JÄ­GER AUS LEI­DEN­SCHAFT

Kai­ser Franz Jo­seph war sein Le­ben lang ein be­geis­ter­ter Waid­mann, die Jagd schien ihm der rich­ti­ge Aus­gleich zu den tro­cke­nen Amts­ge­schäf­ten zu sein. In sei­ner Re­gie­rungs­zeit hat er mehr als 50.000 Stück Wild er­legt.

KURIER_Kaiser_Franz_Josef - - Inhalt -

DER GENTLEMANJÄGER. Egal, ob er in Un­garn, Böh­men oder im Salz­kam­mer­gut weil­te, der Kai­ser war bis ins ho­he Al­ter ein lei­den­schaft­li­cher Waid­mann und nütz­te je­de freie Mi­nu­te, um auf die Pirsch zu ge­hen. Vor al­lem lieb­te er Hoch­ge­birgs­tou­ren, wo­bei Hirsch, Sau und Gams sei­ne liebs­ten „Op­fer“wa­ren.

Im Ge­gen­satz zu Erz­her­zog Franz Fer­di­nand galt der Kai­ser je­doch als „Gentlemanjäger“, der auch hin und wie­der als „Schnei­der“heim­kam, wie die Waid­män­ner sa­gen, al­so oh­ne et­was er­legt zu ha­ben. Der Kai­ser äu­ßer­te sich ent­setzt über die „Mas­sen­schie­ße­rei“des Thron­fol­gers, so sag­te er ein­mal: „Kürz­lich hat der Erz­her­zog im Lain­zer Tier­gar­ten ei­ni­ge Hun­dert Stück ab­ge­schos­sen, das ist ab­so­lut un­waid­män­nisch.“Ein ei­ge­nes Hof­waid­jagd­bü­ro, an des­sen Spit­ze ein Wirk­li­cher Ho­f­rat stand, war für die Ab­wick­lung von Franz Jo­sephs liebs­tem Ste­cken­pferd ver­ant­wort­lich. Wie über je­den Schritt des Mon­ar­chen, wur­de auch über die „Al­ler­höchs­ten Hof­jag­den“Buch ge­führt. Da­durch wis­sen wir, dass Kai­ser Franz Jo­seph wäh­rend sei­ner Re­gie­rungs­zeit mehr als 50.000 Stück Wild er­legt hat, das sind ca. 800 pro Jahr. Laut Franz Fer­di­nands Schuss-Lis­ten er­leg­te die­ser im Lauf sei­nes Le­bens 274.889 Stück Wild.

Der 82-jäh­ri­ge

Kai­ser mit Jä­gern

und ei­nem

bei Bad Ischl

er­leg­ten ka­pi­ta­len

Zwöl­fen­der

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