Ge­fähr­li­che Impf-blogs

Wie in So­zia­len Me­di­en Stim­mung ge­gen Imp­fen ge­macht wird

KURIER_IMPFEN - - Inhaltsverzeichnis - – MAGDALENA MEER­GRAF

Das In­ter­net ist nicht nur ei­ne In­for­ma­ti­ons­quel­le, es dient au­ßer­dem zur Ent­schei­dungs­fin­dung.da­bei wird ne­ben den Web­sites öf­fent­li­cher Or­ga­ni­sa­tio­nen oder Me­di­en auch auf Blogs und Fo­ren zu­rück­ge­grif­fen. Doch oft­mals stif­ten die mehr Ver­wir­rung als Auf­klä­rung – was ein Blick in die un­zäh­li­gen El­tern-kind-fo­ren zeigt. Ge­ra­de El­tern re­agie­ren skep­tisch ge­gen­über G es und heits rat­schlä­gen für ih­ren Nach­wuchs. Das lässt sich gut am Bei­spiel Imp­fen er­ken­nen, wo in den so­zia­len Me­di­en ag­gres­siv ge­führ­te Dis­kus­sio­nen zwi­schen Be­für­wor­tern und Kri­ti­kern ent­facht wer­den. Die­se stär­ken den Zwei­fel an der Si­cher­heit der Impf­stof­fe und die Ängs­te vor schwe­ren Ne­ben­wir­kun­gen.

Ei­ne vom KURIER in Auf­trag ge­ge­be­ne Thinktank-analyse er­gab, dass das The­ma Imp­fen ei­ne Me­di­en­prä­senz von 10.365 Bei­trä­gen mo­nat­lich er­reicht (Zei­t­raum: 19. Jan. bis 19. Feb.). Be­son­ders Ar­ti­kel über Gift­stof­fe in Impf­stof­fen stie­ßen auf gro­ßes In­ter­es­se. Es wa­ren aber nicht nur Impf­geg­ner ak­tiv. Ein Ar­ti­kel von Fo­cus On­line mit dem Ti­tel „Ein Brief an den Impf-skep­ti­ker“et­wa, den das Me­di­um auf ih­rer Face­book Seite ver­öf­fent­licht hat und der al­le we­sent­li­chen Be­den­ken an­spricht, wur­de mehr als 32.000 Mal ge­teilt.

315 Bei­trä­ge in El­tern-kind-fo­ren wur­den er­stellt (die meis­ten da­von auf Rund-ums-ba­by.de, Pa­r­ents.at, Ur­bia.de). In ers­ter Li­nie han­delt es sich da­bei um Be­den­ken ge­gen­über Imp­fun­gen auf­grund von schein­bar stich­hal­ti­gen Ge­gen­ar­gu­men­te. Bei­spiels­wei­se stel­len vie­le die Fra­ge, ob ein Aus­bruch der je­wei­li­gen Krank­heit nach ei­ner Imp­fung wirk­lich aus­ge­schlos­sen wer­den kann. In den Fo­ren fin­det zu­dem ei­ne wie­der­hol­te Dis­kus­si­on um Au­to­im­mun­er­kran­kun­gen, Au­tis­mus und All­er­gi­en statt. Die User to­le­rie­ren meist vor­über­ge­hen­de Impfreaktionen, be­fürch­ten aber lang­fris­ti­ge Impf­schä­den. Ver­schie­de­ne, vor al­lem in den un­zäh­li­gen In­ter­net­fo­ren hart­nä­ckig ver­brei­te­te My­then über Imp­fun­gen er­schwe­ren ei­ne ra­tio­na­le Kom­mu­ni­ka­ti­on mit Pa­ti­en­ten und El­tern – be­dau­ern Ärz­te und Ärz­tin­nen. Sie ra­ten prin­zi­pi­ell zur Vor­sicht bei „Dok­tor Goog­le“.

In In­ter­net­fo­ren ver­brei­te­te My­then über Imp­fun­gen er­schwe­ren ei­ne ra­tio­na­le Kom­mu­ni­ka­ti­on mit Pa­ti­en­ten und El­tern.

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