Den­gue-fie­ber am Vor­marsch

Imp­fun­gen gibt es nur in den be­trof­fe­nen Län­dern

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Den­gue-fie­ber ist die häu­figs­te fie­ber­haf­te Infektion der Welt: Die Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on WHO spricht von bis zu 100 Mil­lio­nen welt­wei­ten In­fek­tio­nen jähr­lich. Be­trof­fe­ne be­kom­men plötz­lich sehr ho­hes Fie­ber, be­glei­tet von schwe­ren Kopf­schmer­zen, Druck­schmerz hin­ter den Au­gen und so hef­ti­gen Mus­kel­schmer­zen, dass die Er­kran­kung des­we­gen auch un­ter dem Spitz­na­men „Kno­chen­bre­cher“be­kannt ist.

Ge­ra­de bei ei­ner Zweit­in­fek­ti­on kann es bei ei­nem Teil der Be­trof­fe­nen zu ei­nem schwe­re­ren Ver­lauf kom­men – sel­ten en­det sie auch töd­lich. Im Jahr 2015 wur­de erst­mals ein Impf­stoff ge­gen das durch Stech­mü­cken über­tra­ge­ne Den­gue­fie­ber frei­ge­ge­ben. Nach Me­xi­ko und den Phil­ip­pi­nen hat auch Bra­si­li­en den Impf­stoff Deng­va­xia von Sa­no­fi-pas­teur zu­ge­las­sen. Im eu­ro­päi­schen Raum wird er aber nicht ein­ge­setzt.

„Das hät­te auch kei­nen Sinn“, er­klärt Her­wig Kol­la­ritsch vom Zen­trum für Rei­se­me­di­zin in Wien: „Der Den­gue Impf­stoff hat schon vier Stu­di­en hin­ter sich ge­bracht. Man hat da­bei fest­ge­stellt, dass er bei Leu­ten, die noch nie Kon­takt mit dem Vi­rus hat­ten, ein­fach nicht gut wirkt.“

Nur bei rund 40 Pro­zent der Ge­impf­ten könn­te da­durch ei­ne Infektion ver­hin­dert wer­den. Au­ßer­dem sei­en drei Teilimp­fun­gen not­wen­dig und es dau­ert, bis der Impf­schutz auf­ge­baut ist. „Bei Per­so­nen, die schon ein­mal ei­ne Infektion hat­ten und erst da­nach ge­impft wer­den, liegt der Schutz vor wei­te­ren In­fek­tio­nen bei 80 Pro­zent“, er­klärt Kol­la­ritsch.

ALTERNATIVER SCHUTZ. Fern­rei­sen­den bleibt da­her nur das Ver­wen­den von Re­pel­lent und ein schüt­zen­des Mos­ki­to­netz über dem Bett. Auch durch das Tra­gen lan­gär­me­li­ger Klei­dung und ih­re Im­prä­gnie­ren mit In­sek­ten­schutz kann man das Ri­si­ko min­dern. Be­son­ders hoch ist die An­ste­ckungs­ge­fahr wäh­rend oder kurz nach ei­ner Re­gen­pe­ri­ode, weil die Stech­mü­cken für die Fort­pflan­zung Was­ser­an­samm­lun­gen brau­chen, so der Ex­per­te.

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