Bar­bara Schöneberger & Guido Maria Kretschmer:

„Fleißig, aber doof ist zu wenig“

Kurier_Interview - - Inhalt - FO­TOS: JEFF MAN­GIONE TEXT: DANIELA SCHIMKE

ROMY-STARS im Dop­pel. Bar­bara Schöneberger

führte auch 2015 durch die große Fernseh-gala – Guido Maria Kretschmer sorgte für das entsprechende Out­fit

Ich kann doch nicht jetzt schon ein Kleid wählen, wenn ich noch gar nicht weiß, in welches ich in drei Wochen passe.“Beim Ge­spräch­ster­min im Spitzen-restau­rant des Casino Wien witzelte Bar­bara Schöneberger wieder ein­mal über ihre Figur. Die StarModer­a­torin präsen­tierte auch 2015 die ROMY-GALA in der Wiener Hof­burg – in Prachtroben von Tv-liebling und De­signer Guido Maria Kretschmer, seines Ze­ichens bere­its Gewin­ner des öster­re­ichis­chen Fil­mund Fernseh-preises. Ein Dop­pelge­spräch über pflegele­ichte Stat­uet­ten, Pro­voka­tion und Pri­vatleben.

Frau Schöneberger, hät­ten Sie auch gerne eine ROMY? Bar­bara Schöneberger: Ja! Der Guido hat vorhin von den vie­len Preisen geschwärmt und ich stand schmallip­pig daneben, denn ich hatte diese Preise zwar alle schon mal in der Hand, wurde auch schon damit fo­tografiert, bin allerd­ings im­mer diejenige, die sie an an­dere weit­ergibt. Aber ich bin ja noch so jung!

Herr Kretschmer, Sie durften die ROMY schon in Hän­den hal­ten. Guido Maria Kretschmer: Ja, so einen Preis zu gewin­nen, ist ein tolles Ge­fühl. Man gewinnt ja dop­pelt: Wenn man am näch­sten Tag fliegt und den Preis im Handgepäck hat, jubeln alle beim Se­cu­rity-check. Außer­dem ist die ROMY eine beson­ders schöne Stat­uette, die sehr pflegele­icht ist. Meine Putzkraft sagt im­mer: „Zerkratzt nichts, steht gut. Besser geht nicht!“( l acht)

Romy Schneider war ja auch eine ModeIkone ... Kretschmer: Nicht nur das: Sie war schön, gescheit, eine Gren­zgän­gerin, die auch et­was Tragis­ches an sich hatte.

Sie hat auch provoziert. Frau Schöneberger, sehen Sie sich auch als Pro­voka­teurin?

Schöneberger: Als pro­voka­tiv empfinde ich mich nicht. Der Co­me­dian Thomas Her­manns gab mir mal den Rat, das auszus­prechen, was eh alle denken. Aber ich mache nicht spitz­züngiges Rand­grup­pen-tv. Wenn ich eine Gala wie die ROMY mod­eriere, müssen das ja Hun­dert­tausende Leute lustig fin­den. Aber man kann sich trotz­dem von den vie­len Strom­lin­ien­för­mi­gen ab­heben. Das be­herrschst du, Guido, ja auch. Du sagst ganz ehrlich deine Mei­n­ung, aber auf eine so men­schen­fre­undliche Art, dass dir keiner böse ist. Kretschmer: Das Tolle ist, dass meine Sendung unge­scriptet ist. In einer Live-sendung kann das fa­tal sein – mir ist ein­mal raus­gerutscht: ,Du bist so schön! Wenn du eines Tages tot bist, beerdi­gen wir dich nicht, sondern wir stopfen dich aus.‘ Danach dachte ich: , Um Gottes Willen!‘ Zum Glück hat sich die Dame gefreut, weil es ja als Kom­pli­ment gemeint war.

Frau Schöneberger, sehen Sie sich selbst „Shop­ping Queen“-sendun­gen an? Schöneberger: Ja, ich liebe das sehr. Ob­wohl ich nie gedacht hätte, dass es so ein Er­folg wird. Aber du auch nicht, oder? Kretschmer: Ich bin auch er­staunt, dass wir im­mer noch The­men fin­den und ich nach wie vor so viel Spaß habe. Ob­wohl ich oft von 9 Uhr Früh bis nachts drehen muss. Schöneberger: Fleißig zu sein und es trotz Er­folgs zu bleiben, ist das Wichtig­ste. Man muss auf­passen, dass man in dem an­genehmen Leben, das wir führen, nicht verkommt. Wenn man im Luxu­shotel je­den Tag auss­chläft, sich massieren und hun­dert Me­ter fahren lässt, sich dann aber auch noch beschw­ert, läuft was schief. Davor habe im­mer Angst, da­her halte ich meine Ar­beit­sethik hoch. Kretschmer: Das Prob­lem in un­serem Busi­ness ist, dass alle mit­spie­len. Hin­ter deinem Rücken sagen sie zwar: ,Der spinnt.‘ Aber das kriegst du nicht mit. Prinzip­iell gilt: man braucht Fleiß, An­stand und muss was im Kopf haben. Fleißig, aber doof ist zu wenig. Schöneberger: Das Ge­fährliche ist, dass wir so viel Bestä­ti­gung von un­serem Um­feld bekom­men. Das merke ich, wenn ich abends heimkomme. Da kriege ich gar keine Bestä­ti­gung! Ich komme von der Echo-gala, wo mir 3000 Leute ap­plaudiert haben, und mein Mann dreht sich ein­fach um und geht ins Bett. Das ist di­rekt ein Schock, aber es ist eben das nor­male Leben.

Sie, Frau Schöneberger, sprechen sel­ten über Ihr Pri­vatleben ... Schöneberger: Ja, weil ich gemerkt habe, dass es keine Grenze mehr gibt. Mein Mann sagte von An­fang an, dass er niemals in Zusam­men­hang mit meiner Ar­beit auf­tauchen wird. Liebe ist auch et­was so Großes – das kannst du nicht in sechs Sätzen in der BildZeitung zusam­men­fassen. Kretschmer: In meinem Fall ist es et­was anders. Ich sehe es als meinen Auf­trag, zu zeigen, dass man ein sch­wules Leben auch völ­lig nor­mal führen kann. Frank und ich wür­den aber auch nie Homesto­rys oder so et­was machen.

Frau Schöneberger, eine pri­vate Frage mag er­laubt sein: Sie haben in einer Show eine An­deu­tung bezüglich eines drit­ten Kin­des gemacht ... Schöneberger: Ich werde alle zwei Monate danach gefragt, nach dem Motto: Ein­mal wird schon stim­men. Wenn noch eines kommt, ist es gut, wenn nicht, ist es auch gut. Mein Soll habe ich er­füllt. Kretschmer: Frauen haben es so gut: wenn sie ein Bäuch­lein haben, kön­nen sie sagen: „Ich war sch­wanger“oder „Ich bin in der Menopause.“

Und was geben Sie als Grund für ein paar Ki­los mehr an? Kretschmer: Cor­ti­son. ( l acht)

Sorgten für Glam­our und flotte Sprüche bei der ROMY 2015: Moder­a­torin Bar­bara Schöneberger und De­signer Guido Maria Kretschmer

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