Ar­beits­wil­lig. Aus­ge­bil­det. Ab­ge­scho­ben? Ganz in un­se­rem Sin­ne

Lehr­lin­ge mit ne­ga­ti­vem Asyl­be­scheid: Da gibt es kei­nen ge­mein­sa­men Nen­ner für Men­sch­lich­keit, Haus­ver­stand und gel­ten­de Rechts­la­ge.

Kurier - - Forum - REDAKTIONELLE LEI­TUNG CHRIS­TI­AN BARTOS

Wir schnei­den uns ein­deu­tig ins ei­ge­ne Fleisch, wenn wir – man­gels wil­li­ger und fä­hi­ger ein­hei­mi­scher Lehr­lin­ge – be­reits bes­tens in­te­grier­te, Deutsch spre­chen­de Lehr­lin­ge, die schon so­wohl Wil­len als auch Kön­nen be­wie­sen ha­ben, ab­schie­ben. Ab­schie­be­be­schei­de sind doch auch in an­de­ren Fäl­len nicht in St­ein ge­mei­ßelt. Bei uns be­fin­det sich ei­ne Men­ge nicht asyl­be­rech­tig­ter, mehr­fach vor­be­straf­ter, kri­mi­nel­ler Mi­gran­ten, de­rer man ent­we­der nicht hab­haft wird oder de­ren Hei­mat­län­der sich ein­fach wei­gern, die­se zu­rück­zu­neh­men. Da­zu kom­men noch je­ne, die in ih­rer Hei­mat ei­ne dra­ko­ni­sche Stra­fe er­war­tet – und wir das nicht zu­las­sen wol­len. War­um ist schlei­er­haft, die­se Ge­set­ze gel­ten schließ­lich für Mil­lio­nen an da­heim ge­blie­be­nen Lands­leu­ten, und für die macht sich auch kei­ner stark.

Al­so noch ein­mal, wenn es schon oh­ne­hin Aus­nah­men – ob ge­wollt oder un­ge­wollt – son­der Zahl gibt, dann darf es auf ei­ne mehr oder we­ni­ger, noch da­zu zu un­se­rem Nut­zen, nicht an­kom­men. Spe­zi­ell dann, wenn sich der Asyl­wer­ber oder Mi­grant als für un­se­re Ge­sell­schaft als wert­voll er­weist und man in sei­ne Aus­bil­dung Kraft, Zeit und Geld in­ves­tiert hat. Das wä­re jetzt ein­mal, ganz ab­ge­se­hen vom mensch­li­chen Aspekt, doch ganz in un­se­rem Sin­ne. Viel­leicht könn­te man sich zum Aus­gleich in­ten­si­ver auf die Su­che nach Il­le­ga­len, die als U-Boo­te le­ben, oder fin­di­gen So­zi­al­be­trü­gern ma­chen und die­se ra­schest aus­wei­sen. So könn­ten wir uns die paar Lehr­lin­ge, von de­nen sich noch da­zu die meis­ten zur Gän­ze von ih­rem ver­dien­ten Lohn er­hal­ten, wirk­lich lo­cker leis­ten. Viel­leicht wä­re es in die­sem spe­zi­el­len Fal­le mög­lich, vom ty­pisch ös­ter­rei­chi­schen Be­am­ten­man­tra „Vur­schrift is Vur­schrift“ab­zu­se­hen.

Eva Schrei­ber 2514 Trais­kir­chen

Die be­rühm­te „Dua­le Lehr­lings­aus­bil­dung“in Ös­ter­reich – von Micha­el Pam­mes­ber­ger

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