DAS KRYPTOGRAFISCHE ZAH­LUNGS­MIT­TEL

Die Di­gi­tal­wäh­rung Bit­co­in ist in al­ler Mun­de, die Kur­se stie­gen in den letz­ten Mo­na­ten rasant, die Ak­zep­tanz im All­tag bleibt je­doch ge­ring. Wie funk­tio­niert die kryptografische Wäh­rung?

KURIER_DIGITAL FUTURE - - SICHERHEIT - -YAS­MIN VIHAUS

Be­reits seit 2009 gibt es sie – die Kryp­towäh­rung Bit­co­in. Um ein ver­teil­tes, de­zen­tra­les und si­che­res di­gi­ta­les Zah­lungs­sys­tem zu rea­li­sie­ren, wer­den da­bei Prin­zi­pi­en der Kryp­to­gra­fie an­ge­wandt. Durch die kryp­to­gra­fisch ab­ge­si­cher­ten Pro­to­kol­le und die de­zen­tra­le Da­ten­hal­tung wird bar­geld­lo­ses Be­zah­len oh­ne Zen­tral­in­stan­zen wie Ban­ken er­mög­licht. Das Zah­lungs­sys­tem Bit­co­in be­steht im We­sent­li­chen aus ei­ner Da­ten­bank, der Block Chain, in der al­le Bit­co­in-Trans­ak­tio­nen ver­zeich­net sind. Zu­sätz­lich wird ein Peer-toPeer-Netz­werk ver­wen­det, das al­le teil­neh­men­den Rech­ner ver­bin­det. Um das Sys­tem für Zah­lun­gen nut­zen zu kön­nen, braucht der User ei­ne Bit­co­in-Wal­let-Soft­ware und ei­ne In­ter­net­ver­bin­dung. Die per­sön­li­che Wal­let ent­hält kryptografische Schlüs­sel, um Zah­lun­gen zu au­to­ri­sie­ren. Ge­ne­riert wird die Wäh­rung aus­schließ­lich durch Re­chen­leis­tung, die ma­xi­ma­le Geld­men­ge ist durch das Netz­werk­pro­to­koll auf 21 Mil­lio­nen Bit­co­ins fest­ge­legt. Der­zeit sind rund 15 Mil­lio­nen Ein­hei­ten der Di­gi­tal­wäh­rung im Um­lauf – und ent­spre­chen ei­nem Wert von um­ge­rech­net rund sechs Mil­li­ar­den Dol­lar.

HOCH IM KURS. Still und heim­lich ge­wann die Kryp­towäh­rung in ver­gan­ge­nen zwölf Mo­na­ten ge­wal­tig an Per­for­mance, im letz­ten Jahr leg­te der Bit­co­in-Kurs um fast 150 Pro­zent zu. Das liegt zum ei­nen an der zu­neh­men­den Nach­fra­ge aus Chi­na in den letz­ten Mo­na­ten, zum an­de­ren aber auch dar­an, dass die Zahl der Bit­co­in-Ein­hei­ten an­ders als bei Fi­at-Wäh­run­gen wie Dol­lar oder Eu­ro be­grenzt ist. Wäh­rend die Eu­ro- und Dol­lar-Geld­men­ge in den ver­gan­ge­nen Jah­ren durch die lo­cke­re Geld­po­li­tik der No­ten­ban­ken im­mer wei­ter an­ge­stie­gen ist, wächst die Bit­co­in-Men­ge im­mer lang­sa­mer. So­fern die Wäh­rung über­lebt und ih­re Ak­zep­tanz kon­stant bleibt, könn­ten Bit­co­ins un­ter Um­stän­den bes­ser zur Wert­auf­be­wah­rung die­nen, als dies bei staat­lich aus­ge­ge­be­nem Geld der Fall ist. Zu­dem er­mög­li­chen Bit­co­ins voll­kom­men an­ony­me Trans­ak­tio­nen oh­ne je­de staat­li­che oder sons­ti­ge Über­wa­chung – die­ser Fak­tor wird vor al­lem durch die zu­neh­men­de Dis­kus­si­on um die Ab­schaf­fung des Bar­gelds und die kri­ti­sche Be­trach­tung von Über­wa­chungs­in­stan­zen im­mer wich­ti­ger.

AL­LES BIT­CO­IN? Den­noch be­ste­hen wei­ter­hin Pro­ble­me – die Ak­zep­tanz im All­tag ist kaum ge­ge­ben, ei­ni­ge an­de­re Kryp­towäh­run­gen sind Bit­co­in tech­nisch über­le­gen und die einst­mals welt­größ­te Bit­co­in Bank Mt. Gox mel­de­te nach mut­maß­li­cher Ver­un­treu­ung von Kun­den­gel­dern An­fang 2014 In­sol­venz an, was dem Ruf der Wäh­rung nach­hal­tig scha­de­te.

Bit­co­in ist ei­ne di­gi­ta­le Wäh­rung, durch Kryp­to­gra­fie ver­schlüs­selt und in der Ge­samt­men­ge li­mi­tiert

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.