ben ma­chen und spie­le­ri­schen Wei­ter­bil­den.

Co­ding gilt als Kom­pe­tenz der Zu­kunft: Die Funk­ti­ons­wei­se von Pro­gram­men wird in den Kur­sen spie­le­risch ver­mit­telt. Tech­ni­sches Ver­ständ­nis wird so in die Her­an­bil­dung der Kin­der ein­ge­bun- den. „Uns geht es auch dar­um al­ter­na­ti­ve Be­rufs­bil­der auf­zu­zei­gen, Mäd­chen zu tech­ni­schen Be­ru­fen zu er­mu­ti­gen und die Kin­der zu in­spi­rie­ren“, er­klärt Ja­ko­bi.

Ge­ne­ra­tio­nen-Gap

Ei­nen Raum wei­ter wird auch flei­ßig ge­lernt – The­ma und Teil­neh­mer sind je­doch an­de­re. „Ich will selbst­stän­dig sein, den An­schluss nicht ver­lie­ren und die Jun­gen, die er­klä­ren das nicht rich­tig“, er­zählt ei­ne 60-jäh­ri­ge Teil­neh­me­rin. Schritt für Schritt ler­nen Se­nio­ren den all­täg­li- chen Um­gang mit dem Com­pu­ter und dem In­ter­net. Grund­kennt­nis­se wie das Su­chen und Fin­den im In­ter­net wer­den be­spro­chen. Beim Öff­nen von Goog­le Maps staun­te ei­ne 98-jäh­ri­ge Teil­neh­me­rin: „Was, das In­ter­net ist ei­ne Land­kar­te?“Für Fort­ge­schrit- te­ne gibt es Kur­se wie: „Fo­to­buch gestal­ten“oder „ mein On­li­ne Spei­cher­platz“. „Ein Spei­cher ist wie ein Nacht­kastl mit Schub­la­den“, er­klärt der Trai­ner krea­tiv. Es sei wie ei­ne Spra­che, mit der die äl­te­re Ge­ne­ra­ti­on nie kon­fron­tiert war: „Krea­ti­ve Be­schrei­bun­gen hel­fen da­bei für das Ver­ständ­nis“, er­läu­tert Ja­ko­bi.

Be­son­ders herz­er­wär­mend sei die Ge­schich­te ei­ner äl­te­ren Da­me aus der länd­li­chen Re­gi­on: der Kurs zum The­ma Face­book ha­be ihr Leben ver­än­dert. Aus Grün­den der Ein­sam­keit rief sie re­gel­mä­ßig bei der Seel­sor­ge an. Bei ih­rem letz­ten An­ruf sag­te sie, man sol­le sich kei­ne Sor­gen ma­chen, denn sie wer­de sich jetzt sel­te­ner mel­den. Ein In­ter­net-Kurs ha­be ihr Leben ver­än­dert. Auf Face­book ent­deck­te sie al­te Schul­kol­le­gen und kam auch in Kon­takt mit Leu­ten aus ih­rer Um­ge­bung. „Das In­ter­net macht Spaß und ver­bin­det die Leu­te. Die­se Bot­schaft wol­len wir wei­ter­tra­gen“, sagt Ja­ko­bi.

Zah­len

Aus­wer­tun­gen der Sta­tis­tik Aus­tria er­ga­ben, dass 41,4 Pro­zent der 65- bis 74-Jäh­ri­gen in Ös­ter­reich noch nie das In­ter­net ge­nutzt ha­ben. Das A1 Aus­bil­dungs­zen­trum will auf die­sem Weg ei­nen Bei­trag zur Schlie­ßung der di­gi­ta­len Kluft bei­tra­gen. Die meis­ten Teil­neh­mer un­ter den Se­nio­ren fin­den sich im Al­ters­be­reich 65 Plus. Vor al­lem Alt und Jung wer­de hier an­ge­spro­chen, der An­teil der Grup­pe der 30 bis 50-Jäh­ri­gen sei ver­schwin­dend ge­ring.

Die Teil­nah­me an den Kur­sen ist gra­tis und steht al­len of­fen. „In­ter­net für Al­le“gibt es in Wi­en, Kla­gen­furt und Salz­burg. Das Pro­jekt ist auch mo­bil un­ter­wegs, um Men­schen ab­seits der Bal­lungs­zen­tren zu er­rei­chen.

A1 In­ter­net für Al­le Cam­pus En­gerth­stra­ße 169, 1020 Wi­en

05066444505 eMail: in­ter­net.fu­er.al­le@A1­t­e­le­kom.at Mo-Fr 8.30 -18 Uhr Som­mer­pau­se: 7.-28. Au­gust

Le­bens­lan­ges Ler­nen – die­se De­vi­se wird hier ge­lebt. Alt und Jung be­schäf­ti­gen sich mit dem In­ter­net und wür­den hier fit ge­macht für die di­gi­ta­le Zu­kunft.

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