„Die nied­ri­gen Zin­sen ver­nich­ten ge­park­tes Geld“

Ho­he Kan­te. Ein Teil soll­te in Wert­pa­pie­re flie­ßen

Kurier - - WIRTSCHAFT - – CHRIS­TI­NE KLAFL

2009 war zwar ein furcht­ba­res Kri­sen­jahr, die Welt der Spa­rer war al­ler­dings noch in Ord­nung. Spar­bü­cher mit ein­jäh­ri­ger Lauf­zeit war­fen durch­schnitt­lich 1,7 Pro­zent Zin­sen ab. Ab­züg­lich der Zin­sen­steu­er blieb deut­lich mehr als die da­ma­li­ge Teue­rungs­ra­te von 0,5 Pro­zent. Sprich: Das zur Sei­te ge­leg­te Geld ver­mehr­te sich tat­säch­lich, der Spa­rer ge­wann an Kauf kraft. Seit da­mals ist al­les an­ders: Die Zin­sen sind so win­zig, dass sie die Inf la­ti­on nicht de­cken kön­nen, die Kauf kraft der Spa­rer schmilzt da­hin. Statt in er­trag­rei­che­re, aber da­mit auch ris­kan­te­re, Ver­an­la­gun­gen um­zu­schich­ten, scheint die Bank­kun­den der Mut ver­las­sen zu ha­ben. Seit 2012 ist zwar der Berg an Spar­ein­la­gen in Ös­ter­reich von 158 auf 146 Mil­li­ar­den Eu­ro ge­schrumpft. Da­für ist aber das Vo­lu­men auf Bank­kon­ten, die prak­tisch gar nicht ver­zinst sind, von 103 auf 160 Mil­li­ar­den Eu­ro ge­stie­gen.

Ers­te-Bank-Pri­vat­kun­den­vor­stand Tho­mas Schauf­ler will den Kun­den ein­mal mehr ins Ge­wis­sen re­den, ihr Geld er­trag­rei­cher an­zu­le­gen. Hät­ten die Ös­ter­rei­cher nur zehn Pro- zent ih­rer Ein­la­gen in Ak­ti­en ge­steckt, hät­ten sie in den ver­gan­ge­nen fünf Jah­ren um vier Pro­zent mehr Ren­di­te er­reicht. Schauf­ler: „Dass Ak­ti­en auch ein hö­he­res Ri­si­ko mit sich brin­gen, ist klar. Aber die nied­ri­gen Zin­sen und die stei­gen­de In­fla­ti­on ver­nich­ten ge­park­tes Geld“, sagt er.

Laut Imas-Um­fra­ge im Auf­trag der Ers­te Bank le­gen die Spa­rer der­zeit 239 Eu­ro pro Mo­nat zur Sei­te. Der Be­trag ist deut­lich ge­stie­gen, im Jahr 2011 wa­ren es erst 168 Eu­ro. Da­mit ein Teil da­von er­trag­rei­cher an­ge­legt wird, will die Ers­te im kom­men­den Jahr Fonds-Sparpläne zum Schwer­punkt-The­ma ma­chen. Im Früh­jahr wer­de man sich über Ge­or­ge (On­li­neBan­king) ei­ge­ne Ka­pi­tal­plä­ne zu­sam­men­stel­len kön­nen. Be­son­de­res In­ter­es­se hät­ten An­le­ger an nach­hal­ti­gen Fonds­pro­duk­ten ge­zeigt.

Laut Um­fra­ge wer­den der­zeit 239 Eu­ro pro Mo­nat zur Sei­te ge­legt

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