„Es war emo­tio­nal an­stren­gend“

Deutsch­land. Dortmund-Trai­ner Pe­ter Stö­ger gönn­te sich ei­nen frei­en Sonn­tag zur Er­ho­lung

Kurier - - SPORT - VON ALEX­AN­DER STRECHA

Pe­ter Stö­ger mach­te ges­tern blau. Sei­nen Dort­mun­der Spie­lern hat­te er ei­nen frei­en Sonn­tag ge­ge­ben, er selbst re­ge­ne­rier­te in sei­ner Woh­nung in Köln und ver­folg­te im ös­ter­rei­chi­schen Fern­se­hen zu­erst das Da­men­S­ki­ren­nen und im An­schluss na­tür­lich das Wie­ner Der­by. „Es war zu­letzt emo­tio­nal al­les ein we­nig an­stren­gend“, gab er zu. Da­mit meint er ei­ner­seits das Wech­sel-Thea­ter um den nun­meh­ri­gen Ar­senal-Stür­mer Auba­meyang, an­de­rer­seits sei­ne Rück­kehr nach Köln als Dortmund-Trai­ner mit dem 3:2-Sieg.

Gro­ße Emo­tio­nen

Da­nach tauch­te er ein in den Köl­ner Kar­ne­val und war mit gel­ber Nar­ren­kap­pe in ei­nem Fest­zelt in der Süd­stadt beim „Kölsch­fest Vi­va Co­lo­nia“zu se­hen. Der Wie­ner, der als Schirm­herr Spen­den für krebs­kran­ke Kin­der sam­mel­te, wirk­te ent­spannt und ge­löst.

Da­vor hat­ten ihn die Pfif­fe man­cher Köln-Fans nicht ganz un­ge­rührt ge­las­sen. „Ei­ni­ge sind of­fen­bar froh, dass ich weg bin. Aber ich ha­be nie­man­dem et­was ge­stoh­len“, mein­te er nach dem Schluss­pfiff noch am Frei­tag.

„Das In­ter­es­se war zu­letzt sehr groß, das The­ma hat­te im Vor­feld viel Prä­senz, was ei­gent­lich gar nicht so meins war.Und na­tür­lich war der Sieg für uns nach drei Un­ent­schie­den ex­trem wich­tig.“Denn es war schon un­ru­hig ge­wor­den im Dort­mun­der Um­feld, das ger­ne von ei­nem Ex­trem ins an­de­re schwankt. Wur­de die Sta­tis­tik noch vor Kur­zem ne­ga­tiv aus­ge­legt, spricht man nun von sechs Spie­len oh­ne Nie­der­la­ge un­ter Trai­ner Pe­ter Stö­ger. Der Ver­ein er­war­tet sich die Qua­li­fi­ka­ti­on für die Cham­pi­ons Le­ague, die Fans wün­schen sich zu­dem auch ei­nen spek­ta­ku­lä­ren Of­fen­siv-Fuß­ball.

„Ich ken­ne die An­sprü­che, die sind mir aber nicht neu. Auch bei der Wie­ner Aus­tria muss­te man schön und er­folg­reich spie­len, in Köln wur­de das vor al­lem noch in der zwei­ten Li­ga er­war­tet“, ver­gleicht Stö­ger, der nicht un­zu­frie­den ist mit sei­ner bis­he­ri­gen BVB-Bi­lanz. „Wir ha­ben die Mann­schaft in ei­ner sehr schwie­ri­gen Pha­se über­nom­men. Die Aus­beu­te ist sehr o.k., aber na­tür­lich kön­nen wir es bes­ser.“An sei­ner Ar­beit hat sich mit dem En­ga­ge­ment beim gro­ßen BVB nichts ge­än­dert. „Nur die Grö­ßen­ord­nung ist ei­ne an­de­re. Aber als Trai­ner willst du das Op­ti­mum aus dem Team her­aus­ho­len, egal, bei wel­chem Ver­ein. Die Ar­beit selbst ist nicht so viel mehr ge­wor­den. Wenn du aber neu zu ei­nem Ver­ein kommst, in­ves­tierst du au­to­ma­tisch viel Ener­gie.“

Gro­ße Hoff­nung

Ob Mi­chy Bats­hu­ayi, aus­ge­lie­hen von Chel­sea als Auba­meyang-Nach­fol­ger, die Bo­rus­sia in die Cham­pi­ons Le­ague schie­ßen kann, bleibt ab­zu­war­ten. Der Ein­stand ist ihm mit zwei To­ren beim 3:2 in Köln je­den­falls schon ge­lun­gen. „Die Vor­zei­chen ste­hen gut. Er will ei­ne ho­he Tor­quo­te er­zie­len, mit Bel­gi­en zur Welt­meis­ter­schaft fah­ren und sich be­wei­sen“, weiß Stö­ger, für den dem­nächst wie­der eng­li­sche Wo­chen mit Li­ga und Eu­ro­pa Le­ague be­gin­nen. „Viel­leicht ha­ben wir ja die­se eng­li­schen Wo­chen län­ger ins Früh­jahr hin­ein“, sagt er la­chend und hofft auf ein Wei­ter­kom­men ge­gen Atalan­ta Ber­ga­mo im Sech­zehn­tel­fi­na­le (Hin­spiel am 15. Fe­bru­ar in Dortmund).

Wer zu­letzt lacht, hat ge­won­nen: Pe­ter Stö­ger fei­er­te mit Dortmund ei­nen 3:2-Sieg in Köln

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