Wie­ner For­scher: So wirkt das Hor­mon Östro­gen auf die Kno­chen

Kurier - - LEBENSART -

Mecha­nis­mus. Dass das weib­li­che Se­xu­al­hor­mon Östro­gen ei­ne zen­tra­le Rol­le beim Kno­chen­auf bau spielt, ist be­kannt. Es sta­bi­li­siert sie und ist ein wich­ti­ger Fak­tor für de­ren Sta­bi­li­tät. Bei Frau­en kann der re­du­zier­te Östro­gen­spie­gel nach der Me­no­pau­se Os­teo­po­ro­se, Kno­chen­schwund, aus­lö­sen.

Bis­lang war je­doch un­klar, an wel­che spe­zi­el­len Ziel­zel­len Östro­gen bin­det, um sei­ne Wir­kung auf die Kno­chen zu ent­fal­ten. For­schern der Vet­me­du­ni Vi­en­na ge­lang nun der Nach­weis an Mäu­sen, dass die so­ge­nann­ten „Bo­ne Li­ning Zel­len“den „Pfört­ner“für das Hor­mon spie­len. Die­ser Zell­typ um­hüllt die Kno­chen und ist mit an­de­ren Kno­chen­zel­len, wie den im Kno­chen­in­ne­ren lie­gen­den Os­teo­zy­ten, durch Zell- zu Zell-Kon­tak­te ver­bun­den. Durch die Bin­dung an die­se Art von Zel­len kon­trol­liert es den Bo­ten­stoff RANKL. Und die­ser ist wie­der­um ein wich­ti­ger Fak­tor des Kno­chen­um­baus.

Fak­tor für Ab­bau

Wie sich die Struk­tur un­se­rer Kno­chen ent­wi­ckelt, hängt von ei­nem kom­ple­xen Sys­tem aus Bo­ten­stof­fen und Pro­te­inen ab. Das Si­gnal­mole­kül RANKL ist hier of­fen­bar ei­ne wich­ti­ge Kom­po­nen­te. Es be­ein­flusst die Ent­wick­lung spe­zi­el­ler Zel­len, so­ge­nann­te Os­teok­las­ten, die für den Kno­chen­ab­bau ver­ant­wort­lich sind. Oh­ne Östro­gen oder die ent­spre­chen­den Zell­re­zep­to­ren, an die es bin­den kann, wird RANKL ver­mehrt ge­bil­det und löst schließ­lich die krank­haf­ten Kno­chen­ver­än­de­run­gen aus. Dass das Hor­mon die Bil­dung des Bo­ten­stoffs re­gu­liert und da­mit die be­ste­hen­de Kno­chen­dich­te schützt, ist durch meh­re­re Stu­di­en be­stä­tigt. „An wel­che Zel­len es für die­sen po­si­ti­ven Ef­fekt al­ler­dings an­do­cken muss, war da­ge­gen um­strit­ten“, sagt Stu­di­en­lei­ter Rein­hold Er­ben von der Ab­tei­lung für Phy­sio­lo­gie, Pa­tho­phy­sio­lo­gie und ex­pe­ri­men­tel­le En­do­kri­no­lo­gie.

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