HERR DER VIE­LEN SCHLÖS­SER

Kai­ser Franz Jo­seph I. nann­te zahl­rei­che Schlös­ser sein Ei­gen­tum. Über an­de­re his­to­ri­sche Bau­wer­ke, die die Staats­kas­se stark be­las­te­ten, konn­te er frei ver­fü­gen, dar­un­ter Schön­brunn und die Hof­burg

KURIER_Kaiser_Franz_Josef - - Inhalt -

Franz Jo­seph als ei­ner der reichs­ten Män­ner Eu­ro­pas

„AR­MER KAI­SER“. Knapp drei Jahr­zehn­te lang war Franz Jo­seph ein „ar­mer Kai­ser“, denn Fer­di­nan­dI. hat­te 1848 zwar auf den Thron, nicht je­doch auf das statt­li­che kai­ser­li­che Ver­mö­gen und sei­ne rie­si­gen Län­de­rei­en ver­zich­tet, die jähr­lich vie­le Mil­lio­nen ab­war­fen. Erst 1875, nach dem Tod sei­nes On­kels Fer­di­nand – der trotz sei­nes schwa­chen kör­per­li­chen Zu­stands 82 Jah­re alt ge­wor­den war – ver­füg­te Franz Jo­seph über ein an­sehn­li­ches Ver­mö­gen: Fer­di­nand hat­te ihn als Al­lein­er­ben ein­ge­setzt. Franz Jo­sephs Ei­gen­tum war nun­mehr in meh­re­re Grup­pen un­ter­teilt: Zu sei­nem Pri­va­tfonds zähl­ten des Kai­sers per­sön­li­che Be­sit­zun­gen, wie et­wa die Kai­ser­vil­la und die Vil­la Gries in Bad Ischl, das Jagd­haus Of­fen­see, die Län­de­rei­en um Per­sen­beug, Schloss Wall­see oder die Her­mes­vil­la im Lain­zer Tier­gar­ten.

HOF­BURG UND SCHÖN­BRUNN. An­de­re Gü­te­rin Un­garn, der Tsche­cho­slo­wa­kei, in La­xen­burg bei Wi­en und Schloss Ort ge­hör­ten zum Fa­mi­li­en­fonds. Den bei Wei­tem wert­volls­ten und präch­tigs­ten Be­sitz stell­te das Ho­fär­ar dar. In die­se Grup­pe fie­len Schloss Schön­brunn, Bel­ve­de­re, die Hof­burg in Wi­en und Inns­bruck, die Salz­bur­ger Re­si­denz so­wie Schloss Ofen, Mi­ra­ma­re, die Pra­ger Burg und ein Groß­teil der Kron­ju­we­len. So­wohl Ho­fär­ar als auch die Kai­ser-Franz-Jo­seph-Kron­fidei­kom­mis­se, zu de­nen wei­te­re Län­de­rei­en zähl­ten, soll­ten dem je­wei­li­gen Trä­ger der Kro­ne zu­gu­te kom­men – 1916 al­so Kai­ser Karl l. Nach 1918 wur­den die Habs­bur­gerBe­sit­zun­gen in sämt­li­chen Nach­fol­ge­staa­ten ent­eig­net, le­dig­lich in der nun­mehr ver­blie­be­nen Re­pu­blik Ös­ter­reich blie­ben die im Pri­va­tfonds be­find­li­chen Gü­ter in Fa­mi­li­en­be­sitz. Je­ne Mit­glie­der des ehe­ma­li­gen Herr­scher­hau­ses, die nicht auf Thron­fol­ge und an­de­re Vor­rech­te ver­zich­te­ten, wur­den je­doch des Lan­des ver­wie­sen.

KON­FIS­ZIERT. Das Pri­vat­ver­mö­gen wur­de der Fa­mi­lie Habs­burg in der Ers­ten Re­pu­blik zu­ge­spro­chen, dann aber un­ter der na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Herr­schaft groß­teils kon­fis­ziert. Ein Re­sti­tu­ti­ons­be­geh­ren ein­zel­ner Fa­mi­li­en­mit­glie­der wur­de im Jahr 2003 ab­ge­wie­sen. Das ur­sprüng­li­che „Habs­bur­gerGe­setz“, in dem Ver­mö­gens- und Rechts­fra­gen ge­re­gelt wur­den, stammt aus dem Jahr 1919. Man schätzt, dass es heu­te welt­weit bis zu 500 di­rek­te Nach­fah­ren des eins­ti­gen Kai­ser­hau­ses gibt, rund 280 von ih­nen le­ben un­ter den Na­men „Habs­burg“bzw. „Habs­burg-Loth­rin­gen“in Ös­ter­reich.

Schloss Schön­brunn ge­hör­te zum „Ho­fär­ar“und war so­mit nie im per­sön­li­chen Be­sitz des Kai­sers

La­xen­burg (un­ten) und Schloss Ort am Traun­see (un­ten rechts) ge­hör­ten dem Pri­va­tfonds des Kai­sers, sind heu­te aber nicht mehr im Be­sitz der Fa­mi­lie Habs­burg

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