AM AKH WI­EN FOR­SCHEN WIR AN DIA­BE­TES-IMP­FUNG

Kurier_Diabetes - - FAKTEN -

Alex­an­dra Kautz­ky-wil­ler, Pro­fes­so­rin für Gen­der Me­di­ci­ne am AKH Wi­en, über das er­höh­te Dia­be­tes-ri­si­ko der Ös­ter­rei­cher.

Im­mer mehr Men­schen er­kran­ken an Dia­be­tes, vor al­lem an Typ-2. Wie las­sen sich die ge­sun­den Le­bens­jah­re der Ös­ter­rei­cher er­hö­hen? Alex­an­dra Kautz­ky-wil­ler: Durch ei­nen ge­sun­den Le­bens­stil von An­fang an. Re­gel­mä­ßig Be­we­gung, wenn mög­lich Aus­dau­er- und Kraft­übun­gen, me­di­ter­ra­ne Er­näh­rung, Nicht-rau­chen und nur ge­le­gent­lich ein Glas Wein sind wich­ti­ge Maß­nah­men. Selbst das Ri­si­ko ei­ner ge­ne­ti­schen Prä­dis­po­si­ti­on lässt sich zu­min­dest teil­wei­se da­durch ver­rin­gern. Vor al­lem der Bauch­um­fang soll­te bei Frau­en nicht über 88 und bei Män­nern nicht über 102 Zen­ti­me­tern lie­gen, weil das ein Hin­weis für ver­mehr­tes Bauch­fett und be­son­ders un­güns­tig ist. Fit­ness ist aber wich­ti­ger als nur das Ge­wicht al­lei­ne.

Sind die Neu­er­kran­kun­gen bei Män­nern und Frau­en glei­cher­ma­ßen hoch?

Ins­ge­samt ha­ben mehr Män­ner Dia­be­tes, so­wohl Typ-1 als auch Typ-2. Bei Kin­dern und Ju­gend­li­chen sind bis zur Pu­ber­tät et­was mehr Mäd­chen be­trof­fen, da­nach mehr Bu­ben.

Gibt es über­haupt ei­ne Prä­ven­ti­ons­mög­lich­keit für Typ-1?

Kai­ser­schnit­te könn­ten das Ri­si­ko für Dia­be­tes Typ-1 beim Kind mög­li­cher­wei­se er­hö­hen. Weil über ei­ne Ve­rän­de­rung der Darm­bak­te­ri­en­zu­sam­men­set­zung auch ei­ne Ve­rän­de­rung des Im­mun­sys­tems be­dingt wird. Das hat sich al­ler­dings in gro­ßen Da­ten­sät­zen nicht be­stä­tigt. Eben­so we­nig ist bis­her ei­ne gu­te Mög­lich­keit der Vor­beu­gung für Dia­be­tes Typ-1 be­kannt. Be­stimm­te In­fek­tio­nen und All­er­ge­ne und über- trie­be­ne Hy­gie­ne­maß­nah­men könn­ten zu ei­nem hö­he­ren Ri­si­ko bei­tra­gen. Kom­ple­xe In­ter­ak­tio­nen zwi­schen ge­ne­ti­schen und Um­welt­fak­to­ren dürf­ten aus­lö­send sein. Scree­ning-un­ter­su­chun­gen könn­ten bei Kin­dern An­ti­kör­per ge­gen die in­su­lin­pro­du­zie­ren­den Zel­len der Bauch­spei­chel­drü­se iden­ti­fi­zie­ren. Sie sind der­zeit aber nicht sinn­voll, da es kei­ne si­che­ren Prä­ven­ti­ons­maß­nah­men gibt.

Wel­che For­schung wird an der Me­du­ni zum The­ma Dia­be­tes be­trie­ben?

Wir ha­ben ver­schie­de­ne Ar­beits­grup­pen, die sich mit der Ent­ste­hung des Dia­be­tes und sei­ner Kom­pli­ka­tio­nen und mit der Ent­wick­lung von Prä­ven­ti­ons­mög­lich­kei­ten be­schäf­ti­gen. Ei­ne da­von ar­bei­tet an ei­ner Imp­fung ge­gen Dia­be­tes, ei­ne an­de­re an Mög­lich­kei­ten, den Ener­gie­haus­halt güns­tig zu be­ein­flus­sen. Wir neh­men an ver­schie­de­nen in­ter­na­tio­na­len Me­di­ka­men­ten­stu­di­en teil, um die best­mög­li­che The­ra­pie für be­stimm­te Ziel­grup­pen her­aus­zu­fin­den. «

Alex­an­dra Kautz­ky-wil­ler ist Fach­ärz­tin für In­ne­re Me­di­zin am AKH Wi­en

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