Für das Le­ben ler­nen

Aus­bil­dung als Vor­aus­set­zung für wirt­schaft­li­chen Er­folg

KURIER_BURGENLAND - - Editorial - -PAUL CHRIS­TI­AN JEZEK

Gut aus­ge­bil­de­te Men­schen sind die Vor­aus­set­zung für den wirt­schaft­li­chen Er­folg der nächs­ten Jah­re und Jahr­zehn­te. Das Mot­to: „Bil­dung ist der Roh­stoff für den Wohl­stand der Zu­kunft.“

Der wirt­schaft­li­che Auf­stieg des Bur­gen­lan­des ist zwei­fels­oh­ne mit dem hoch­mo­der­nen Bil­dungs­sys­tem im öst­lichs­ten Bun­des­land ver­bun­den. Spe­zi­ell mit dem Aus­bau der Fach­hoch­schul­stu­di­en­gän­ge und der Er­rich­tung der Päd­ago­gi­schen Hoch­schu­le als we­sent­li­chen Schwer­punk­ten hat es ei­ne bei­spiel­haf­te Ent­wick­lung ge­ge­ben. So darf die FH Bur­gen­land auf ei­ne aus­ge­spro­chen ra­san­te Ent­wick­lung zu­rück­bli­cken: 1994 mit 135 Stu­die­ren­den ge­star­tet, ver­zeich­net die FH im ak­tu­el­len Stu­di­en­jahr 2.136 Stu­den­ten.

Im Früh­ling 2016 wer­den ak­tu­ell ins­ge­samt 21 Stu­di­en­gän­ge in fünf De­part­ments an­ge­bo­ten, wo­bei mitt­ler­wei­le je­der Zwei­te ein tech­ni­sches Stu­di­um be­legt. Die Schwer­punk­te in den tech­ni­schen Dis­zi­pli­nen wer­den des­halb wei­ter aus­ge­baut, so star­tet et­wa im kom­men­den Stu­di­en­jahr der neue Stu­di­en­gang „Ge­bäu­de­au­to­ma­ti­on“. Zur Zeit ist die FH an 80 Pro­jek­ten mit 90 Un­ter­neh­men be­tei­ligt, es gibt welt­weit nicht we­ni­ger als 70 Hoch­schul­part­ner. So­mit prä­gen die bur­gen­län­di­schen Fach­hoch­schu­len we­sent­lich die Iden­ti­tät des Bur­gen­lan­des mit, tra­gen zur wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung bei und sind Treiber der For­schung und In­no­va­ti­on im Land.

Vir­tu­el­le Klas­sen­zim­mer. Aus­bil­dung, Fort- & Wei­ter­bil­dung von in Di­enst ste­hen­den Päd­ago­gen, Frei­zeit- und Kin­der­gar­ten­päd­ago­gen so­wie die päd­ago­gi­sche Un­ter­stüt­zungs­leis­tung von Schu­len sind die drei Säu­len der Päd­ago­gi­schen Hoch­schu­le, die es seit 2007 gibt. 300 bis 350 Stu­die­ren­de wer­den im Jah­res­schnitt ge­zählt. Mit ih­rer Me­tho­den­viel­falt et­wa im Be­reich der Neu­en Me­di­en oder eLe­arning und der vir­tu­el­len PH wird Qua­li­fi­ka­ti­on auf der Hö­he der Zeit ver­mit­telt. Vor­bild­lich ist auch die pra­xis­ori­en­tier­te Aus­bil­dung, denn im­mer­hin ste­hen Stu­die­ren­de wäh­rend ih­rer Aus­bil­dung zwei Jah­re im Klas­sen­zim­mer. Auch in­ter­na­tio­nal ist die PH Bur­gen­land her­vor­ra­gend ver­netzt: Das be­le­gen mehr als 60 in­ter­na­tio­na­le Part­neru­nis und Hoch­schu­len und ein sehr er­folg­rei­ches Eras­mus-Pro­gramm im Be­reich Stu­den­ten­und Leh­ren­den-Aus­tausch. Gut auf­ge­stellt sei man auch mit den Volks­grup­pen­spra­chen im Land, ei­ne zen­tra­le Säu­le der PH Bur­gen­land.

Jobs mit Zu­kunft. Ein Be­rufs­feld mit sehr gu­ten Job­chan­cen um­fasst die Ge­sund­heits- und So­zi­al­be­ru­fe und ganz spe­zi­ell der Pfle­ge­be­reich. Die Zahl der Ar­beits­plät­ze wird hier an­ge­sichts der al­tern­den Ge­sell­schaft und der stei­gen­den Le­bens­er­war­tung in den nächs­ten Jahr­zehn­ten wei­ter zu­neh­men. „Mit der stei­gen­den Le­bens­er­war­tung und so­zio­kul­tu­rel­len Ve­rän­de­run­gen wird der Be­darf wei­ter wach­sen“, sagt So­zi­al­lan­des­rat Nor­bert Da­ra­bos. „Um den gu­ten Qua­li­täts­stan­dard im Bur­gen­land zu hal­ten, müs­sen wir auch wei­ter­hin da­für Sor­ge tra­gen, dass ge­nü­gend Fach­per­so­nal aus­ge­bil­det wird.“Denn bei den der­zeit 43 Al­ten­woh­nund Pfle­ge­hei­men im Bur­gen­land wer­de es si­cher nicht blei­ben, wenn man sich den de­mo­gra­fi­schen Wan­del an­sieht. Des­halb wur­den Zu­kunfts­be­ru­fe no­mi­niert, die in den nächs­ten Jah­ren im­mer mehr an Be­deu­tung ge­win­ne nwer­den und de­ren Aus­bil­dung das Land Bur­gen­land auch fi­nan­zi­ell un­ter­stützt. Vor­aus­set­zung sind da­für die ge­sund­heit­li­che Eig­nung und

Jun­ge Men­schen im Bur­gen­land ha­ben ein Recht auf ei­ne sehr gu­te Aus­bil­dung.

ein Min­dest­al­ter von 17 bzw. 18 Jah­ren. Je 200 St­un­den Theo­rie und Pra­xis um­fasst die Heim­hel­fer­aus­bil­dung, ein Jahr bzw. je 800 St­un­den Theo­rie und Pra­xis je­ne zum Pfle­ge­hel­fer, die zur Ar­beit in Al­ten­woh­nund Pfle­ge­hei­men wie auch in Spi­tä­lern be­rech­tigt.

EU-Stan­dard. Drei Jah­re Aus­bil­dung sind für ein Di­plom in der Ge­sund­heits-und Kran­ken­pfle­ge vor­ge­se­hen, wo­bei 2.000 St­un­den Theo­rie und 2.480 St­un­den Pra­xis ab­sol­viert wer­den. Das Di­plom, das in der Ge­sund­heits­und Kran­ken­pfle­ge­schu­le Ober­wart er­wor­ben wer­den kann, ist EU-kon­form und be­rech­tigt zur Ar­beit in Kran­ken­häu­sern im ge­sam­ten eu­ro­päi­schen Raum. Zu Tä­tig­kei­ten in Be­reich der Al­ten- und Fa­mi­li­en­ar­beit so­wie Be­hin­der­ten­be­glei­tung be­rech­tigt ei­ne Aus­bil­dung zum Fach­so­zi­al­be­treu­er. Die Ba­sis­aus­bil­dung wir­din­zwei Jah­ren­bzw. je1. 200 St­un­den Theo­rie und Pra­xis ab­sol­viert. Für die Al­ten- und Be­hin­der­ten­ar­beit ist ei­ne wei­ter­füh­ren­de Aus­bil­dung von ei­nem Jahr er­for­der­lich. Die Aus­bil­dun­gen im So­zi­al­be­reich sind in Pinkafeld, im Pfle­ge­be­reich an der Ge­sund­heits- und Kran­ken­pfle­ge­schu­le Ober­wart und in der Ex­po­si­tur Frau­en­kir­chen­an­ge­sie­delt, ein­ei­den­te Aus­bil­dung wird auch an der FH Bur­gen­land an­ge­bo­ten. Jähr­lich ab­sol­vie­ren rund 80 Per­so­nen die ver­schie­de­nen Aus­bil­dungs­be­rei­che rund ein Drit­tel da­von sind Män­ner.

Es wird ein Wein sein. Be­son­ders zu­kunfts­ori­en­tiert ist die Aus­bil­dung von künf­ti­gen Füh­rungs­kräf­ten in der Wein­wirt­schaft und im Agrar­ma­nage­ment dank ei­ner Ko­ope­ra­ti­on zwi­schen der BHAK Neu­siedl/See, der BHAK/S Ei­sen­stadt und der LFS Wein­bau­schu­le Ei­sen­stadt ab Sep­tem­ber die­ses Jah­res. Die künf­ti­gen Ab­sol­ven­ten be­kom­men hier­bei mit dem Know-how in Be­triebs­wirt­schaft, Ma­nage­ment, Mar­ke­ting und Spra­chen so­wie dem fach­li­chen Grund­wis­sen in Sa­chen Wein­bau und Kel­ler­wirt­schaft (auch) ei­ne op­ti­ma­le Vor­be­rei­tung für Be­triebs­grün­dun­gen und -über­nah­men.

Heinz Jo­sef Zitz, Prä­si­dent des Lan­des­schul­rats

„Be­son­ders wich­tig sind sehr in­no­va­ti­ve Lern­um­ge­bun­gen und mo­derns­te Lern­mit­tel.“

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