94 DIA­BE­TES AUF REI­SEN

Mit Dia­be­tes

Kurier_Diabetes - - INHALT - MAG­DA­LE­NA MEER­GRAF

Was Dia­be­ti­ker im Ur­laub be­ach­ten müs­sen

Dia­be­tes be­deu­tet heu­te kei­ner­lei Ein­schrän­kung bei der Mo­bi­li­tät. Dia­be­ti­ker kön­nen in al­le Län­der der Welt rei­sen. Sie soll­ten sich auf ih­re Fe­ri­en al­ler­dings im­mer gut vor­be­rei­ten.

Beim Kla­mot­ten­wech­sel im Hos­tel den Ka­the­ter raus­ge­ris­sen! Ei­gent­lich kei­ne gro­ße Sa­che und zu Haus stresst mich das gar nicht. Aber ein paar tau­send Ki­lo­me­ter von da­heim ent­fernt, stieg in mir die pu­re Pa­nik auf. In­ner­halb von Se­kun­den war der In­halt mei­nes Kof­fers am Bo­den ver­teilt. Kein Ka­the­ter“, er­zählt An­ne Kainz in ih­rem Blog­bei­trag bei Mysugr.

Ein Miss­ge­schick, das je­dem Dia­be­ti­ker und je­der Dia­be­ti­ke­rin pas­sie­ren kann. Rei­sen mit der Stoff­wech­sel­er­kran­kung, egal ob Typ-1 oder Typ-2, ist grund­sätz­lich kein Pro­blem. Un­ter­schät­zen soll­te man das Aben­teu­er aber nicht. Schließ­lich än­dert sich im Ur­laubs­land fast im­mer der Le­bens­rhyth­mus, Me­di­ka­men­te ha­ben an­de­re Na­men, man kennt die Lan­des­spra­che viel­leicht nicht und tut sich mit­un­ter auch mit den frem­den Spei­sen schwer. Vor al­lem dann, wenn man als in­su­linpf lich­ti­ger Dia­be­ti­ker die Koh­len­hy­dra­te in Bro­tein­hei­ten um­rech­nen muss. Doch mit gründ­li­cher Vor­be­rei­tung kann ei­ne Rei­se auch für Zu­cker­kran­ke er­hol­sam und ent­span­nend wer­den.

VOR­HER ZUM ARZT. Be­reits Rou­ti­ne mit dem Dia­be­tes zu ha­ben, ist si­cher­lich von Vor­teil. Für we­ni­ger Ge­üb­te emp­fiehlt es sich, die Rei­se mit dem Arzt zu be­spre­chen. Vor al­lem, wenn man die See­le in ei­ner an­de­ren Zeit­zo­ne bau­meln las­sen möch­te. Bei Flü­gen in den Wes­ten ver­län­gert sich der Tag, so­dass man mehr In­su­lin braucht. Bei Flü­gen nach Os­ten ist das Ge­gen­teil der Fall.

Auch wenn man mehr Sport macht als sonst, zum Bei­spiel im Wan­der­ur­laub, muss man mög­li­cher­wei­se die In­su­lin- oder Ta­blet­ten­do­sis sen­ken, um Un­ter­zu­cke­rung vor­zu­beu­gen. In je­dem Fall kann man die Aus­wir­kun­gen der neu­en Ge­ge­ben­hei­ten auf den Blut­zu­cker schnell er­ken­nen, in­dem man ihn öf­ter als sonst misst.

LIE­BER MEHR MIT­NEH­MEN. An­ne Kainz hat glück­li­cher­wei­se noch ei­nen al­ten Ka­the­der in ih­rem Ruck­sack ge­fun­den. Um so ei­nen Vor­fall in Zu­kunft zu ver­mei­den, hat sie ei­ne Pack­lis­te er­stellt (sie­he links), an die sich Dia­be­ti­ker vor An­tritt ei­ner Rei­se un­be­dingt hal­ten soll­ten: „Man­che Rei­sen wer­den nicht die vol­le Lis­te er­for­dern, aber je wei­ter und län­ger du un­ter­wegs bist, des­to eher soll­test du al­les mit­ha­ben.“Be­son­ders wich­tig sind aus­rei­chend In­su­lin und Trau­ben­zu­cker so­wie ein zu­sätz­li­cher Pen oder Ka­the­ter.

DIA­BE­TES-PASS NICHT VER­GES­SEN.

Ist erst ein­mal der Kof­fer ge­packt, geht es wei­ter zum Flug­ha­fen. Dia­be­tes-uten­si­li­en fal­len nicht un­ter die üb­li­chen Re­ge­lun­gen. In­su­lin und Blut­zu­cker-test­strei­fen soll­ten ins Hand­ge­päck, da es im Fracht­raum so kalt wird, so­dass das In­su­lin ge­frie­ren und da­durch un­brauch­bar wer­den kann. Au­ßer­dem könn­te der Kof­fer ver­lo­ren ge­hen oder ver­spä­tet an­kom­men. Ein mehr­spra­chig ver­fass­ter Dia­be­tes-pass (zu­min­dest in Eng­lisch) darf nie feh­len. Nicht nur we­gen der Flug­ha­fen­kon­trol­le. Auch um sich im Not­fall im Aus­land mit neu­en Me­di­ka­men­ten ein­de­cken zu kön­nen, wenn die­se ver­lo­ren oder ka­putt ge­hen. Der Haus­arzt kann ei­nem au­ßer­dem ein At­test aus­stel­len, wel­ches be­legt, dass man Dia­be­ti­ker ist.

IN­SU­LIN KÜHL LA­GEN. Die mit­ge­nom­me­nen In­su­lin­vor­rä­te soll­te man stets vor Son­nen­ein­strah­lung, Hit­ze und Frost schüt­zen. Für die Lang­zeit­la­ge­rung sind Tem­pe­ra­tu­ren zwi­schen plus vier Grad Cel­si­us und plus zehn Grad Cel­si­us ide­al. Rich­tig de­po­nie­ren kann man sie im Kühl­schrank und in Kühl­ta­schen. Als Hit­ze­schutz für Test­strei­fen, Blut­zu­cker­mess­ge­rät und Pen eig­nen sich eben­falls klei­ne Iso­lier­ta­schen. Bei ex­trem ho­her Luft­feuch­tig­keit ist es be­son­ders wich­tig, die Test­strei­fen­röhr­chen im­mer wie­der gut zu ver­schlie­ßen. Die Strei­fen müs­sen auch vor Käl­te ge­schützt wer­den. Im Ski­ur­laub könn­te man sie des­we­gen zum Bei­spiel in Kör­per­nä­he auf­be­wah­ren.

Wer be­son­ders aufs Es­sen ach­ten muss oder sich ein­fach nicht so vie­le Ge­dan­ken dar­über ma­chen möch­te, kann sich vor­ab ein ge­eig­ne­tes Ho­tel su­chen: „Da die An­sprü­che an Zu­be­rei­tung, Her­kunft und In­halts­stof­fe im­mer kom­ple­xer ge­wor­den sind, ha­ben wir be­son­ders ge­eig­ne­te Häu­ser mit dem Si­g­net ,spe­zi­el­le Kü­che’ ge­kenn­zeich­net“, so Pa­tri­zia Wein­ber­ger, Spre­che­rin des Rei­se­un­ter­neh­mens TUI. Spe­zi­ell or­ga­ni­sier­te Dia­be­tesRei­sen ge­be es aber lei­der nicht mehr, so Wein­ber­ger.

Ein ab­schlie­ßen­der Hin­weis: Es gibt Rei­se­kran­ken­ver­si­che­run­gen, die dia­be­tes­be­ding­te Krank­heits­fäl­le aus­schlie­ßen. -

Wer in fer­ne Län­der reist,

soll­te im­mer ge­nü­gend In­su­lin und Er­satz­ka­the­der

mit­neh­men

Grafik: Eber

Qu­el­le: mysugr

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