Pen­si­ons­de­al kos­tet Bank Aus­tria 790 Mio. Eu­ro

3000 Mit­ar­bei­ter. Ver­fas­sungs­rich­ter er­tei­len bil­li­ger Ver­staat­li­chung der Pen­si­ons­last kla­re Ab­sa­ge

Kurier - - INTERNATIONAL - – A. STAUDACHER

Die Bank Aus­tria wird ih­re Pen­si­ons­ver­pflich­tun­gen für rund 3000 Bank-Mit­ar­bei­ter doch nicht so güns­tig los wie er­war­tet. Aus Kos­ten­grün­den will die UniCre­dit-Toch­ter be­kannt­lich die Pen­si­ons­last für al­le Mit­ar­bei­ter mit Alt­ver­trä­gen aus ih­rem ei­ge­nen in das staat­li­che ASVG-Pen­si­ons­sys­tem trans­fe­rie­ren.

Der De­al ist rech­tens, al­ler­dings muss die Bank als Aus­gleich für die Pen­si­ons­bei­trä­ge des Ar­beit­ge­bers 790 Mio. Eu­ro und nicht wie er­hofft nur 240 Mio. Eu­ro ein­zah­len, ent­schied der Ver- fas­sungs­ge­richts­hof (VfGH). Die Mehr­kos­ten von gut ei­ner hal­ben Mil­li­ar­de Eu­ro sind mehr als zu­letzt der Halb­jah­res­ge­winn der Bank aus­mach­te. Der hö­he­re Auf­wand sei aber schon ver­bucht, auf den Jah­res­ge­winn ha­be die VfGH-Ent­schei­dung da­her kei­ne Aus­wir­kung, heißt es bei der Bank Aus­tria.

Die Bank woll­te ur­sprüng­lich nur sie­ben Pro­zent des Letzt­ge­halts je­des Mit­ar­bei­ters als Ar­beit­ge­ber­bei­trag ins staat­li­che Sys­tem ein­zah­len. Sie be­rief sich da­bei auf die lang­jäh­ri­ge Pra­xis in sol­chen Fäl­len. Die­se wa­ren aber durch­wegs Ein­zel­fäl­le von Be­am­ten, ei­nen Über­trag der Pen­si­ons­ver­pflich­tun­gen für die hal­be Be­leg­schaft hat es bis­her noch nie ge­ge­ben.

Lex Bank Aus­tria

Nach gro­ßem Auf­schrei über die Ver­staat­li­chung der Pen­si­ons­last, be­schloss die Re­gie­rung im März rück­wir­kend ei­ne Ge­set­zes­no­vel­le, wo­nach nicht mehr sie­ben, son­dern 22,8 Pro­zent des Letzt­ge­halts zu zah­len sei­en. Die Bank fühl­te sich durch die „Lex Bank Aus­tria“dis­kri­mi- niert und er­griff Rechts­mit­tel. Der VfGH hat mit der Rück­wir­kung kein Pro­blem. Frü­he­re Über­trags­fäl­le sei­en nicht ver­gleich­bar oder hät­ten als Ein­zel­ent­schei­dun­gen der Ver­wal­tung kei­nen ver­fas­sungs­recht­li­chen Ver­trau­ens­schutz be­grün­den kön­nen. So­zi­al­mi­nis­ter Alois Stö­ger freu­te sich über das Ur­teil: „Der VfGH hat be­stä­tigt, dass sich ei­ne Bank nicht auf Kos­ten der Steu­er­zah­ler sa­nie­ren kann. Ge­nau das war un­ser Ziel.“Das Geld soll „un­mit­tel­bar den Ver­si­cher­ten“zu­gu­te­kom­men.

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