Das Tes­ta­ment des Kai­sers

Am 6. Fe­bru­ar 1901 ver­fass­te Franz Jo­seph sein Haupt-Tes­ta­ment. Le­sen Sie hier die wich­tigs­ten Pas­sa­gen

KURIER_Kaiser_Franz_Josef - - Der Tod -

AN­ORD­NUN­GEN.

„Ein­ge­denk der Ver­gäng­lich­keit al­les Ir­di­schen und in der Ab­sicht, recht­zei­tig für die Ord­nung Mei­ner An­ge­le­gen­hei­ten vor­zu­sor­gen, tref­fe ich mit vol­ler Be­son­nen­heit und rei­fer Über­le­gung fol­gen­de letzt­wil­li­ge An­ord­nun­gen“: Das un­teil­ba­re Fa­mi­li­en­ver­mö­gen in der Hö­he von rund 60 Mil­lio­nen Kro­nen (heu­te 372 Mil­lio­nen Euro, Anm.) „soll dem je­wei­li­gen Trä­ger der Kro­ne zu­kom­men“(al­so Kai­ser Karl) ... „Zu Er­ben Mei­nes sons­ti­gen be­weg­li­chen und un­be­weg­li­chen Ver­mö­gens er­nen­ne ich zu glei­chen Thei­len 1) Mei­ne Toch­ter Erz­her­zo­gin Gi­se­la, 2) Mei­ne Toch­ter Erz­her­zo­gin Ma­rie Va­le­rie, 3) Mei­ne En­ke­lin Eh. Eli­sa­beth, Toch­ter Mei­nes ver­ewig­ten Soh­nes Ru­dolf ...“ „Mei­ner Toch­ter Ma­rie Va­le­rie ver­ma­che Ich Mei­ne Vil­la in Ischl samt dem da­zu­ge­hö­ri­gen Wald­be­sitz und Park ... Des­glei­chen ver­ma­che ich die GriesVil­la in Ischl Mei­ner Toch­ter Gi­se­la ...“„Mei­nem Schwie­ger­soh­ne Erz­her­zog Franz Sal­va­tor ver­ma­che Ich den in der Ge­mein­de Eben­see in Ober­ös­ter­reich ge­le­ge­nen Grund­be­sitz ... “„Je­nen Die­nern Mei­nes Hof­staa­tes, wel­che zur Zeit Mei­nes Hin­schei­dens bei Mei­ner Per­son in Ver­wen­dung ste­hen (Kam­mer­per­so­nal, Lei­bla­kai­en, Haus­die­ner), soll es frei ge­stellt sein, ent­we­der in den Pen­si­ons­stand zu tre­ten oder je nach Taug­lich­keit fort­zu­die­nen ... „Ur­kund des­sen ha­be ich die­ses Mein Tes­ta­ment ei­gen­hän­dig ge­fer­tigt, das­sel­be ... aus­drück­lich als Mei­nen letz­ten Wil­len be­stä­tigt und die Ge­gen­zeich­nung hie­zu von Mir auf­ge­for­der­ten Zeu­gen ver­an­lasst. Wi­en, 6. Fe­bru­ar 1901. Franz Jo­seph.“

MIL­LIO­NEN FÜR DIE SCHRATT.

In die­sem Tes­ta­ment wer­den ne­ben dem Thron­fol­ger nur die nächs­ten Ver­wand­ten und ei­ni­ge Die­ner des Kai­sers er­wähnt. Kat­ha­ri­na Schratt ist in an­de­ren Fas­sun­gen ge­nannt, „so dass Sie nach mei­nem To­de von Sor­gen frei sein kön­nen“, wie Franz Jo­seph der Freun­din in ei­nem Brief zu­si­cher­te. Tat­säch­lich hat­te er be­reits 1899 ver­fügt, dass Frau Schratt von ihm 2,5 Mil­lio­nen Kro­nen (heu­te rund 15 Mil­lio­nen Euro) er­ben soll­te. Ob sie mit die­sem Be­trag je be­dacht wur­de, ist nicht be­kannt.

Aus­zü­ge aus dem am 6. Fe­bru­ar 1901 dik­tier­ten und ei­gen­hän­dig un­ter­zeich­ne­ten Tes­ta­ment Kai­ser Franz Jo­sephs I.

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