Run auf Vor­sor­ge­woh­nun­gen

Geld­an­la­ge. Stei­gen­de Mie­ten füh­ren zu stei­gen­der Nach­fra­ge. Klei­ne Ein­hei­ten sind be­gehrt

Kurier - - Wirtschaft - VON ANDRE­AS ANZENBERGER

Es wer­den im­mer mehr neue Vor­sor­ge­woh­nun­gen ver­kauft. Im Jahr 2016 ha­ben al­lein in Wi­en 555 sol­cher Im­mo­bi­li­en den Be­sit­zer ge­wech­selt. Heu­er wer­den es laut Pro­gno­se des Im­mo­bi­li­en­dienst­leis­ters EHL in der Bun­des­haupt­stadt mehr als 1000 Woh­nun­gen sein.

„Zwei von drei un­se­rer Kun­den kau­fen Woh­nun­gen für sich selbst“, be­rich­tet EHLChef Micha­el Ehl­mai­er aus der Pra­xis. „Je­der drit­te Kun­de will Geld ver­an­la­gen.“

Nied­ri­ge Zin­sen

We­gen der nied­ri­gen Zin­sen sind In­ves­ti­tio­nen in Im­mo­bi­li­en ei­ne in­ter­es­san­te Al­ter­na­ti­ve. Al­ler­dings sol­len we­gen der stei­gen­den Bau­kos­ten die Kauf­prei­se heu­er von 3999 Eu­ro auf 4120 Eu­ro pro Qua­drat­me­ter stei­gen. Stei­gen­de Bau­kos­ten ver­rin­gern die Ren­di­te.

Die Im­mo-Ex­per­ten von EHL spre­chen trotz­dem von Ren­di­ten im Neu­bau zwi­schen 3,2 und 3,8 Pro­zent. Die durch­schnitt­lich er­ziel­ba­ren Miet­prei­se beim Erst­be­zug sol­len laut Pro­gno­se heu­er um 0,26 Eu­ro auf 11,90 Eu­ro pro Qua­drat­me­ter stei­gen (oh­ne Steu­er und Be­triebs­kos­ten).

Die hö­he­ren Miet­prei­se sind der Grund, war­um die In­ves­to­ren Vor­sor­ge­woh­nun­gen kau­fen und dann ver­mie­ten. We­gen des an­hal­ten­den Zu­zugs nach Wi­en ist nicht mit sin­ken­den Mie­ten zu rech­nen.

Schmerz­gren­ze

Es wer­den vor al­lem Woh­nun­gen mit nur noch 50 Qua­drat­me­ter und dar­un­ter nach­ge­fragt und ge­baut. Grö­ße­re Woh­nun­gen kön­nen sich vie­le Woh­nungs­su­chen­de an­ge­sichts der ge­stie­ge­nen Mie­ten nicht mehr leis­ten. Die fi­nan­zi­el­le Schmerz­gren­ze der Mie­ter lie­ge für ei­ne Zwei-Zim­mer-Woh­nung bei mo­nat­lich 790 Eu­ro, weiß Da­vid Breit­wie­ser, Lei­ter der Ab­tei­lung Wohn­im­mo­bi­li­en bei EHL. Für ei­ne Drei-Zim­mer-Woh­nung sind es ma­xi­mal 1000 Eu­ro.

Vie­le Neu­bau-Pro­jek­te in Wi­en sind Wohn­tür­me au­ßer­halb der In­nen­stadt. Die meis­ten Vor­sor­ge­woh­nun­gen wur­den in den Be­zir­ken Do­n­au­stadt, Fa­vo­ri­ten, Flo­rids­dorf, Land­stra­ße und Meid­ling ge­kauft.

Ei­ne Pro­gno­se über die Ent­wick­lung des Im­mo­bi­li­en­mark­tes gab es auch vom ge­werb­li­chen Im­mo­bi­li­en­netz­werk Re­max. Er­war­tet wird von den 560 be­frag­ten Re­max-Mak­lern ein „durch­aus po­si­ti­ves Jahr 2018“für den ge­sam­ten Markt.

Die Nach­fra­ge wer­de heu­er­um3,9Pro­zent­stei­gen, das An­ge­bot an Im­mo­bi­li­en al­ler­dings nur um 1,3 Pro­zent. Bei den Ge­wer­be­im­mo­bi­li­en sei die Grund­stim­mung zwar nach wie vor „ver­hal­ten“, aber nicht mehr so ne­ga­tiv wie in den ver­gan­ge­nen Jah­ren. Schwie­rig blei­be je­doch die Si­tua­ti­on für Ge­schäfts­flä­chen in schlech­te­ren B- und C-La­gen.

Das Zin­s­tief macht In­ves­ti­tio­nen in Im­mo­bi­li­en at­trak­tiv – trotz stei­gen­der Bau­kos­ten. Durch den Zu­zug bleibt die Nach­fra­ge in Wi­en hoch

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