Neue Ver­bin­dungs­bahn ent­zweit Be­zirk und Bun­des­bah­nen

Hiet­zing. Nach Wi­der­stand aus dem Be­zirk ge­gen die ge­plan­te Hoch­tras­se prü­fen die ÖBB Al­ter­na­ti­ven.

Kurier - - WIEN - VON

Die S80 soll häu­fi­ger von Hüt­tel­dorf nach Aspern fah­ren – dar­in sind sich ÖBB, Hiet­zin­ger Po­li­ti­ker und die Bür­ger­initia­ti­ve „Ver­bin­dungs­bahn – so bit­te nicht!“ei­nig. Wie die in die Jah­re ge­kom­me­ne Tras­se um­ge­baut wer­den soll, um dies zu er­mög­li­chen, ist aber hef­tig um­strit­ten.

Das zeigt sich auch im In­fo-Con­tai­ner in der Lain­zer Stra­ße, in dem die ÖBB je­den Mitt­woch über ih­re Pla­nun­gen in­for­mie­ren. „Schö­ner als die jet­zi­ge Gstettn wird’s“, sagt An­rai­ner Chris­toph K., wäh­rend er die Vi­sua­li­sie­run­gen der neu­en Sta­tio­nen stu­diert. „Das fin­den Sie schön?“, ent­geg­net Eli­sa­beth T. un­gläu­big. Die Hiet­zin­ge­rin fürch­tet, dass die Mo- der­ni­sie­rung der Ver­bin­dungs­bahn zwi­schen Hackin­ger­stra­ße und Ro­sen­hü­gel­steg mehr Lärm im Be­zirk nach sich zieht. Das wür­de die Woh­nung, für die sie ein Le­ben lang ge­ar­bei­tet ha­be, ent­wer­ten.

Ers­te Vor­ar­bei­ten sol­len 2020 star­ten. Die ÖBB pla­nen, in Fahrt­rich­tung Spei­sing zwi­schen West­stre­cke und Au­hof­stra­ße ein zwei­tes Gleis, die neu­en Sta­tio­nen Hiet­zin­ger Haupt­stra­ße und Stran­zen­berg­stra­ße, Lärm­schutz­wän­de und neue Brü­cken zu er­rich­ten. Zwi­schen West­stre­cke und Sch­rut­ka­gas­se soll acht Me­ter über dem Bo­den ei­ne rund 900 Me­ter lan­ge Hoch­tras­se ent­ste­hen. Die­se sei nö­tig, da sich die War­te­zei­ten für Au­tos an den Bahn­schran­ken durch die vor­ge­se­he­nen 15-Mi­nu­ten-In­ter­val­le der S80 auf ei­ne hal­be St­un­de ver­dop­peln, heißt es von den ÖBB.

Geg­ner im Be­zirk

„Das be­deu­tet im Um­kehr­schluss, dass die Schran­ken 30 Mi­nu­ten of­fen sind“, sagt Bür­ger­initia­ti­ven-Spre­cher Bernd Grassl. „Die Hoch­tras­se ist nicht not­wen­dig. Sie passt auch nicht zu den vie­len nied­ri­gen Häu­sern hier.“Sor­gen macht Grassl, dass im eben­er­di­gen Teil drei Que- run­gen für Pkw weg­fal­len könn­ten – was aus sei­ner Sicht ei­ner Zwei­tei­lung des Be­zirks ent­spricht. Und er fürch­te ei­ne hö­he­re Fre­quenz von Gü­ter­zü­gen auf der mo­der­ni­sier­ten Tras­se.

Die Hiet­zin­ger Be­zirks­che­fin Sil­ke Ko­bald (ÖVP) teilt die ers­ten bei­den Be­den­ken Grassls. Die Be­zirks­ver­tre­tung for­dert in ei­nem An­trag an die Stadt un­ter an­de­rem ei­ne „Tief- oder Tie­fer­le­gung“der Tras­se. Ko­bald räumt ein, dass 2016 zwar al­le Ge­mein­de­rats-Frak­tio­nen dem Aus­bau in Hoch­la­ge zu­stimm­ten, aber: „Es la­gen noch kei­ne De­tails vor.“

Die Hoch­tras­se ge­währ­leis­te ei­nen rei­bungs­lo­sen Ver­kehr, Bar­rie­ren wür­den weg­fal­len, kon­tern die ÖBB. Que­run­gen für Kfz an den strit­ti­gen Kreu­zun­gen wür­den noch ab­ge­stimmt, der Gü­ter­ver­kehr wer­de nicht zu­neh­men. Nach ei­ner Bür­ger­ver­samm­lung ver­gan­ge­ne Wo­che prü­fen die ÖBB nun, ob ei­ne Tief­la­ge mög­lich ist. Er­geb­nis­se sol­len im Früh­jahr vor­lie­gen.

Vi­sua­li­sie­rung der Hal­te­stel­le Hiet­zin­ger Haupt­stra­ße in Hoch­la­ge

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