Das Hoch­si­cher­heits­netz für Ihr Geld

Kaum ein Land hat so ei­ne ho­he Ban­ko­mat­dich­te wie Ös­ter­reich – die noch da­zu mit ho­her Si­cher­heit punk­tet.

KURIER_DIGITAL FUTURE - - INHALTSVERZEICHNIS - -YAS­MIN VIHAUS

So si­cher ist Ös­ter­reichs Ban­ko­mat­netz­werk

Am 8. Sep­tem­ber 1980 wur­de der ers­te Ban­ko­mat Ös­ter­reichs in Wien in Be­trieb ge­nom­men und er­mög­lich­te es erst­mals, rund um die Uhr Geld zu be­he­ben. Heu­te hat Ös­ter­reich ei­nes der dich­tes­ten Ban­ko­mat­net­ze Eu­ro­pas, auf 1000 Ein­woh­ner kommt ein Ban­ko­mat, ins­ge­samt wer­den Ös­ter­reichs Kun­den von rund 9000 Ban­ko­ma­ten mit rund 46 Mil­li­ar­den Trans­ak­tio­nen im Jahr ver­sorgt – 85 Pro­zent der Ge­rä­te wer­den von der Payment Ser­vice Aus­tria (PSA) be­treut. 2012 ge­grün­det, steht die PSA im ge­mein­sa­men Ei­gen­tum der ös­ter­rei­chi­schen Ban­ken und ist für die Ser­vicie­rung al­ler im Um­lauf be­find­li­chen Ban­ko­mat­kar­ten so­wie der Be­treu­ung des Ban­ko­mat­sys­tems in Ös­ter­reich zu­stän­dig. Die Ban­ko­mat­kar­te wur­de mitt­ler­wei­le zum Schlüs­selin­stru­ment des mo­der­nen täg­li­chen Geld­ver­kehrs. SI­CHER­HEIT DURCH CHIP-SPEI­CHER. Be­reits im Jahr 1995 und da­mit sehr früh, wur­den in Ös­ter­reich De­bit­kar­ten mit Chip ein­ge­führt, um das Sich er heits ni­veau im In­land auf den höchst­mög­li­chen Stand zu brin­gen. DerSic her heits stan­dard des Chips ist deut­lich hö­her als je­ner des zu­vor gän­gi­gen Ma­gnet­strei­fens, der sehr leicht zu ko­pie­ren war. Seit der Ein­füh­rung ist der Chip Trä­ger al­ler re­le­van­ten In­for­ma­tio­nen und spei­chert bei­spiels­wei­se die Kar­ten­num­mer, das Ablauf­da­tum und die Of­f­line­li­mits der Kar­te, wäh­rend der der Ma­gnet­strei­fen auf der Rück­sei­te der Kar­te nur noch zur Ab­wick­lung von Trans­ak­tio­nen an Ter­mi­nals oh­ne Chip un­ter­stüt­zung dient. Durch die Per­so­na­li­sie­rung wird je­de Kar­te zu ei­nem un­ver­wech­sel­ba­ren und fäl­schungs si­che­ren Ein­zel­stück. Die Zu­ord­nung ei­ner Kar­te zur Per­son ge­schieht ei­ner­seits durch die phy­si­ka­li­sche Per­so­na­li­sie­rung mit­tels Prä­gung oder Gra­vur, an­de­rer­seits durch die elek­tro­ni­sche P er so­na­li sie rung,al so­das La­den von in­di­vi­du­el­len, ein­deu­ti­gen Da­ten (zum Bei­spiel Schlüs­sel) je Kar­te in den Spei­cher der Chip­kar­te und durch die PIN-Ge­ne­rie­rung. Zu­dem kön­nen Zu­satz ap­pli­ka­tio­nen ge­spei­chert wer­den – bei­spiels­wei­se fin­det sich auf dem Chip der ös­ter­rei­chi­schen Ma­e­s­tro-Kar­te ne­ben der Zah­lungs­ver­kehrs funk­ti­on noch ei­ne Al­ter­s­ken­nung. 1996 wur­de zu­sätz­lich die Elek­tro­ni­sche Geld­bör­se Quick ein­ge­führt, die ein Ab­he­ben und Zah­len ganz oh­ne Co­de er­mög­licht. Seit 2004 kön­nen Kun­den au­ßer­dem Wert kar­ten al­ler hei­mi­schen Mo­bil te­le­fon be­trei­ber auf­la­den.

DER CHIP WIRD IN­TER­NA­TIO­NAL. Da die Chip kar­ten tech­no­lo­gie auf Ba­sis von un­ter­schied­li­chen na­tio­na­len Stan­dards ein­ge­führt wur­de, muss­ten grenz­über­schrei­ten­de Zah­lun­gen über die we­ni­ger si­che­re Ma­gnet­strei­fen tech­no­lo­gie ab­ge­wi­ckelt wer­den. Was zu ei­nem deut­li­chen An­stieg bei Kar­ten be­trugs fäl­len führ­te. Um dem ent­ge­gen­zu­wir­ken, schlos­sen sich die gro­ßen Kar­ten or­ga­ni­sa­tio­nen Eu­ro­pay In­ter­na­tio­nal, Vi­sa In­ter­na­tio­nal und Mas­tercard In­ter­na­tio­nal zu­sam­men und ent­wi­ckel­ten ei­nen ein­heit­li­chen tech­ni­schen Stan­dard für Chip­kar­ten und Zah­lungs ab­wick­lung–den EM V Stan­dard. In Ös­ter­reich wer­den De­bit- und Kre­dit­kar­ten seit dem Jahr 2004 mit die­sem aus­ge­ge­ben. Ein gro­ßer Schritt für mehr Si­cher­heit und ge­gen Be­trug bil­de­te die spä­te­re Ein­füh­rung des Schutz­pro­gramms GeoCon­trol. Nach­dem sich die An­zei­gen von Be­trugs­fäl­len mit ko­pier­ten Ma­gnet­strei­fen von Ban­ko­mat­kar­ten ge­häuft hat­ten, ent­schie­den sich die hei­mi­schen Ban­ken, die Zah­lung via Ma­gnet­strei­fen au­ßer­halb Eu­ro­pas stan­dard­mä­ßig zu de­ak­ti­vie­ren. Kun­den, die ins Aus­land rei­sen, kön­nen die­se Funk­ti­on na­tür­lich bei ih­rer Bank wie­der ak­ti­vie­ren. Zum Teil kön­nen die Kun­den die Funk­ti­on sel­ber im eBan­king ak­ti­vie­ren, sonst ge­nügt ein An­ruf. Durch GeoCon­trol kön­nen ko­pier­te Ma­gnet­strei­fen von Ban­ko­mat­kar­ten im Aus­land kaum noch miss­bräuch­lich ge­nutzt wer­den.

Im Un­ter­schied zu den USA hat sich in Eu­ro­pa die Ban­ko­mat­kar­te in der all­täg­li­chen Nut­zung weit­ge­hend ge­gen die Kre­dit­kar­te durch­ge­setzt – Pay Now, al­so die so­for­ti­ge Be­las­tung des Kon­tos, wird ge­gen­über dem PayLa­ter-Sys­tem be­vor­zugt. Zu­dem setzt die De­bit­kar­te, im Ge­gen­satz zur Kre­dit­kar­te, im­mer auch ei­ne Kon­to­be­zie­hung des Kar­ten­in­ha­bers mit dem kar­ten­aus­ge­ben­den In­sti­tut vor­aus. Durch die di­ver­sen na­tio­na­len und in­ter­na­tio­na­len Sys­te­me ist die Ver­br ei­tungs­un­dAk­zep tanz si­tua­ti­on von Land zu Land un­ter­schied­lich. Wäh­rend ei­ni­ge Län­der auf na­tio­na­le Sys­te­me set­zen, was un­ter Um­stän­den zu Ak­zep­tanz pro­ble­men von aus­län­di­schen Kar­ten füh­ren kann, gibt es in Ös­ter­reich nur in­ter­na­tio­na­le Sys­te­me.

KON­TAKT­LO­SES ZAH­LEN. Im März 2013 star­te­te die PSA mit dem An­ge­bot des kon­takt­lo­sen Zah­lens via NFC-Tech­no­lo­gie. Da­bei wer­den die Trans­ak­ti­ons­da­ten zwi­schen Kar­te und Zah­lungs­ter­mi­nal mit­tels draht­lo­ser Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­no­lo­gie aus­ge­tauscht. Die glei­chen Trans­ak­ti­ons­da­ten kön­nen aber auch zwi­schen dem Ter­mi­nal und ei­ner kon­takt­lo­sen An­wen­dung in ei­nem Chip in der SIM-Kar­te ei­nes Smart­pho­nes aus­ge­tauscht wer­den. Er­mög­licht wird dies durch „Ne­ar Field Com­mu­ni­ca­ti­on“, ei­nem Über­tra­gungs­stan­dard zur kon­takt­lo­sen Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen elek­tro­ni­schen Ge­rä­ten in ei­ner Ent­fer­nung von et­wa vier Zen­ti­me­tern. Von 2014 auf 2015 hat sich die NFCNut­zung an den POS-Kas­sen ver­drei­facht, in Ös­ter­reich sind auf­grund der po­si­ti­ven An­nah­me durch die Kon­su­men­ten mitt­ler­wei­le 84 Pro­zent al­ler aus­ge­ge­be­nen Kar­ten mit der Funk­ti­on zum kon­takt­lo­sen Zah­len aus­ge­stat­tet. Dem Wunsch nach ver­ein­fach­ter Zah­lung wur­de vor ei­nem Jahr durch die m-Payment-App für Smart­pho­nes zu­sätz­lich nach­ge­gan­gen. Wäh­rend in den USA und Asi­en kon­takt­lo­ses Zah­len mit­tels Smart Card oder Han­dy be­reits weit ver­brei­tet ist, wur­de die App fürs Han­dy hier­zu­lan­de vor ei­nem Jahr ein­ge­führt – das Netz an NFC-fä­hi­gen Ter­mi­nals wird stän­dig er­wei­tert. Bis­her wer­de die App laut PSA von den Bank­kun­den gut auf­ge­nom­men – wer in­ter­es­siert an der mo­bi­len Ban­ko­mat­kar­te für das Smart­pho­ne ist, be­stellt sie bei der Haus­bank.

Auf je­den Geld­au­to­ma­ten kom­men in Ös­ter­reich ca. 1000 Ein­woh­ner. Im Ver­gleich: In Schwe­den sind es 3300 pro Ban­ko­mat

Das Hin­ein­schie­ben der Kar­te in den Ban­ko­m­ar­ten könn­te bald der Ver­gan­gen­heit an­ge­hö­ren

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