Kern-Be­ra­ter Fu­ßi we­gen Nö­ti­gung im Jus­tiz-Vi­sier

SPÖ-Leaks. Druck auf Dol­met­sche­rin per Han­dy

Kurier - - POLITIK - – RAFFAELA LINDORFER

„Mein Zorn ist er­heb­lich“– so er­klär­te Po­li­tik-Be­ra­ter Ru­di Fu­ßi am Wo­che­n­en­de sei­ne Flut an Whats­App-Nach­rich­ten an An­na J., die ver­däch­tigt wird, eMails aus der SPÖZen­tra­le an die Me­di­en ge­spielt zu ha­ben – dar­un­ter auch eMails von Fu­ßi an Bun­des­kanz­ler Chris­ti­an Kern.

Die­ser Zorn könn­te für Fu­ßi jetzt Kon­se­quen­zen ha­ben: Laut Sek­ti­ons­chef Chris­ti­an Pil­nacek aus dem Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um muss die Staats­an­walt­schaft Wi­en nun doch prü­fen, ob we­gen Nö­ti­gung er­mit­telt wer­den muss.

Wie be­rich­tet, hat Fu­ßi der Dol­met­sche­rin von ExSPÖ-Be­ra­ter Tal Sil­ber­stein nach Auf­flie­gen der Dir­ty Cam­pai­gning-Af­fä­re ge­schrie­ben: „Glaub mir, so ein Le­ben willst du nicht füh­ren. Oder glaubst du, die Par­tei lässt dich in Ru­he, wenn du sie ver­senkst? Die kla­gen dich in Grund und Bo­den und zer­ren dich durch die Are­na.“

Fu­ßi, der den po­li­ti­schen Geg­ner als Draht­zie­her ver­mu­te­te, schrieb wei­ter: „ was die VP da­für ge­ge­ben hat. Ich geb dir das Dop­pel­te und sor­ge da­für, dass dir recht­lich nichts pas­sie­ren wird.“Fu­ßi be­haup­te­te au­ßer­dem, dass die SPÖ Te­le­fon­pro­to­kol­le hät­te – was, wie er zu­gab, ein Bluff war. „Mor­gen De­al oder ich kann dir nim­ma hel­fen“, mach­te er Druck.

Ver­gan­ge­nen Sams­tag recht­fer­tig­te sich der Po­li­tik­Be­ra­ter, er ha­be nur er­fah­ren wol­len, wer – wenn nicht sie selbst – sei­ne pri­va­ten eMails her­aus­ge­ge­ben hät­te, und ge­lob­te 30.000 Eu­ro für Hin­wei­se aus. Auch wenn Fu­ßi die Frau nicht per­sön­lich be­droht hät­te, könn­te das schon ei­ner Nö­ti­gung ent­spre­chen, er­klär­te Straf­rechts­ex­per­te Hel­mut Fuchs am Mitt­woch im KU­RI­ER. Die Staats­an­walt­schaft Wi­en wink­te zu­nächst ab. Jetzt prüft sie den Vor­fall doch – auf An­wei­sung der über­ge­ord­ne­ten Be­hör­de. Die Ober­staats­an­walt­schaft er­war­tet ei­nen Be­richt bis nächs­te Wo­che, be­stä­tigt Sek­ti­ons­chef Pil­nacek.

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