JUNG BLEI­BEN MIT SPORT

KURIER_FITMACHER - - Wunder Bewegung - – JÜR­GEN KLATZER

Die Su­che nach der ewi­gen Ju­gend ist kei­ne Er­fin­dung der Neu­zeit. Be­reits die Al­che­mis­ten des Mit­tel­al­ters such­ten nach ei­ner Arz­nei, mit der sich je­de Krank­heit be­sie­gen und das Le­ben ver­län­gern lässt. Doch ihr Er­folg hielt sich in über­schau­ba­ren Gren­zen. Als An­fang des 16. Jahr­hun­derts der spa­ni­sche Ent­de­cker Juan Pon­ce de León in See stach, um den sa­gen­um­wo­be­nen Jung­brun­nen zu fin­den, von dem be­reits He­ro­dot be­rich­te­te, keim­te neue Hoff­nung auf. Doch ei­ne Quelle, die dem, der dar­aus trinkt, ewi­ge Ju­gend ver­heißt, blieb bis heu­te ein sehn­li­cher Wunsch. Der heu­ti­ge Jung­brun­nen fin­det sich in „An­ti-Aging“-Pro­duk­ten wie­der. Sie sol­len das Ver­grei­sen der Men­schen ver­lang­sa­men, wenn nicht so­gar stop­pen. Aber schon der rö­mi­sche Phi­lo­soph Se­ne­ca mein­te da­zu: „Wie lan­ge ich le­be, liegt nicht in mei­ner Macht; dass ich aber, so­lan­ge ich le­be, wirk­lich le­be, das hängt von mir ab. “Des­halb soll­te man oh­ne­hin von „Bet­ter - Aging“spre­chen, sagt der Sport­me­di­zi­ner Paul Ha­ber zum KU­RI­ER. „Es geht gar nicht so sehr dar­um, wie alt man wird, son­dern wie man alt wird.“

SPORT ALS WUN­DER­MIT­TEL. Das bes­te und si­chers­te Mit­tel da­zu ist die täg­li­che Be­we­gung. Es ist un­be­strit­ten, dass Sport fit und mun­ter macht. In­zwi­schen wei­sen aber im­mer mehr For­scher dar­auf­hin, dass kör­per­li­che Be­tä­ti­gung ei­ne hoch­ef­fek­ti­ve The­ra­pie ist, die sich auf den gan­zen mensch­li­chen Or­ga­nis­mus durch­wegs po­si­tiv aus­wirkt. Wer Sport treibt, ver­rin­gert das Ri­si­ko, an ei­ner Viel­zahl von Lei­den zu er­kran­ken, er­klärt Ha­ber. Die Wis­sen­schaft ver­fügt über zahl­rei­che em­pi­ri­sche Er­kennt­nis­se, die be­stä­ti­gen, dass Sport die Ar­te­ri­en ge­sund hält und uns vor In­fark­ten und Schlag­an­fäl­len be­wahrt. „Knapp drei Vier­tel al­ler Typ-2-Dia­be­ti­ker wür­den kein Dia­be­tes ha­ben, wenn sie sich sport­lich be­tä­ti­gen wür­den“, sagt der Be­we­gungs­for­scher. Sport wir­ke wie ein mo­der­nes Me­di­ka­ment. Denn wer re­gel­mä­ßig trai­niert, re­du­ziert die Wahr­schein­lich­keit, an ei­ner Herz-Kreis­lauf-Krank­heit zu ster­ben, um rund 20 Pro­zent. Doch Be­we­gung ver­mag weit mehr, als den Blut­hoch­druck zu sen­ken, die Kno­chen zu stär­ken oder die Ge­fä­ße jung zu hal­ten, weiß Josef Nie­bau­er, Prä­si­dent der Fach­ge­sell­schaft der Sport­me­di­zi­ner. „Sport hat ei­ne an­ti­de­pres­si­ve Wir­kung. Wer trai­niert, schüt­tet den als Glücks­hor­mon be­kann­ten Bo­ten­stoff Se­ro­to­nin aus und ver­bes­sert da­durch das ei­ge­ne Wohl­be­fin­den“, so Nie­bau­er im Ge­spräch mit dem KU­RI­ER. Seit Jah­ren wür­den in­ter­na­tio­na­le Stu­di­en au­ßer­dem be­le­gen, dass sich kör­per­li­che Ak­ti­vi­tät po­si­tiv auf die ko­gni­ti­ve Leis­tungs­fä­hig­keit aus­wirkt. „Kin­der, die ei­nen Pur­zel­baum kön­nen, sind bes­ser in Ma­the­ma­tik“, fasst Sport­me­di­zi­ner Ha­ber meh­re­re Un­ter­su­chungs­er­geb­nis­se zu­sam­men.

EIN WE­NIG RA­DELN. Aber wie bei Me­di­ka­men­ten kommt es auch beim Sport auf die rich­ti­ge Do­sis an, sagt Syl­via Tit­ze, Uni­ver­si­täts­pro­fes­so­rin am In­sti­tut für Sport­wis­sen­schaf­ten der Uni Graz. Denn Men­schen kön­nen sich durch­aus zu viel be­we­gen und da­mit ih­rer Gesundheit scha­den. Mit Ver­weis auf wis­sen­schaft­li­che Er­kennt­nis­se emp­fiehlt die For­sche­rin min­des­tens 150 Mi­nu­ten Be­we­gung im „sub­ma­xi­ma­len Be­reich “wö­chent­lich. Das be­deu­tet: An fünf Ta­gen je­weils ei­ne hal­be St­un­de lo­cker jog­gen oder ra­deln rei­chen, um ei­ne po­si­ti­ve Wir­kung zu er­zie­len. „Lau­fen, oh­ne zu schnau­fen“, be­tont Nie­bau­er. Wich­tig sei aber, dass der Kör­per be­las­tet wird und man schwitzt. „Be­las­tung stärkt den Kör­per. Und je fit­ter der Mensch ist, des­to bes­ser wird er auch al­tern. “Die Su­che nach der spru­deln­den Quelle der ewi­gen Ju­gend wä­re dann auch end­lich hin­fäl­lig.

Sport macht fit, Sport macht mun­ter – das gilt schon lan­ge als All­tags­weis­heit. Doch im­mer mehr For­scher wei­sen in neu­en Stu­di­en nach: Die täg­li­che

Be­we­gung ist die ef­fek­tivs­te Me­tho­de für ein „Bet­ter Aging“.

Von Ex­per­ten emp­foh­len: An fünf Ta­gen je­weils ei­ne hal­be St­un­de lo­cker spor­teln

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