VER­KNÜP­FUNG DER EINKAUFSWELTEN

Wo wer­den wir künf­tig ein­kau­fen? Re­né Trit­scher , Spar­te Han­del in der Wirt­schafts­kam­mer, über Shop­ping-Vi­sio­nen.

KURIER_DIGITAL FUTURE - - SMART SHOPPING -

In wel­chem Ver­hält­nis steht der On­line­han­del heu­te zum ös­ter­rei­chi­schen sta­tio­nä­ren Ein­zel­han­del? Re­né Trit­scher: Der Ein­kauf der Kon­su­men­ten im sta­tio­nä­ren Han­del do­mi­niert nach wie vor im Ver­hält­nis 95:5 zum On­li­ne­ge­schäft. Die­ses wächst aber weit dy­na­mi­scher als der klas­si­sche Han­del. Da­mit liegt Ös­ter­reich im eu­ro­päi­schen Mit­tel­feld, die skan­di­na­vi­schen Län­der und Groß­bri­tan­ni­en sind beim On­li­ne­shop­ping weit vor­ne, süd­li­che Län­der wie Spa­ni­en oder Ita­li­en hin­ge­gen lie­gen hin­ter uns.

Was müs­sen Händ­ler be­ach­ten, um ih­ren Kun­den das mo­der­ne Ein­kaufs­er­leb­nis wirk­lich schmack­haft zu ma­chen? Un­se­re Bot­schaft an die ös­ter­rei­chi­schen Händ­ler lau­tet, das Bes­te aus bei­denWel­ten­zu­ver­bin­den.Der Händ­ler soll­te den Kun­den übe­r­all ab­ho­len, al­so Pro­dukt­in­for­ma­tio­nen schon vor­ab im In­ter­net zur Ver­fü­gung zu stel­len und fach­li­che Be­ra­tung im Ge­schäft an­bie­ten.

Ist der ös­ter­rei­chi­sche Ein­zel­han­del in sei­ner di­gi­ta­len Ent­wick­lung kon­kur­renz­fä­hig? Zur­zeit fin­det ge­ra­de die Ver­bin­dung der di­gi­ta­len Ein­kaufs­welt und der klas­si­schen Han­dels­welt statt. Die­se Ent­wick­lung pas­siert schlei­chend. Kun­den kön­nen zum Bei­spiel on­line ei­nen Sto­re-Pick-up in ih­rer Fi­lia­le be­stel­len oder durch di­gi­ta­le Ein­kaufs­sta­tio­nen im Ge­schäft auf nicht la­gern­de Ar­ti­kel zu­grei­fen. Die­se Be­rei­che wer­den zu­sam­men­wach­sen, mit dem Ziel, den Kon­su­men­ten in je­der Pha­se der Kauf­ent­schei­dung auf das ge­sam­te Wa­ren­an­ge­bot auf­merk­sam zu ma­chen. Wie groß sind die Be­rüh­rungs­ängs­te des Ein­zel­han­dels mit dem In­ter­net? Die Wirt­schafts­kam­mer hat vor zwei­ein­halb Jah­ren ei­ne Er­he­bung durch­ge­führt, die er­gab, dass 70 Pro­zent des ös­ter­rei­chi­schen Ein­zel­han­dels über ei­ne Web­sei­te ver­fügt und 20 Pro­zent über ei­ne Ver­kaufs­mög­lich­keit im In­ter­net. Man muss sich auch grund­sätz­li­che Fra­gen stel­len, ehe man die­sen Schritt un­ter­nimmt. Es geht um Lo­gis­tik, es geht um Zah­lungs­for­men, es geht um die Ver­knüp­fung bei­der Wel­ten – letzt­lich ist es ei­ne stra­te­gi­sche Ent­schei­dung, da ja auch In­ves­ti­tio­nen nö­tig sind.

Wie neh­men die Kon­su­men­ten di­gi­ta­le Neue­run­gen wie zum Bei­spiel die Sel­fS­can-Kas­sen an? Wie bei je­der tech­no­lo­gi­schen Ve­rän­de­rung geht es ei­ner­seits um ei­ne Ver­hal­tens­än­de­rung – die Kun­den sind es jahr­zehn­te­lang ge­wohnt, an ei­ner Kas­sa be­dient zu wer­den –, an­de­rer­seits um das Ziel des Händ­lers, den Vor­gang für den Kun­den mög­lichst rasch und be­quem zu ge­stal­ten.

Re­né Trit­scher, Wirt­schafts­kam­mer

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.