Ge­fühl für Si­cher­heit

In­ter­view mit LH-Stv. Jo­hann Tschürtz

KURIER_BURGENLAND - - Editorial - -STE­PHAN SCOPETTA

Jo­hann Tschürtz, Stell­ver­tre­ten­der Lan­des­haupt­mann des Bur­gen­lan­des, über sein neu­es Si­cher­heits­kon­zept für das Bur­gen­land und das Pro­blem Ar­beits­lo­sig­keit.

Die Grenz­nä­he hat im Bur­gen­land nicht nur Vor­tei­le, son­dern die grenz­über­schrei­ten­de Kri­mi­na­li­tät hat Hoch­sai­son. Lan­des­haupt­mann-Stv. Jo­hann Tschürtz will das nun än­dern.

Herr Tschürtz, Sie sind für Si­cher­heit im Bur­gen­land zu­stän­dig. Wie si­cher ist das kleins­te Bun­des­land Ös­ter­reichs? Jo­hann Tschürtz: Das Bur­gen­land war schon ein­mal si­che­rer. Das sub­jek­ti­ve Si­cher­heits­ge­fühl ist aus mei­ner Sicht et­was schlech­ter ge­wor­den. Wo­bei man da­zu sa­gen muss, dass wir ein sehr ho­hes Ni­veau im Be­reich Si­cher­heit ha­ben. Aber es pas­sie­ren mitt­ler­wei­le doch rund 10.000 Straf­ta­ten pro Jahr. Das sind fast 30 Straf­ta­ten am Tag und für ein klei­nes Land ist das sehr viel.

Da­bei han­delt es sich si­cher nicht um Ka­pi­tal­ver­bre­chen?

Nein, es sind haupt­säch­lich Dieb­stäh­le und grenz­über­schrei­ten­de Kri­mi­na­li­tät. Be­dingt durch die Flücht­lings­kri­se 2015 hat auch die Schlep­per­kri­mi­na­li­tät ei­nen An­stieg er­fah­ren. Es sind vie­le klei­ne­re De­lik­te, aber die Bür­ger sind ver­un­si­chert.

Wie wol­len Sie den Bür­gern das Si­cher­heits­ge­fühl wie­der zu­rück ge­ben?

Wir ha­ben ge­ra­de das Pro­jekt „Si­che­res Bur­gen­land – Sei da­bei“ins Le­ben ge­ru­fen. Das ist ein völ­lig neu­es Kon­zept, bei dem wir Si­cher­heits­part­ner für das Bur­gen­land ein­set­zen. Ein pri­va­ter Bür­ger­ser­vice mit pro­fes­sio­nell aus­ge­bil­de­ten Mit­ar­bei­tern wird di­rekt vor Ort Ser­vice­leis­tun­gen für die Bür­ger an­bie­ten. Da­bei reicht das Spek­trum von der Me­di­ka­men­ten­ab­ho­lung in der Apo­the­ke für äl­te­re Men­schen über die Schul­weg­si­che­rung bis hin zu Kon­troll­fahr­ten. Auch die Nach­bar­schafts­hil­fe wol­len wir durch ver­schie­de­ne Initia­ti­ven stär­ken. Zu­dem wer­den wir Alar­ma­na­gen­sys­te­me ver­stärkt för­dern und es sol­len Sys­te­me un­ter 1.000 Eu­ro an­ge­bo­ten wer­den. Das Be­son­de­re ist, dass die Sys­te­me di­rekt mit der Lan­des­si­cher­heits­zen­tra­le ver­bun­den wer­den.

Wird es die­ses neue Si­cher­heits-Pro­jekt im ge­sam­ten Bur­gen­land ge­ben?

Wir star­ten mit die­sem Pro­jekt in neun Pi­lot­ge­mein­den im Sep­tem­ber. Wo­bei wir hier je­weils drei Ge­mein­den im Nord-, Mit­tel- und Süd­bur­gen­land aus­ge­wählt ha­ben. Läuft es gut, wer­den wir das Pro­jekt auf das ge­sam­te Bur­gen­land aus­rol­len.

Wird den Bür­ger­ser­vice ei­ne Se­cu­ri­ty­Fir­ma über­neh­men?

In ei­ner pri­va­ten Ge­sell­schaft wer­den wir 25 in ei­ner Si­cher­heits-Fach­hoch­schu­le top-aus­ge­bil­de­te Fach­kräf­te an­stel­len. Zu­dem­wird­das Pro­jekt­wis­sen­schaft­lich be­glei­tet.

War­um setzt man nicht auf die Po­li­zei?

Ei­nen pri­va­ten Bür­ger­ser­vice kön­nen wir sehr schnell um­set­zen. Ein per­so­nel­ler Auf­bau des Po­li­zei-Ap­pa­ra­tes und auch die Er­öff­nung neu­er Po­li­zei In­spek­tio­nen brau­chen ein­fach gro­ßen Vor­lauf. Grund­sätz­lich lau­fen be­reits Ge­sprä­che und wir sind um ei­ne gu­te Ein­bin­dung der Po­li­zei in al­le un­se­re Si­cher­heits­pro­jek­te be­müht.

Was sind die gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen für die nächs­ten Jah­re?

Das­gro­ße The­maist­na­tür­lich­der Ar­beits­markt. Hier set­zen wir auf ei­ne sek­to­ra­le Schlie­ßung des Ar­beits­mark­tes. Zu­dem ha­ben wir der Schwarz­ar­beit und dem Lohn­dum­ping den Kampf an­ge­sagt.

Jo­hann Tschürtz ist seit 2015 Lan­des­haupt­man­nStv. des Bur­gen­lan­des und für die Si­cher­heit zu­stän­dig

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