Das Kreuz

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Das, was frü­her He­xen­schuss hieß, ist heu­te Volks­lei­den bei Jung und Alt: das ka­put­te Kreuz. Es kommt vom Sit­zen, Lüm­meln, Hän­gen vorm Com­pu­ter. Da­ge­gen hel­fen, ne­ben nicht sit­zen/lüm­meln/hän­gen: the­ra­peu­ti­sche Ver­ren­kun­gen, fern­öst­li­che Öle und Schmier­a­gen oder Wär­me­pflas­ter. Und dann steht auf Letz­te­rem, in di­ckem Rot: „Ab Al­ter von 55 Jah­ren nicht di­rekt auf der Haut tra­gen.“

Hal­lo?! Was ist mit der zwei­ten 50er-Hälf­te?? Reicht ja, dass man im Schuh­ge­schäft den lan­gen statt des kur­zen Schuh­löf­fels ge­reicht be­kommt. Oder dass der Acht­jäh­ri­ge auf die Fra­ge, wo man auf die Schnel­le ei­nen Ghost­bus­ter-La­bor­kit­tel für den Fa­sching her­be­kom­men soll, „In­ter­net, oder bist du alt­mo­disch?“sagt. Und in der Früh beim Au­to kann man nie si­cher sein, ob das Zet­tel­chen am Sei­ten­fens­ter vom Au­to­nach-Afri­ka-Ver­schif­fer stammt oder von ei­nem No­tar und Be­stat­tungs­un­ter­neh­mer, weil man nie früh ge­nug ...

Ein Kreuz, da­bei ist doch 50 das neue 30, heißt es, 60 ist 40 und so fort. So­mit wär’ für all das noch Zeit. Auch wenn das Kreuz im­mer frü­her zwickt.

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