DAS TRAUM­PAAR

Un­ter­schied­li­cher hät­ten zwei Men­schen nicht sein kön­nen. Er lieb­te sei­ne Frau bis zum letz­ten Au­gen­blick, sie be­geg­ne­te ihm mit Re­spekt und Wert­schät­zung.

KURIER_Kaiser_Franz_Josef - - Inhalt -

DAS SCHÖNS­TE PAAR. Es be­gann so ro­man­tisch. Der 23-jäh­ri­ge Franz Jo­seph sah die baye­ri­sche Prin­zes­sin Eli­sa­beth in Ischl und ver­lieb­te sich im ers­ten Au­gen­blick in sie. Da­bei hat­te sei­ne Mut­ter So­phie ih­re Schwes­ter He­le­ne für den Kai­ser aus­er­se­hen, doch Franz Jo­seph be­stand auf Si­si. Be­reits acht Mo­na­te spä­ter, am 24. April 1854, fand in der Wie­ner Au­gus­ti­ner­kir­che die Trau­ung statt. Fran­zJo­se­ph­und­die16-jäh­ri­geKai­se­rin gal­ten als schöns­tes Ehe­paar Eu­ro­pas, doch schon nach we­ni­gen Jah­ren be­stand ih­re Ver­bin­dung nur noch auf dem Pa­pier: Durch „ner­vö­se Ma­ger­sucht“ge­quält, führ­te „Si­si“ein Le­ben to­ta­ler Ab­sti­nenz. Nur ih­re aus­ge­dehn­ten Rei­sen und die Be­geis­te­rung für grie­chi­sche Phi­lo­so­phen und den Dich­ter Hein­rich Hei­ne hiel­ten sie auf­recht. Franz Jo­sephs Le­ben stand im kras­sen Ge­gen­satz zu sei­ner Frau. Er hat­te als Mon­arch und Ver­ant­wort­li­cher über Mil­lio­nen Men­schen­le­ben Rea­list zu sein. Ob­wohl er ver­such­te, den fan­tas­ti­schen Lei­den­schaf­ten Eli­sa­beths Ver­ständ­nis ent­ge­gen­zu­brin­gen, konn­te er die „Wol­ken­kra­xe­lei­en“– so be­zeich­ne­te er ih­re welt­frem­de Art – nie wirk­lich be­grei­fen. Franz Jo­seph hat sei­ne Frau wohl bis zu­letzt ge­liebt, sie brach­te ihm je­doch nicht viel mehr als Re­spekt und Wert­schät­zung ent­ge­gen.

Kai­ser und Kai­se­rin, por­trä­tiert in jun­gen Jah­ren. Sie gal­ten als das schöns­te Paar Eu­ro­pas. Nach au­ßen hin schien die Ver­bin­dung Franz Jo­sephs mit Eli­sa­beth auch har­mo­nisch, doch als man von „Si­sis“stän­di­gen Aus­lands­rei­sen er­fuhr,

be­gann sich auch die Be­völ­ke­rung Ge­dan­ken zu ma­chen.

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