DIE „RO­TE“ERZ­HER­ZO­GIN

KURIER_Kaiser_Franz_Josef - - Inhalt -

Kai­ser­en­ke­lin Eli­sa­beth hei­ra­tet ei­nen So­zia­lis­ten

Franz Jo­seph lieb­te sei­ne En­kel und wä­re

DIE SO­ZIA­LIS­TIN. Sie war fünf Jah­re alt, als ihr Va­ter in May­er­ling aus dem Le­ben schied. Und auch sie mach­te mehr­mals durch dra­ma­ti­sche Ak­tio­nen auf sich auf­merk­sam. Ru­dolfs ein­zi­ge Toch­ter Eli­sa­beth trat der So­zi­a­de­mo­kra­ti­schen Par­tei bei und ge­riet als „ro­te Erz­her­zo­gin“im­mer wie­der mit ih­rer Fa­mi­lie in Kon­flikt. Die En­ke­lin des Kai­sers fiel schon als Kind durch ih­ren aus­ge­präg­ten Op­po­si­ti­ons­geist auf. Tat­säch­lich be­stand sie mit 19 dar­auf, den Prin­zen Ot­to Win­disch-Graetz zu hei­ra­ten – doch glück­lich konn­ten die bei­den nicht wer­den. Denn als Eli­sa­beth sich den Aris­to­kra­ten in den Kopf setz­te, war der nicht be­reit, sei­ne Ver­lo­bung mit ei­ner an­de­ren Frau, zu der er ei­ne in­ni­ge Be­zie­hung hat­te, zu lö­sen. Win­disch-Graetz teil­te das in­ei­nerAu­di­enz­de­mKai­ser­mit,der nach dem Tod des Kron­prin­zen die Vor­mund­schaft sei­ner En­ke­lin über­nom­men hat­te. Und Franz Jo­seph war nicht un­glück­lich dar­über, dass Win­disch-Graetz sich wei­ger­te, sei­ne En­ke­lin zu hei­ra­ten, da er für die­se ei­nen

Des Kai­sers En­ke­lin, Erz­her­zo­gin Eli­sa­beth, er­reg­te in ih­rer Fa­mi­lie gro­ßes Auf­se­hen, als sie Mit­glied der So­zi­al­de­mo­kra­ti­schen

Ar­bei­ter­par­tei wur­de. Rechts: Das Par­tei­buch der „ro­ten Erz­her­zo­gin“

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