Ern­te­frisch

Der ei­ge­ne Kräu­ter­gar­ten

KURIER_FLEISCH - - Contents - DOROTHE RAINER

WIE LEGT MAN SICH EI­NEN EI­GE­NEN KRÄU­TER­GAR­TEN AN? Al­les ei­ne Fra­ge des Stand­or­tes

Wel­che Kräu­ter im eher küh­len Halb­schat­ten gut auf­ge­ho­ben sind, er­kennt man schon am Laub: Gro­ße, wei­che und eher dün­ne Blät­ter wei­sen auf ei­nen ho­hen Was­ser­be­darf hin, der sich in­der Son­ne kaum de­cken lässt. Das trifft be­son­ders auf Zi­tro­nen­me­lis­se und heimische Min­zen zu, aber auch auf Wie­sen­kräu­ter wie Ker­bel und Sau­er­amp­fer. Die­se Kräu­ter wach­sen in je­der Blu­men­er­de.

Kräu­ter­gar­ten in pral­ler Son­ne:

Hei­ßund­son­nig– das­klingt­nach Ur­laub am Mit­tel­meer und tat­säch­lich kom­men auch über­wie­gend me­di­ter­ra­ne Kräu­ter mit pral­ler Son­ne zu­recht. Sal­bei, Thy­mi­an, Ros­ma­rin oder La­ven­del ha­ben spe­zi­ell an Hit­ze an­ge­pass­tes Laub und be­gren­zen den Was­ser­ver­lust ent­we­der durch klei­ne Blät­ter, di­cke Blät­ter oder be­haar­te Blät­ter auf ein Mi­ni­mum.

Kräu­ter­gar­ten im Schat­ten:

Kräu­ter lie­ben Wär­me und Son­ne, an rich­tig schat­ti­gen Stand­or­ten wach­sen nur Bär­lauch oder Wald­meis­ter. Im Halb­schat­ten füh­len sich fast al­le nicht me­di­ter­ra­nen Kü­chen­kräu­ter so­wie Ore­ga­no und Knob­lauch wohl.

Na­tür­lich kann man sei­ne Kräu­ter im­mer neu kau­fen, aber ehr­lich, frisch aus dem ei­ge­nen Gar­ten schme­cken sie am bes­ten und sie sind rund um die Uhr ver­füg­bar. Ei­nen Kräu­ter­gar­ten kann man grund­sätz­lich über­all an­le­gen, auch auf dem Bal­kon oder in ei­nem Topf am Fens­ter­bank erl. Wich­ti­gi st, dass der Ort hell und tro­cken ist und sich in Kü­chen nä­he be­fin­det. Ge­eig­net sind Ton töp­fe, Holz käs­ten oder Wei­den­kör­be. Aber auch Hoch­bee­te, Kräu­ter­spi­ra­len oder so­ge­nann­te Kräu­ter rä­der sind ge­eig­net. Wer ganz we­nig Platz hat, der geht mit den Pflan­zen am bes­ten in die Hö­he. Zum Bei­spiel mit Pflanz­re­ga­len, wo­für schon ein­fa­che Bret­ter auf Me­tall­win­keln aus­rei­chen.

Für ei­ne Auf­zucht auf der Fens­ter­bank kann man Töp­fe oder Blu­men­kis­terln ver­wen­den, so­fern sie un­ten ei­ne Öff­nung ha­ben, denn Stock­was­ser ist der Tod ei­nes je­den Kräu­terls. Ge­eig­ne­te In­door- Pflan­zens ind un­ter an­de­rem: Ba­si­li­kum, Boh­nen­kraut, Bor­retsch, Dill, Ore­ga­no, Es­tra­gon, Ker­bel, Pe­ter­si­lie und Kres­se. Wich­tig ist, dass der Platz nicht zu son­nig und nicht zu warm ist.

WISSENSWERTES.

Bei der Wahl der rich­ti­gen Kräu­ter soll­te man sich nach der per­sön­li­chen Koch­rich­tung ori­en­tie­ren und vom ei­ge­nen Ge­schmack in­spi­rie­ren las­sen. Wer viel Fleisch isst, braucht an­de­re Ge­wür­ze, als ein Ve­ge­ta­ri­er. Wich­tig ist bei­der Zu­sam­men­stel­lung der Kräu­ter zu be­den­ken, dass me­di­ter­ra­ne Be­woh­ner es son­nig, wind­ge­schützt und ei­nen durch­läs­si- gen Bo­den mö­gen und auch mit Tro­cken­heit klar­kom­men. Sa­lat­kräu­ter hin­ge­gen – wie Pe­ter­si­lie, Schnitt­lauch, Ker­bel und Dill – mö­gen ge­halt vol­le­re Er­de, die feucht ist. Dar­aus folgt: Me­di­ter­ra­ne Ge­wäch­se und Sa­lat­kräu­ter ge­hö­ren nicht in den sel­ben Topf.

Kurz­le­bi­ge Pf­länz­chen wie et­wa Pe­ter­si­lie oder Ba­si­li­kum las­sen sich aus­sä­en, ent­we­der erst in Töp­fen auf der Fens­ter­bank oder gleich am end­gül­ti­gen Stand­ort im Kräu­ter­gar­ten. Die­se Kräu­ter soll­te man dann aber jähr­lich er­neu­ern, um im­mer top­fit­te Pflan­zen zu ha­ben. An­de­re Kräu­ter wie Thy­mi­an oder Ros­ma­rin sind da­ge­gen Stau­den und wer­den nur al­le paar Jah­re er­neu­ert. Aus­dau­ern­de Kräu­ter kauft man am bes­ten als fer­ti­ge Pflan­ze im Topf oder zieht sie durch Kopf­steck­lin­ge selbst her­an.

DIE ERNTE.

Kräu­ter kön­nen lau­fend ab­ge­ern­tet wer­den. Sie ha­ben mit­dem stän­di­gen Schnitt kein Pro­blem, im Ge­gen­teil, hält er die Pflan­zen so­gar vi­tal und kom pakt, vor al­lem ver­holz en­de Pflan­zen wie La­ven­del oder Ros­ma­rin. Kräu­ter für den täg­li­chen Be­darf soll­ten an son­ni­gen Ta­gen ge­ern­tet wer­den, vor­zugs­wei­se am frü­hen Vor­mit­tag, wenn die Blät­ter noch frisch und kna­ckig sind. Am bes­ten ist es, ver­schie­de­ne Kräu­ter­ar­ten nach der Ernte auch ge­trennt auf­zu­be­wah­ren, da­mit sich die Aro­men nicht mi­schen. Fen­chel und Dill las­sen sich nicht gut auf­he­ben, sie soll­ten im­mer gleich frisch ver­braucht wer­den.

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