Die Ver­net­zung dum­mer Din­ge

Phil­ipp Mül­ler, Ge­ne­ral Ma­na­ger Pu­b­lic Sec­tor von CSC, spricht über ver­netz­te Städ­te der Zu­kunft und ei­ne Ent­las­tung von Bür­gern und Ver­wal­tung durch ei­ne ver­wert­ba­re Da­ten­flut.

KURIER_DIGITAL FUTURE - - EDITORIAL - -CHRIS­TI­AN NEU­HOLD

Com­pu­ter­ex­per­te Phil­ipp Mül­ler über Big Da­ta in der Stadt

Die Stadt der Zu­kunft be­steht für Phil­ipp Mül­ler, Ge­ne­ral Ma­na­ger Pu­b­lic Sec­t­ord es Com­pu­ter­spe­zia­lis­ten CSC, vor al­lem aus der in­tel­li­gen­ten Ver­net­zung an sich dum­mer Din­ge. Wie er die Di­gi­ta­li­sie­rung des Le­bens sieht.

In der Stadt der Zu­kunft wür­den Sie ger­ne je­dem Ge­gen­stand ei­nen Sen­der ver­pas­sen, da­mit er mit der Um­welt kom­mu­ni­zie­ren kann. Führt das nicht zur Da­ten-Sint­flut? Phil­ipp Mül­ler: Ei­ne ver­wert­ba­re Da­ten­flut ja, die letzt­end­lich zu ei­ner Ent­las­tung der Bür­ger und Ver­wal­tung führt und kei­ne Sint­flut. Durch Ver­net­zung die­ser dum­men Tei­le ent­steht Schwar­min­tel­li­genz. Das in­tel­li­gen­te Kom­mu­ni­zie­ren der Din­ge mit­ein­an­der er­mög­licht ein Über­wa­chen, Ver­glei­chen und Op­ti­mie­ren von vie­len Pro­zes­sen, wo­durch Pro­ble­me prä­ven­tiv be­han­delt wer­den kön­nen. Wich­tig sind da­bei of­fe­ne Schnitt­stel­len zu den Bür­gern, die in die­sen Pro­zess in­te­griert sein müs­sen.

Das klingt aber auch nach der to­ta­len Über­wa­chung, da die­ses Sys­tem ja je­der­zeit weiß, wo ich ge­ra­de bis und was ich dort ma­che. Fürch­ten Sie da nicht ein Ab­glei­ten in den Über­wa­chungs­staat? Rein tech­nisch be­trach­tet ist je­der Ein­zel­ne voll­stän­dig über­wach­bar.

Da­her ist der Ge­setz­ge­ber ver­pflich­tet, die Nut­zung vonBig- Da­ta-An­wen­dun­gen in­tel­li­gent und rechts­sic her­zu re­geln.Big Da­ta ist wie Au­to­fah­ren. Oh­ne ent­spre­chen­de Re­geln und In­fra­struk­tur gibt es vie­le Ri­si­ken und Ge­fah­ren. Des­halb müs­sen wird er­mög­li­chen Nut­zung von Mas­sen­da­ten, wel­che wir zur Steue­rung von Ma­kro­da­ten ver­wen­den, kla­re Gren­zen set­zen.

Führt­das­nicht­zu­ei­ner Spal­tung der Ge­sell­schaft in Rei­che, die sich die Devices zur Nut­zung die­ser An­wen­dun­gen leis­ten kön­nen, und Ar­men, die als di­gi­ta­le Bett­ler durchs Le­ben ge­hen müs­sen? Nein, denn so­bald Men­schen auch nur ein biss­chen Geld ver­die­nen, be­sit­zen sie ein Mo­bi­le De­vice. Wich­ti­ger als der Ge­rä­te­be­sitz ist die Fra­ge der In­te­gra­ti­on der Bür­ger. Da­zu müs­sen die Stadt­ver­wal­tun­gen auch die di­gi­ta­le In­fra­struk­tur der Städ­te aus­bau­en.Da bin ich aber eben­falls op­ti­mis­tisch, denn das ist re­la­tiv kos­ten­güns­tig. Da­her set­zen vor al­lem Städ­te in Schwel­len­län­der ver­stärkt auf die Di­gi­ta­li­sie­rung. Das in­ves­tier­te Geld kommt auch schnell zu­rück, denn smar­te Städ­te schaf­fen ja auch Mehr­wert in Form von Steu­ern.

Wie lan­ge wird es dau­ern, Ih­re Idee der ver­netz­ten Stadt um­zu­set­zen?

Das wird nicht in ei­nem gro­ßen Schritt, son­dern in vie­len klei­nen Schrit­ten ab­lau­fen und si­cher­lich mehr als 50 Jah­re dau­ern. Doch es hat be­reits be­gon­nen, den­ken Sie nur an die An­zei­ge­ta­feln bei Bus­hal­te­stel­len, die den Fahr­gäs­ten sa­gen, wann der nächs­te Bus kommt. Das ent­stresst die Wartezeit. Sol­che Ent­wick­lun­gen pas­sie­ren dau­ernd, aber in klei­nen Schrit­ten, so dass sie nie­mand als be­droh­lich emp­fin­det.

„Der Ge­setz­ge­ber ist ver­pflich­tet, die Nut­zung von Big-Da­ta-An­wen­dun­gen strengs­tens zu re­geln und der Tech­nik Gren­zen zu set­zen.“

Phil­ipp Mül­ler, Ge­ne­ral Ma­na­ger Pu­b­lic Sec­tor CSC

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