Die High­lights beim Fre­quen­cy Fes­ti­val

FM4-Fre­quen­cy. Das Fes­ti­val star­tet Don­ners­tag und bie­tet ei­ne Viel­falt an In­die-Rock, Rap- und DJs-Sounds

Kurier - - Erste Seite - VON BRI­GIT­TE SCHOKARTH

Von 17. bis 19. Au­gust kom­men Go­ril­laz, Mack­lemo­re (Bild) und vie­le an­de­re nach St. Pöl­ten.

„Ich ha­be ei­ne sim­ple, ge­rad­li­ni­ge Plat­te ge­macht, auf der ich Pop-Songs sin­ge.“

Das sagt Da­mon Al­barn, der mu­si­ka­li­sche Mas­ter­mind hin­ter der Car­toonBand Go­ril­laz über de­ren jüngs­tes Al­bum „The Now Now“. En­de Ju­ni, nur 14 Mo­na­te nach dem Vor­gän­ger „Hum­anz“er­schie­nen, bie­tet „The Now Now“tat­säch­lich je­de Men­ge ein­gän­gi­ger Me­lo­di­en, die sou­lig, fun­kig, tanz­bar und mit reich­li­chem Ein­satz von 80er-Syn­the­si­zern (Al­barn be­sitzt 150 da­von) in­ter­pre­tiert sind.

Da­mit ist „The Now Now“das Ge­gen­stück zu „Hum­anz“, das mit vie­len Gast­stars aus dem Hip-Hop auf­ge­nom­men wur­de und da­durch mit cle­ve­ren Ide­en über­frach­tet war. Das neue Al­bum klingt leich­ter und fröh­li­cher als „Hum­anz“, ob­wohl Al­barn es auf ei­ner US-Tour auf­ge­nom­men hat und sich des­halb in den Tex­ten kri­tisch und ernst mit der „Ame­ri­ca First“-Po­li­tik von Prä­si­dent Do­nald Trump aus­ein­an­der­setzt. Denn im­mer schon – auch bei sei­nen un­zäh­li­gen mu­si­ka­li­schen Kol­la­bo­ra­tio­nen – galt für Al­barn das Mot­to: „Das Ver­ste­hen, Ak­zep­tie­ren und Ein­be­zie­hen an­de­rer Kul­tu­ren ist im­mer ei­ne gu­te Sa­che!“

Me­ta­pho­risch

Da­mit pas­sen die Go­ril­laz (He­ad­liner am Er­öff­nungs­tag) per­fekt zum FM4-Fre­quen­cy 2018. Denn der Trend, in das Fes­ti­val ne­ben In­die-Ro­ckern, Al­ter­na­ti­ve­Bands und Sin­ger/Song­wri­ter-Sounds auch Hip-Hop und DJs ein­zu­be­zie­hen, setzt sich auch heu­er fort. Cas­per mit sei­nem wuch­ti­gen Deut­schrap ist ge­nau­so da­bei wie Ös­ter­reichs Durch­star­ter Yung Hurn und die De­ep- und Tro­pi­cal-Hou­se DJs Ky­go und Fe­lix Ja­ehn.

Auch bei den Rock-Bands gibt es am heu­ri­gen FM4-Fre­quen­cy ei­ne gro­ße Viel­falt von Sti­len zu hö­ren: Fei­ne Sah­ne Fisch­fi­let wer­den es am Sams­tag pun­kig kra­chen las­sen, wäh­rend der Sound der Kooks im In­die ver­wur­zelt ist und der von Bas­til­le in Rich­tung Pop geht.

Die bri­ti­sche For­ma­ti­on um Sän­ger Dan Smith ar­bei­tet ge­ra­de an ei­nem neu­en Al- bum, das im Ok­to­ber er­schei­nen soll. Was Smith dar­über schon ver­rät: „Es ist me­ta­pho­risch, per­sön­lich und ba­siert auf ei­ner lo­sen Sto­ry, die ei­ne Vier­tel­stun­de nach Mit­ter­nacht be­ginnt und am nächs­ten Mor­gen en­det.“

Rap­per Mack­lemo­re wird in St. Pöl­ten sein Al­bum „Ge­mi­ni“vor­stel­len, das er oh­ne sei­nen lang­jäh­ri­gen Pro­du­zen­ten-Part­ner Ryan Le­wis auf­ge­nom­men hat. Doch im Ge­gen­satz zu dem Bri­ten Da­mon Al­barn hat sich der als Ben Hag­ger­ty ge­bo­re­ne Ame­ri­ka­ner, der frü­her sehr po­li­tisch war, da­mit auf Par­ty-Hym­nen zu­rück­ge­zo­gen. Sein Be­weg­grund: Je­der weiß, dass Trumps Po­li­tik ein De­sas­ter ist. Dar­über zu sin­gen hie­ße, zu den schon Be­kehr­ten zu pre­di­gen.

Auf­rich­tig

„Aber es geht auch dar­um, dass ich in mei­nem Le­ben an ei­nem an­de­ren Punkt war“, er­zähl­te Mack­lemo­re vor Kur­zem der Mu­sik­platt­form NME. „Ich woll­te ein­fach ins Stu­dio ge­hen und nur Spaß ha­ben. Wenn ich in mei­nen Songs po­li­ti­sche State­ments ma­che, dann müs­sen die aus ei­ner auf­rich­ti­gen In­ten­ti­on kom­men. Ich ha­be zwar auch für die­se Plat­te po­li­ti­sche Songs ge­schrie­ben, in de­nen ich schwie­ri­ge­re The­men an­pa­cke. Ich ha­be sie dann aber nicht auf das Al­bum ge­nom­men, weil sie sich we­ni­ger au­then­tisch an­fühl­ten als ich woll­te.“

Mög­li­cher­wei­se ist das FM4-Fre­quen­cy 2018 die letz­te Ge­le­gen­heit, Die Ant­wo­ord in Ös­ter­reich live zu se­hen. Das Duo Nin­ja und Yo­lan­di Vis­ser hat näm­lich im Ju­ni an­ge­kün­digt, das letz­te Al­bum zu ver­öf­fent­li­chen. Und das ma­chen die ex­zen­tri­schen Süd­afri­ka­ner wie im­mer auf recht un­ge­wöhn­li­che Art: „Es wird 27 hei­ßen und 27 Songs be­inhal­ten, die wir ein­zeln wäh­rend des nächs­ten Jah­res ver­öf­fent­li­chen wer­den“, lie­ßen die bei­den via Twit­ter wis­sen.

Au­ßer­dem sol­len zehn die­ser Songs als Sound­track zu ei­nem Fea­tu­re-Film ver­öf­fent­licht wer­den, den Die Ant­wo­ord ge­ra­de dre­hen. Ei­nen Vor­ge­schmack auf all das brin­gen sie je­den­falls mit dem brand­neu­en Track „2•Gol­den Dawn•7“nach St. Pöl­ten mit.

Die wich­tigs­ten Acts des heu­ri­gen FM4-Fre­quen­cy-Fes­ti­vals: Nin­ja und Yo­lan­di Vis­ser von Die Ant­wo­ord (li.), Da­mon Al­barn von den Go­ril­laz (Mit­te) und Mack­lemo­re, der oh­ne Ryan Le­wis kommt

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