Krebs­kran­ke muss­ten zu Ma­sern­imp­fung

AKH Wi­en. Am­bu­lanz für On­ko­lo­gie teilt sich Leit­stel­le mit je­ner für In­fek­tio­nen. Dort kam es zum Pa­ti­en­ten­kon­takt

Kurier - - CHRONIK - VON

„Wie kann man po­ten­zi­ell in­fek­tiö­se Pa­ti­en­ten und On­ko­lo­gie-Pa­ti­en­ten, die kaum über In­fek­ti­ons­ab­wehr­zel­len ver­fü­gen, ge­mein­sam in der­sel­ben Am­bu­lanz-Leit­stel­le zu­sam­men­füh­ren und ad­mi­nis­trie­ren?“Die­se Frage stellt sich der­zeit ein nö. Me­di­zi­ner. Ei­nem sei­ner Pa­ti­en­ten muss­te nach ei­nem Be­such im AKH Wi­en, wo er ei­ne Che­mo­the­ra­pie er­hält, ei­ne Ma­sern-Im­mu­ni­sie­rung ver­ab­reicht wer­den.

Das Pro­blem: In der Uni­k­li­nik für In­ne­re Me­di­zin am AKH be­fin­det sich ne­ben der Ab­tei­lung für On­ko­lo­gie auch je­ne für In­fek­tio­nen und Tro­pen­me­di­zin. Die­se tei­len sich ei­ne Leit­stel­le in der Am­bu­lanz, die bei­den Schal­ter zur An­mel­dung lie­gen di­rekt ne­ben­ein­an­der. Dort sol­len, wie jetzt be­kannt wur­de, zu Pfings­ten Krebs-Pa­ti­en­ten auf ei­nen Ma­sern-Er­krank­ten ge­trof­fen sein. Be­sag­ter nö. Pa­ti­ent er­hielt dar­auf hin ei­nen An­ruf des Ge­sund­heits­am­tes: Er sol­le sich rasch im Spi­tal mel­den.

Im AKH be­stä­tigt man den Vor­fall. Der Ma­sern-Kran­ke ha­be schon ei­ni­ge Ta­ge un­ter Fie­ber ge­lit­ten und sei zu Hau­se von sei­nem Arzt be­treut wor­den. „Nach­dem es zu kei­ner Bes­se­rung ge­kom- men war, ist er oh­ne Zu­wei­sung aus ei­ge­nem An­trieb ins AKH Wi­en ge­kom­men und hat sich am Schal­ter der Kli­ni­schen Ab­tei­lung für In- fek­tio­nen und Tro­pen­me­di­zin ge­mel­det“, er­klärt die ärzt­li­che Di­rek­to­rin Ga­b­rie­la Kor­nek. Nach­dem der Mann sta­tio­när auf­ge­nom­men wur- de, sei die Dia­gno­se Ma­sern ge­stellt wor­den. „Wir ha­ben – ob­wohl nur ei­ne sehr ge­rin­ge Wahr­schein­lich­keit für ei­ne Über­tra­gung be­stan­den hat – zur Vor­beu­gung al­len Pa­ti­en­ten, die zu die­ser Zeit in der Am­bu­lanz wa­ren, ei­ne Infu­si­on mit Im­mun­glo­bu­li­nen ver­ab­reicht.“Ge­fähr­det oder gar zu Scha­den ge­kom­men, sei aber nie­mand, be­tont Kor­nek. „Es ist in kei­nem Spi­tal ver­hin­der­bar, dass Pa­ti­en­ten von sich aus ei­ne Am­bu­lanz auf­su­chen.“

Das meint auch Tho­mas Sze­ke­res, Prä­si­dent der Ärz­te­kam­mer Wi­en, der selbst ein­mal in der Ab­tei­lung be­schäf­tigt war. „Das ist dort seit 30 Jah­ren so“, er­klärt er. Pro­ble­me hät­te es nie ge­ge­ben. Die Ab­tei­lun­gen wür­den fach­lich zu­sam­men pas­sen, im­mer­hin lei­den Men­schen mit schwa­chem Im­mun­sys­tem öf­ter un­ter In­fek­tio­nen. Die War­te­be­rei­che sei­en aber ge­trennt. Ge­ne­rell sei man im Spi­tal nie vor An­ste­ckun­gen ge­feit.

Von Sei­ten des AKH wird nun je­den­falls ge­prüft, ob ei­ne Ver­le­gung des An­mel­de­schal­ters der Ab­tei­lung für In­fek­tio­nen und Tro­pen­me­di­zin mög­lich und sinn­voll ist. Wenn­gleich die Wahr­schein­lich­keit ei­ner Über­tra­gung ge­ne­rell als sehr ge­ring an­ge­se­hen wird, wie be­tont wird.

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.