Weit­rei­chen­de Fol­gen

Kurier - - Forum -

In hu­ma­ni­tä­rer Hin­sicht bin ich auch da­für, dass ju­gend­li­chen Asyl­wer­bern, die hier ei­ne Leh­re be­gon­nen ha­ben und min­des­tens ein Jahr in die­ser Leh­re ver­wei­len, ein Blei­be­recht ein­ge­räumt wer­den soll. Als kor­rek­ter Ös­ter­rei­cher muss ich aber ver­lan­gen, dass die Be­hör­den un­se­re Ge­set­ze voll­zie­hen, und da ge­hö­ren sol­che Lehr- lin­ge eben des Lan­des ver­wie­sen, wenn der Asyl­an­trag ab­ge­lehnt wur­de. Was aber in die­ser gan­zen De­bat­te ver­schwie­gen wird, ist, dass das Blei­be­recht ja dann in­so­fern aus­ge­wei­tet wird, dass sei­ne El­tern und Ge­schwis­ter auch hier­blei­ben dür­fen – ob­wohl ihr Asyl­an­trag ab­ge­lehnt wur­de – und dass es dann auch noch den Fa­mi­li­en­nach­zug gibt. So­mit wird aus ei­ner hu­ma­ni­tä­ren Aus­nah­me plötz­lich ei­ne gro­ße An­zahl von Zu­wan­de­rern, die ei­gent­lich nicht in Ös­ter­reich ver­wei­len dürf­ten. Und noch ei­nen Aspekt lässt man da­bei au­ßer Acht! Die Leh­re ist an kein Höchst­al­ter ge­bun­den. Das wür­de nun be­deu­ten, dass je­der im ar­beits­fä­hi­gem Al­ter ei­ne Leh­re be­gin­nen könn­te und so die­ses hu­ma­ni­tä­re Blei­be­recht in An­spruch neh­men könn­te, um ei­nen ab­ge­lehn­ten Asyl­an­trag aus­zu­he­beln.

Han­nes Loos 3002 Pur­kers­dorf

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