DER KLEI­NE FRANZL

Ganz so idyl­lisch war die Kind­heit nicht. Schein­bar un­be­schwert sitzt der acht­jäh­ri­ge Franz Jo­seph, um­ge­ben von den Brü­dern Ma­xi­mi­li­an und Karl Lud­wig und sei­ner Schwes­ter Ma­ria An­na, auf der Ter­ras­se von Schloss Schön­brunn am Schau­kel­pferd.

KURIER_Kaiser_Franz_Josef - - Inhalt -

KIND­HEIT. Auf die­sem Bild des Ma­lers und Li­tho­gra­fen Jo­sef Krie­hu­ber wird das Le­ben des künf­ti­gen Kai­sers als rei­ne Idyl­le dar­ge­stellt. Nun er­fährt Franz Jo­seph zwar ei­ne har­mo­ni­sche Kind­heit, doch ist sein Le­ben von An­fang an in ein strik­tes Ze­re­mo­ni­ell ge­presst, das ihm nur we­nig Frei­raum

lässt. Vor­al­lem muss er eine­unge wöhn-lich stren­ge Er­zie­hung über sich er­ge­hen las­sen. Das al­les prägt die Per­sön­lich­keit des künf­ti­gen Mon­ar­chen. Sein le­gen­dä­res Pflicht­ge­fühl, die Pe­dan­te­rie und die Re­gel­mä­ßig­keit des Tag­werks wer­den ihm schon als Klein­kind auf­ge­zwun­gen – und die­se An­la­gen soll­ten sei­ne Zu­kunft und die der ös­ter­rei­chisch-un­ga­ri­schen Mon­ar­chie be­stim­men. Die Er­zie­hung ist auch der Grund für die tie­fe mensch­li­che Ein­sam-kei­tim Le­ben Franz Jo­sephs. Denn­schon in den ers­ten Le­bens­jah­ren wird dem Thron­fol­ger von sei­nen Er­zie­hern die Ab­ge­schlos­sen­heit der Ma­jes­tät ge­gen­über an­de­ren Men­schen, selbst ge­gen­über sei­nen ei­ge­nen Ge­schwis­tern, ein­ge­impft. Nicht ein­mal die engs­ten Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­gen dür­fen in spä­te­ren Jah­ren das Wort an den Kai­ser rich­ten, nur ihm ganz al­lein steht es zu, Fra­gen zu stel­len. Den an­de­ren ist es nur er­laubt, ihm zu ant­wor­ten.

Franz Jo­seph mit den Ge­schwis­tern Max und Karl Lud­wig so­wie der früh ver­stor­be­nen Ma­ria An­na. Bru­der Lud­wig Vik­tor war noch nicht ge­bo­ren

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