WIE GE­STA­TI­ONS­DIA­BE­TES ENT­STEHT

Kurier_Diabetes - - SCHWANGERSCHAFT -

Ge­sta­ti­ons­dia­be­tes ent­steht auf­grund hor­mo­nel­ler Ve­rän­de­run­gen im Kör­per der Mut­ter durch die Schwan­ger­schaft. Er ist durch ei­ne Er­näh­rungs­um­stel­lung wäh­rend der Schwan­ger­schaft gut kon­trol­lier­bar.

Ge­sta­ti­ons­dia­be­tes ent­steht wäh­rend der Schwan­ger­schaft und ver­schwin­det meis­tens un­mit­tel­bar nach der Ge­burt wie­der. Die er­höh­ten Blut­zu­cker­wer­te sind be­dingt durch ei­ne hor­mo­nel­le Ve­rän­de­rung. Die­se Er­kran­kung macht sich nicht durch Be­schwer­den be­merk­bar, son­dern wird durch ei­nen im Mut­ter-kind-pass vor­ge­se­he­nen Zu­cker­be­las­tungs­test zwi­schen der 24. und 28. Wo­che fest­ge­stellt. Über­ge­wich­ti­ge Frau­en sind eher ge­fähr­det und soll­ten die­sen Test be­reits frü­her ma­chen.

Das ist auch wich­tig, um even­tu­ell ei­nen ma­ni­fes­ten, aber noch un­ent­deck­ten Dia­be­tes Typ-2 früh zu er­ken­nen. „So kann die rich­ti­ge The­ra­pie und ei­ne Schwan­ger­schafts­pla­nung un­ter bes­ten Vor­aus­set­zun­gen er­mög­licht wer­den“, be­tont Alex­an­dra Kautz­ky-wil­ler von der Ab­tei­lung für En­do­kri­no­lo­gie und Stoff­wech­sel der Uni­ver­si­täts­kli­nik für In­ne­re Me­di­zin III der Me­du­ni Wi­en. Die Zahl die­ser Frau­en stei­ge stark an, weil Müt­ter im­mer äl­ter und Dia­be­ti­ke­rin­nen im­mer jün­ger wer­den. Auch Über­ge­wicht und ei­ne po­si­ti­ve Fa­mi­li­enana­mne­se tra­gen ih­ren Teil da­zu bei.

GE­FAH­REN. Er­höh­te Zu­cker- und In­su­lin­wer­te wäh­rend der Schwan­ger­schaft könn­ten die Start­chan­cen des Ba­bys ver­schlech­tern. Über­pro­por­tio­na­les, me­ta­bo­lisch un­güns­ti­ges Grö­ßen­wachs­tum und Ge­burts­kom­pli­ka­tio­nen bis hin zu ei­ner er­höh­ten Mor­ta­li­tät wä­ren die mög­li­chen Fol­gen. Das Kind er­hält ein er­höh­tes Ri­si­ko über­ge­wich­tig zu wer­den und spä­ter ei­nen ma­ni­fes­ten Dia­be­tes zu ent­wi­ckeln. Die Prä­ven­ti­on für die Al­ler­kleins­ten be­ginnt al­so be­reits im Mut­ter­leib. In der Re­gel lässt sich Schwan­ger­schafts- dia­be­tes gut be­han­deln: „Man kann Kom­pli­ka­tio­nen rund um die Ge­burt ver­mei­den und Pro­ble­me im spä­te­ren Le­ben ver­rin­gern oder gar ver­hin­dern“, ist Alex­an­dra Kautz­kyWil­ler über­zeugt. Dem Ge­sta­ti­ons­dia­be­tes wird haupt­säch­lich durch ei­ne Er­näh­rungs- und Be­we­gungs­the­ra­pie ent­ge­gen­ge­wirkt. Bei Be­darf wer­den auch Me­di­ka­men­te ver­ord­net. Dies rich­tet sich nach den Blut­zu­cker­auf­zeich­nun­gen der Be­trof­fe­nen, die re­gel­mä­ßig nüch­tern und nach den Haupt­mahl­zei­ten ih­ren Blut­zu­cker­wert mes­sen muss.

BE­WE­GUNG HILFT. Ei­ne Le­bens­stilIn­ter­ven­ti­on zu­sätz­lich zur üb­li­chen Vor­sor­ge, be­ste­hend aus ei­nem in­ten­si­ven Ge­sund­heits­pro­gramm durch Di­ät und Be­we­gung, könn­te Ge­sta­ti­ons­dia­be­tes bei Ri­si­ko­pa­ti­en­tin­nen auch ver­mei­den. Das zeigt ei- ne ak­tu­el­le Stu­die rund um Dia­be­to­lo­gin Sai­la Koi­vu­sa­lo von der Uni­ver­si­tät Hel­sin­ki, ver­öf­fent­licht in Dia­be­tes Care. Das Auf­tre­ten der Krank­heit wur­de um 39 Pro­zent re­du­ziert.

Laut dem vor­läu­fi­gen Er­geb­nis des Eu-pi­lot­pro­jekts DA­LI (Vit­amin D And Li­fe­style In­ter­ven­ti­on for Ge­sta­tio­nal Dia­be­tes Mel­li­tus Preven­ti­on), das im De­zem­ber 2015 ab­ge­schlos­sen wird und an dem Kautz­ky-wil­ler mit ei­nem Team an der Me­du­ni Wi­en be­tei­ligt war, soll Er­näh­rungs­um­stel­lung und Ge­wichts­ab­nah­me noch wich­ti­ger sein als die blo­ße Be­we­gung. Frau­en, die ih­re Er­näh­rung in der Früh­schwan­ger­schaft mas­siv um­stell­ten, nah­men im wei­te­ren Ver­lauf we­ni­ger Ge­wicht zu. Sie wie­sen auch bes­se­re Blut­zu­cker­wer­te auf als je­ne, die nur Be­we­gung ge­macht hat­ten, sich aber wei­ter­hin un­ge­sund er­nähr­ten. «

Alex­an­dra Kautz­kyWil­ler ist Pro­fes­so­rin für

Gen­der Me­di­ci­ne an der Me­du­ni

Wi­en

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